WhatsApp-Betrug, Eliška

WhatsApp-Betrug mit Eliška: Kriminelle kapern Konten über falsche Abstimmung

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 23:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle erschleichen WhatsApp-Zugang über fingierte Wettbewerbe und nutzen gekaperte Konten für weitere Geldforderungen.
Ein leerer Ballettsaal mit einer hölzernen Ballettstange und einem großen Spiegel in gedämpftem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Behörden und Verbraucherschützer schlagen Alarm wegen einer neuen Betrugswelle auf dem Kurznachrichtendienst WhatsApp. Unter dem Vorwand einer Abstimmung für eine angebliche Nachwuchstänzerin namens Eliška erbeuten Kriminelle Zugangsdaten und übernehmen komplette Nutzerkonten.

Die Kampagne forderte nach Berichten vom 25. Oktober 2026 bereits prominente Opfer: In Frankreich verschickte die Assemblée nationale eine offizielle Warnmeldung an alle Parlamentsabgeordneten, nachdem ein Mandatsträger der Partei MoDem von der Masche geschädigt worden war.

Vorwand eines Wettbewerbs führt zur Gerätekopplung

Die Nachrichten erreichen potenzielle Opfer über gehackte Accounts bekannter Kontakte. Darin bitten die Betrüger um Unterstützung und eine Stimmabgabe für Eliška – teils kursiert auch der Name Sophie – bei einem angeblichen Ballettwettbewerb in Prag. Als Gewinn wird unter anderem ein kostenloser Tanzkurs in Aussicht gestellt.

Seit Montagmorgen im Oktober 2026 häuften sich entsprechende Warnungen internationaler Stellen, da bereits Hunderte Anwender betroffen oder den betrügerischen Nachrichten ausgesetzt waren. Neben Tanzkursen variieren die versprochenen Preise demnach mitunter auch als Stipendien oder künstlerische Auftritte.

Der mitgesendete Link führt auf eine gefälschte Abstimmungsseite. Dort werden die Empfänger aufgefordert, ihre Mobilfunknummer sowie einen WhatsApp-Verifizierungscode einzugeben oder einen QR-Code zu scannen.

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Das Ziel dieser sogenannten heimlichen Geräteverknüpfung besteht darin, ein fremdes Endgerät unbemerkt mit dem Konto des Nutzers zu verbinden. Das reine Öffnen des Links führt zwar noch nicht zwingend zur Kaperung, doch die Übermittlung des Sicherheitscodes oder die Bestätigung der Verknüpfung gewährt den Angreifern vollen Zugriff.

Der Betrug trifft auch Personen aus dem Kultursektor: Der Saxophonist Arthur Elin zählte zu den Geschädigten, nachdem er dem Link vertraute, der von einem befreundeten Künstler übermittelt worden war. Jérôme Nolin, Generaldirektor der französischen Plattform Cybermalveillance.gouv.fr, betonte, dass die Kriminellen keine Grenzen kennten und auch vor Erpressung nicht zurückschreckten.

Geldforderungen und weltweite Ermittlungen

Nach der Kontenübernahme nutzen die Angreifer das Adressbuch der Geschädigten für weitere Täuschungen. Unter dem Deckmantel von Notlagen werden Bekannte um finanzielle Hilfe gebeten, etwa um Überweisungen in Höhe von 360 Euro für dringende Zahnarztkosten.

Auch in Deutschland registrierten Ermittler vergleichbare Fälle: Das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnten vor dem Vorgehen, bei dem Betrüger nach der Übernahme Geldforderungen zwischen 400 und 800 Euro verschicken.

Um den Angriff möglichst lange unbemerkt zu halten, archivieren die Täter die geführten Chats umgehend. Am 28. Oktober um 16:00 Uhr veranstalten die rheinland-pfälzischen Stellen daher ein kostenloses Informationsseminar zum Schutz vor Cyberkriminalität.

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In Spanien dokumentierte das Nationale Institut für Cybersicherheit INCIBE die Bedrohung bereits am 21. Oktober 2026 und stufte deren Tragweite als hoch ein. Die Verbraucherorganisation OCU und die Guardia Civil gaben am 22. Oktober 2026 entsprechende Warnungen heraus.

Die spanische Polizeibehörde stellte klar, dass die vorgebliche Tochter von Bekannten schlicht nicht existiere. Sicherheitsbehörden in Alicante und das Katastrophenschutzdezernat von Torrevieja wiesen ebenfalls darauf hin, dass Kriminelle die fremde Identität zur Täuschung des Umfelds missbrauchen.

Verhaltensregeln für den Ernstfall

Sicherheitsbehörden raten dringend davon ab, Verifizierungscodes zu teilen oder Links in unerwarteten Nachrichten zu öffnen. Besteht der Verdacht eines kompromittierten Zugangs, sollte in den Einstellungen des Messengers der Menüpunkt für verknüpfte Geräte geprüft und alle unbekannten Sitzungen unverzüglich beendet werden.

Zudem empfiehlt sich die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung mit einer persönlichen PIN. Bei einem bestehenden Verdacht sollten Kontakte über alternative Kanäle wie Anruf oder SMS gewarnt werden. Betroffene, die bereits Geld verloren haben, müssen ihre Bank kontaktieren und Anzeige bei der Polizei erstatten. Für Meldungen und Beratung steht in Spanien zudem die Notfall-Hotline 017 des Instituts INCIBE zur Verfügung.

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