WhatsApp-Betrug: 177 Domains und 554 Webadressen für Kontenklau
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 21:07 Uhr | Redaktion boerse-global.deVerbraucherschützer und Sicherheitsbehörden schlagen Alarm wegen einer raffinierten Betrugswelle beim Messenger-Dienst WhatsApp. Wie die Generaldirektion für Handel und Verbraucherschutz der Regierung von Kantabrien mitteilt, kapern Kriminelle Benutzerkonten über eine gezielte Täuschung. Dabei geben sich die Angreifer als Personen aus dem Bekanntenkreis aus und bitten darum, bei einem angeblichen Tanzwettbewerb für ein Mädchen abzustimmen.
Die Kontaktaufnahme erfolgt direkt über das Adressbuch eines vertrauten Kontakts, dessen Profil zuvor bereits kompromittiert wurde. Ein in der Nachricht enthaltener Link führt auf eine gefälschte Abstimmungsseite. Dort werden Betroffene aufgefordert, ihre Telefonnummer einzugeben.
Im Anschluss zeigt die Plattform einen Verifizierungscode an. Dieser dient nach Angaben der kantabrischen Behörden jedoch keineswegs der Stimmabgabe, sondern autorisiert unbemerkt die Verknüpfung eines fremden Endgeräts mit dem WhatsApp-Konto des Opfers.
Täter agieren unbemerkt im Hintergrund
Nach der erfolgreichen Kaperung des Zugangs können die Betrüger eigenständig Nachrichten verfassen, im Namen der Geschädigten Geldüberweisungen fordern und die Masche an weitere Kontakte ausbreiten. Die eigentlichen Kontoinhaber nutzen die Anwendung unterdessen weiter, ohne die im Hintergrund bestehende Fremdsitzung sofort zu bemerken.
Das spanische Nationale Institut für Cybersicherheit bestätigt das Vorgehen. Auf den manipulierten Seiten werde teils auch die Aussicht auf ein Stipendium oder eine Bühnenrolle vorgetäuscht, um die Opfer zur Eingabe ihrer Telefonnummer zu bewegen.
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Zudem fordern Betrüger in Folgemitteilungen Geld für angebliche Notlagen unter Nennung einer Bankverbindung. Über ein verknüpftes Gerät löschen die Täter die versandten Forderungen mit der Funktion für das Löschen bei sich selbst, sodass der Kontoinhaber die Nachrichten nicht im Chatverlauf sieht.
Dem Sicherheitsanbieter Bitdefender zufolge stehen 177 betrügerische Domains und 554 eindeutige Webadressen mit dieser Kampagne in Verbindung. Auf den Seiten selbst werde keine Schadsoftware installiert und kein direktes Geld verlangt; der Angriff basiere rein auf Methoden des Social Engineerings.
Auch die spanische Nationalpolizei warnt vor entsprechenden Textnachrichten aus der eigenen Kontaktliste, die etwa Bezug auf angebliche Tänzerinnen wie Eliska nehmen.
Durch das Weiterleiten übernommener Konten entstehe eine Kettenreaktion. Berichte aus Frankreich und Belgien belegen zudem, dass ähnliche Vorfälle mit angeblichen Abstimmungen für Namen wie Sophie oder Eliska auch in weiteren europäischen Ländern zirkulieren.
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Schutzmaßnahmen für Messenger-Nutzer
Behörden und Verbraucherschützer raten dringend dazu, entsprechende Links keinesfalls anzuklicken und Anfragen stets über einen alternativen Kommunikationsweg wie einen direkten Telefonanruf gegenzuprüfen.
Keinesfalls dürfen Verifizierungscodes oder Passwörter weitergegeben werden. Um fremde Zugriffe auszuschließen, sollten Anwender in den Einstellungen der App die Liste der verknüpften Geräte prüfen und dort gefundene unbekannte Sitzungen umgehend beenden.
Zusätzlich wird die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung mit einer PIN sowie die Aktualisierung der Betriebssysteme empfohlen. Im Betrugsfall raten Verbraucherschützer zur Sicherung von Beweisen durch Screenshots und zur Erstattung einer Anzeige. Betroffene in Spanien können sich zudem über die kostenlose Notrufnummer des Instituts für Cybersicherheit beraten lassen.
