WhatsApp-Benutzernamen: Indiens Regierung stoppt Funktion nach Sicherheitslücken
04.07.2026 - 00:28:12 | boerse-global.de
Das Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) befürchtet massive Sicherheitsrisiken durch Identitätsdiebstahl und Cyberkriminalität. Der Mutterkonzern Meta muss nun innerhalb von drei Tagen eine umfassende Sicherheitserklärung vorlegen.
Reservierungs-Chaos bei Prominenten-Namen
Der Konflikt eskalierte, nachdem Sicherheitslücken im Registrierungsprozess bekannt wurden. WhatsApp hatte Ende Juni 2026 die Reservierung von Benutzernamen mit 3 bis 35 Zeichen gestartet. Das Unternehmen versprach zwar, Namen prominenter Persönlichkeiten vorab zu schützen – doch unabhängige Tests zeigten ein anderes Bild.
Branchenbeobachter konnten problemlos Identitäten bekannter Politiker und Unterhaltungsgrößen sichern. Selbst hochrangige Wirtschaftsvertreter scheiterten teilweise bei dem Versuch, ihre eigenen Namen zu reservieren. MeitY-Sekretär S. Krishnan warnte, dass solche Fehlbelegungen als Grundlage für gezielte Betrugsversuche dienen könnten.
Meta plant zwar zusätzliche Sicherheitsbarrieren wie Kontaktbeschränkungen und eine automatisierte Missbrauchserkennung. Die indischen Regulierungsbehörden ließen sich davon bislang nicht überzeugen.
Ausweitung auf Telegram und Signal
Die regulatorischen Maßnahmen betreffen nicht nur WhatsApp. Auch die Plattformen Telegram und Signal müssen detaillierte Sicherheitsbewertungen ihrer Benutzernamen-Funktionen vorlegen. Die indische Regierung stützt sich dabei auf bestehende IT-Gesetze aus den Jahren 2000 und 2021.
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Einige Marktteilnehmer reagierten bereits präventiv. Der Softwareanbieter Zoho kündigte an, die Funktion in seinem eigenen Messenger Arattai zu deaktivieren.
Branchenexperten weisen auf das Dilemma hin: Benutzernamen sind ein wichtiges Datenschutz-Upgrade, da sie das Verbergen der privaten Handynummer ermöglichen. Gleichzeitig schaffen sie neue Risiken wie Handle-Squatting und soziale Manipulation.
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