WhatsApp-Betrug: Bis zu 14 Verifizierungscodes in sechs Stunden
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 21:53 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Ministerium für Technologie und Kommunikation in Paraguay (Mitic) warnt vor einer Betrugsmethode, bei der Kriminelle WhatsApp-Verifizierungscodes über den Anrufbeantworter abfangen. Wie Berichte vom 27. Oktober 2026 darlegen, nutzen Angreifer Schwachstellen beim Fernzugriff auf Mailboxen, um fremde Konten zu übernehmen und die rechtmäßigen Besitzer auszusperren.
Die Täter fordern bei der Registrierung eines Kontos gezielt einen automatisierten Verifizierungsanruf an. Reagiert das potenzielle Opfer nicht, hinterlässt das System den Sicherheitscode als Sprachnachricht auf der Mailbox.
Die Angreifer greifen anschließend per Fernabfrage auf die Voicemail zu, um den Code abzuhören. Dies gelingt vor allem dann, wenn Nutzer standardmäßig vergebene Werks-PINs wie 0000, 1234 oder 123456 nicht geändert haben. Häufig erfolgen die Anrufe zur Nachtzeit, da die Wahrscheinlichkeit dann besonders hoch ist, dass Nutzer den eingehenden Anruf im Schlaf verpassen.
Kontoübernahme führt zu sofortiger Sperre
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Sobald die Angreifer den Verifizierungscode in Erfahrung gebracht haben, melden sie das WhatsApp-Konto auf ihrem eigenen Mobiltelefon an. Für den ursprünglichen Nutzer hat dies die unmittelbare Trennung der Verbindung zur Folge; er verliert den Zugriff auf seine Nachrichten und Kontakte.
Berichten zufolge registrierten Beobachter Einzelfälle, in denen Betroffene in einem Zeitraum von sechs Stunden bis zu 14 Verifizierungscodes erhielten, bevor der Kontoverlust eintrat. Ein direkter Zusammenhang mit der Voicemail-Masche ist jedoch nicht bei jedem dieser Vorfälle nachgewiesen.
Die Methode ist den Behörden nicht neu: Bereits im Jahr 2020 hatte das Ministerium auf eine identische Vorgehensweise hingewiesen.
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Um Konten vor dieser Form des Identitätsdiebstahls zu schützen, empfiehlt das Ministerium mehrere Sicherheitsvorkehrungen. An erster Stelle steht die Aktivierung der Zwei-Schritt-Verifizierung direkt in den Einstellungen des Nachrichtendienstes, die durch eine persönliche, sechsstellige PIN geschützt werden sollte. Zudem sollten übermittelte Verifizierungscodes unter keinen Umständen an Dritte weitergegeben werden.
Bezüglich der Mailbox raten die Experten dazu, voreingestellte Standard-PINs durch individuelle Kennziffern zu ersetzen oder die Mailbox direkt beim jeweiligen Mobilfunkanbieter vollständig deaktivieren zu lassen. Der häufig kursierende GSM-Code ##002# zur Abschaltung von Rufumleitungen zeigt je nach Telekommunikationsanbieter unterschiedliche Wirkungen und ersetzt die Implementierung einer Zwei-Schritt-Verifizierung nicht.
