WhatsApp-Angriffe, Kaspersky

WhatsApp-Angriffe: Kaspersky warnt vor Malware in Geschäftsdokumenten

24.06.2026 - 07:17:41 | boerse-global.de

Kriminelle nutzen kompromittierte Konten, um getarnte VBS-Dateien zu verbreiten. ManageEngine-Tools dienen der Fernsteuerung infizierter Systeme.

Kaspersky warnt: Neue WhatsApp-Angriffswelle mit Schadsoftware
WhatsApp-Angriffe - Ein Smartphone zeigt eine WhatsApp-Nachricht mit einem schädlichen Anhang namens 'Financial Reports.vbs' und einer bedrohlichen Reflexion auf dem Bildschirm. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Kriminelle nutzen kompromittierte Konten, um schädliche VBScript-Dateien zu verbreiten – getarnt als dringende Geschäftsdokumente.

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Die Angreifer versenden über WhatsApp Desktop und WhatsApp Web Nachrichten mit Anhängen wie „Financial Reports.vbs“, „Account Statement.vbs“ oder „Debt Statement.vbs“. Die Dokumente sind in mehreren Sprachen verfasst, darunter Englisch, Portugiesisch, Französisch – und auch Deutsch. Die Masche setzt auf das Vertrauen, das Nutzer bekannten Kontakten entgegenbringen.

Infektionskette startet beim Ă–ffnen

Sobald ein Nutzer die präparierte Datei öffnet, läuft eine mehrstufige Infektion an. Die Skripte deaktivieren zunächst die Windows-Benutzerkontensteuerung (UAC). So führen sie weitere Aktionen aus, ohne dass das Betriebssystem warnt.

In den Skripten fanden Analysten chinesische Kommentare, die Komponenten eines Windows-Updates imitieren sollen. Die Malware legt Verzeichnisse im öffentlichen Dokumentenordner an und lädt zusätzliche Schadprogramme nach.

Fernzugriff per ManageEngine-Software

Das eigentliche Ziel: die unbemerkte Installation von ManageEngine RMM Central oder ManageEngine Endpoint Central. Das sind legitime IT-Management-Tools für Fernwartung. In den Händen der Angreifer dienen sie dazu, infizierte Systeme fernzusteuern, Daten zu stehlen oder weitere Schadsoftware einzuschleusen.

Die genutzte Infrastruktur – insbesondere eine bestimmte IP-Adresse – überschneidet sich mit bekannten Schadprogrammen wie Gh0st RAT und ValleyRAT. Das deutet auf erfahrene Akteure hin, die gezielt Schwachstellen in der menschlichen Kommunikation ausnutzen.

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80 Prozent der Infektionen in Malaysia

Die Kampagne operiert weltweit, der Schwerpunkt liegt jedoch in Südostasien. Schätzungen zufolge entfallen rund 80 Prozent der Infektionen auf Malaysia. Weitere betroffene Regionen: Brasilien, Indien, Singapur, Taiwan, das Vereinigte Königreich, Spanien und Australien.

Auch in Deutschland mahnen Experten zur Vorsicht. Messenger-Dienste werden hierzulande von einem Großteil der Bevölkerung für die tägliche Kommunikation genutzt.

Phishing wird professioneller

Die aktuelle Bedrohung reiht sich in einen Trend ein: Phishing-Angriffe werden immer professioneller. Laut Daten des World Economic Forum nutzen inzwischen 86 Prozent aller Phishing-Versuche künstliche Intelligenz – für mehr Zielgenauigkeit und Glaubwürdigkeit. Die Klickraten steigen deutlich.

Das Bundeskriminalamt verzeichnete für 2025 rund 382.000 Fälle von Phishing in Deutschland. Der Branchenverband Bitkom beziffert den Gesamtschaden durch Cyberkriminalität auf etwa 289 Milliarden Euro.

Expertenrat: Keine unerwarteten Dateianhänge mit Endungen wie .vbs, .exe oder .js öffnen – selbst wenn sie von bekannten Kontakten stammen. Im Zweifel die Echtheit über einen zweiten Kommunikationsweg prüfen.

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