WhatsApp-Benutzernamen, Verbraucherschützer

WhatsApp-Benutzernamen: Verbraucherschützer warnen vor neuen Betrugsrisiken

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 00:08 Uhr, Redaktion boerse-global.de

WhatsApp führt individuelle Benutzernamen ein, um die Privatsphäre zu schützen. Verbraucherschützer warnen jedoch vor neuen Betrugs- und Profil-Verknüpfungsrisiken.

WhatsApp-Benutzernamen: Schutz oder neue Risiken?
Ein Smartphone-Bildschirm zeigt eine Messaging-App mit einem Benutzernamenfeld, umgeben von digitalen Datenströmen und Sicherheitssymbolen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die neue Funktion soll die private Mobilfunknummer besser schützen – doch Verbraucherschützer und internationale Behörden warnen vor Gefahren.

Ende der Nummern-Pflicht

Bisher war die Preisgabe der Telefonnummer zwingend für die Kommunikation in Gruppen oder mit neuen Kontakten. Mit den Benutzernamen ändert sich das grundlegend. Nutzer können ein Pseudonym wählen, die Handynummer bleibt für Fremde verborgen.

Weltweit nutzen rund drei Milliarden Menschen den zu Meta gehörenden Dienst. Die Einführung markiert eine der größten Änderungen in der WhatsApp-Geschichte.

Kritik der Verbraucherschützer

Die Verbraucherzentrale NRW bewertet den Schutz der Rufnummer in Gruppen als Vorteil, mahnt aber zur Vorsicht. Wer Klarnamen als Benutzername verwendet, gibt unter Umständen mehr preis als beabsichtigt.

Zudem bleibt die Telefonnummer für den Mutterkonzern Meta weiterhin sichtbar. Ein wesentlicher Kritikpunkt: Verwenden Nutzer denselben Namen wie auf Instagram oder Facebook, lassen sich Profile leicht verknüpfen.

Die Experten warnen auch vor neuen Betrugsversuchen. Kriminelle könnten sich als vertrauenswürdige Personen oder Institutionen ausgeben.

Internationale Sicherheitsbedenken

Die globale Einführung stößt nicht überall auf Zustimmung. Die indische Regierung forderte rechtliche Garantien zur Rückverfolgbarkeit von Identitäten. Sie befürchtet, dass Kriminelle die neue Funktion zur Verschleierung nutzen.

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WhatsApp betont dagegen: Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt bestehen, der Datenschutz werde gestärkt.

In Singapur wurden bereits prominente Benutzernamen für Regierungsmitglieder reserviert – um Missbrauch durch Nachahmer zu verhindern. Weitere Sicherheitsmaßnahmen sind geplant: ein optionaler vierstelliger PIN-Code für die erste Kontaktaufnahme sowie Einschränkungen für neue Kontakte. Ein öffentliches, durchsuchbares Verzeichnis aller Benutzernamen soll es nicht geben.

Technischer Hintergrund

Die technische Abwicklung der Nachrichten läuft weiter über Metas weltweite Infrastruktur mit 32 Rechenzentrum-Campus. Die Inhalte sind verschlüsselt, Metadaten wie Verbindungszeitpunkte und Kommunikationspartner werden jedoch verarbeitet.

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Die Einführung fällt in eine Zeit steigender Cyber-Kriminalität. Aktuelle Analysen zeigen: KI-generierte Phishing-Versuche erreichen mittlerweile eine Klickrate von 54 Prozent – das Vierfache herkömmlicher Methoden.

Ausblick

Die Reservierungsphase begann am 29. Juni. Die tatsächliche Nutzung der Benutzernamen im regulären Chat-Betrieb soll schrittweise in den kommenden Monaten ausgerollt werden.

Die Verbraucherzentrale NRW rät zu einem sensiblen Umgang mit der neuen Funktion. Der Schutz der Privatsphäre liegt letztlich in den Händen der Nutzer.

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