WhatsApp-Konten: SingCERT warnt vor Schadsoftware in Geschäftsdokumenten
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 12:53 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Cyber Security Agency of Singapore (CSA) schlägt über ihr Notfallteam SingCERT Alarm: Kriminelle nutzen kompromittierte WhatsApp-Konten, um bösartige Software zu verbreiten.
Wie die Behörde in einem Bericht mitteilt, wurden bereits mehrere Fälle registriert, bei denen Schadprogramme im Gewand harmlos wirkender Geschäftsdokumente an Nutzer verschickt wurden. Da die Nachrichten teilweise von bereits bekannten Kontakten stammen, wiegen sich die Empfänger oft in falscher Sicherheit.
Automatisierte Weiterverbreitung und Übernahme von Sitzungen
Nach dem Öffnen der manipulierten Dateien greift die Schadsoftware tief in das System ein. Sie versendet sich selbsttätig weiter an hinterlegte Kontakte des betroffenen Profils, was zu einer schnellen Ausbreitung der Kampagne führt.
Für die Opfer birgt die Infektion weitreichende Gefahren: Die Angreifer können unbefugt auf das Gerät zugreifen, sensible Zugangsdaten stehlen und aktive Sitzungen von WhatsApp Web kapern. Zudem besteht das Risiko einer umfassenden Überwachung des Nutzers, was insbesondere beim Online-Banking zu finanziellen Schäden führen kann.
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Ähnliche Angriffsmuster registrieren auch andere Behörden. So veröffentlichte das pakistanische Computer-Notfallteam NCERT kürzlich eine dringliche Warnung vor gezielten Phishing- und Schadsoftware-Angriffen über WhatsApp Web, WhatsApp Desktop und E-Mail auf Windows-Systeme. Dort gaben sich Kriminelle als Regierungsbeamte aus, um über gefälschte Dokumente Fernzugriff zu erlangen, Passwörter abzugreifen und Webeinzelsitzungen zu übernehmen.
Auch in Europa stehen Messenger-Dienste verstärkt im Fokus krimineller Aktivitäten. Die französische Gendarmerie nationale warnte vor Betrugsnachrichten vermeintlicher Bekannter, über die Konten übernommen und Geldforderungen an das persönliche Umfeld verschickt wurden.
In Deutschland warnte die Polizei Oberpfalz vor dem sogenannten Ghost Pairing, bei dem sich Täter unbemerkt mit fremden Konten verknüpfen, um anschließend Kontakte um Geldüberweisungen zu bitten.
Empfohlene Sicherheitsmaßnahmen für Nutzer
Zur Abwehr solcher Angriffe rät SingCERT zu erhöhter Wachsamkeit beim Empfang von Dateien. Unerwartet zugesandte Dateianhänge mit Endungen wie .exe, .iso oder .zip sollten grundsätzlich nicht geöffnet werden. Wenn Bekannte oder Geschäftskontakte überraschend Dokumente übermitteln, empfiehlt sich eine Verifizierung über einen alternativen Kommunikationskanal, beispielsweise durch einen direkten Telefonanruf.
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Besteht der Verdacht einer Infektion, sollte das betroffene Gerät umgehend vom Netzwerk getrennt und mit einem Sicherheitsüberprüfungsprogramm gescannt werden. Zudem sollten Nutzer in den WhatsApp-Einstellungen regelmäßig die Liste der verknüpften Geräte prüfen und verdächtige oder nicht mehr genutzte Verbindungen unverzüglich trennen.
Zur grundlegenden Absicherung rät die Cybersicherheitsbehörde zur Aktivierung der Zwei-Schritt-Verifizierung sowie zum regelmäßigen Einspielen von Software- und Systemaktualisierungen. Sollten betrügerische Transaktionen im Online-Banking festgestellt werden, müssen Betroffene unverzüglich ihr Kreditinstitut sowie die Polizei verständigen.
