WhatsApp-Betrug, Polizei

WhatsApp-Betrug: Polizei warnt vor Abstimmungs-Link-Falle

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 17:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Manipulierte Wahlseiten und QR-Codes ermöglichen Kriminellen den Zugriff auf WhatsApp-Profile und können Überweisungsbetrug im Namen Betroffener auslösen.

WhatsApp-Betrug: Gefälschte Abstimmungen gefährden Konten
Ein minimalistisch eingerichtetes, schattiges Wohnzimmer mit einem leeren Sessel, das eine Atmosphäre von digitaler Bedrohung vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes sowie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnen vor einer perfiden Betrugsmasche beim Kurznachrichtendienst WhatsApp. Cyberkriminelle versuchen derzeit vermehrt, über gefälschte Abstimmungs-Links Konten zu kapern und fremde Endgeräte heimlich mit den Profilen der Betroffenen zu verknüpfen.

Vertraute Kontakte als Köder

Die Betrugsnachrichten erreichen potenzielle Opfer meist direkt über ein bereits kompromittiertes Konto eines bekannten Kontakts oder Freundes. Dadurch wirken die Anfragen auf den ersten Blick glaubwürdig. Die Kriminellen bitten darin um Unterstützung bei einem Wettbewerb, beispielsweise um eine Stimme für ein angebliches Kind mit Namen wie Sophia oder Eliska abzugeben.

Der mitgeschickte Link führt auf eine manipulierte Abstimmungsseite. Dort werden Betroffene aufgefordert, ihre Handynummer sowie einen WhatsApp-Bestätigungscode einzugeben. Alternativ nutzen die Angreifer Vorwände, um das Scannen eines QR-Codes zu verlangen.

Wie auch die Kantonspolizei Zürich im Rahmen einer Warnung vor der Masche darlegt, dient der QR-Code in Wahrheit dazu, das eigene WhatsApp-Konto als Web-Sitzung mit einem betrügerischen Gerät zu koppeln.

Durch diese sogenannte Gerätekopplung oder das Phänomen des heimlichen Koppelns erhalten die Täter vollen Zugriff auf das Konto. Sie können bestehende Chats mitlesen und unbemerkt Nachrichten im Namen des eigentlichen Inhabers versenden.

Reale Schäden durch Identitätsdiebstahl

Dass diese Angriffe unmittelbar zu finanziellem Schaden führen können, zeigt ein Vorfall bei der Polizei Schalksmühle. Dort meldete ein Betroffener sein Messenger-Konto als gehackt, nachdem ein Unbekannter in seinem Namen eine Nachricht an seinen Bruder verschickt hatte.

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Der Absender forderte darin unter dem Vorwand eines erreichten Kartenlimits eine Überweisung in Höhe von 430 Euro. Der Bruder stand bereits kurz vor der Ausführung der Echtzeitüberweisung, ehe die Nachricht im Chat gelöscht wurde.

Technischer Hintergrund der Angriffswelle ist die seit 2021 bestehende Multi-Geräte-Funktion von WhatsApp. Diese erlaubt es, bis zu vier zusätzliche Geräte ohne aktives Haupt-Smartphone dauerhaft mit einem Profil zu betreiben. Berichten zufolge machen 90 Prozent der Nutzer unbewusst Fehler bei den grundlegenden Kontoeinstellungen, was den Kriminellen die unbemerkte Übernahme erleichtert.

Typische Warnzeichen und empfohlene Schutzmaßnahmen

Verbraucherschützer und Sicherheitsbehörden weisen auf mehrere Alarmsignale hin, an denen sich die Täuschung erkennen lässt:
- Hoher künstlicher Zeitdruck bei der Stimmabgabe
- Bitten um Unterstützung für gänzlich unbekannte Kinder
- Angeblich besonders knappe Punktestände bei der Abstimmung
- Aufforderungen zur Preisgabe von Telefonnummern oder Sicherheits- und Bestätigungscodes

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Nutzer sollten derartige Codes grundsätzlich niemals an Dritte weitergeben oder auf externen Seiten eintragen. Bei einem Verdacht auf eine Manipulation raten die Polizei und Verbraucherschützer dazu, im Messenger unter den Kontoeinstellungen den Menüpunkt für verknüpfte Geräte zu überprüfen.

Dort lassen sich verdächtige oder nicht zuordenbare Sitzungen sofort abmelden. Zudem wird dringend empfohlen, die Zwei-Faktor-Authentifizierung mit einer sechsstelligen PIN zu aktivieren, um das Profil wirksam vor unbefugten Neuanmeldungen zu schützen.

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