WhatsApp-Malware, Cyberkriminelle

WhatsApp-Malware: Cyberkriminelle stehlen Bankdaten über RATs

27.06.2026 - 14:09:10 | boerse-global.de

Banken verschärfen Sicherheitsstandards gegen Malware, während Indien KI-Richtlinien für Finanzinstitute erlässt.

Globale Sicherheitsinitiativen für digitales Banking und KI-Regulierung
WhatsApp-Malware - Hände tippen auf Laptop-Tastatur, sicheres digitales Schloss-Symbol auf dem Bildschirm, symbolisiert Online-Banking-Sicherheit. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die weltweite Zunahme digitaler Zahlungen zwingt Finanzinstitute und Aufsichtsbehörden zu einem grundlegenden Sicherheitsupdate. Banken in Asien und den USA reagieren mit neuen Richtlinien auf eine Welle von Hackerangriffen.

Neue Standards für den sicheren Online-Zugang

Die ICICI Bank veröffentlichte am 27. Juni 2026 einen umfassenden Leitfaden für ihr Netbanking-System. Ziel ist es, den Login-Prozess zu vereinfachen und gleichzeitig die Sicherheitsstandards zu erhöhen. Auch andere Institute setzen auf verbesserte digitale Angebote: Bravera etwa bewirbt seit dem 26. Juni seinen 24/7-Mobil- und Online-Banking-Service, der Überweisungen und Mobile Deposits in mehreren US-Bundesstaaten ermöglicht.

Auf den Philippinen setzt die Robinsons Bank auf digitale Kontoeröffnung. Die Bank erhielt Anerkennung für eine App, die mit nur einem Ausweisdokument und elektronischer Identitätsprüfung (e-KYC) auskommt. Ende 2019 verfügte das Institut über Vermögenswerte von umgerechnet rund 2,1 Milliarden Euro.

Cyberkriminelle nutzen WhatsApp für Malware-Attacken

Der Vorstoß für sicherere Zugänge kommt nicht von ungefähr. Das malaysische Cyber-Notfallteam MyCERT warnte am 26. Juni 2026 vor einer neuen Malware-Kampagne. Die Angreifer verbreiten schädliche .vbs-Dateien über WhatsApp Web und Desktop – getarnt als Rechnungen oder Kontoauszüge. Installiert werden sogenannte Remote Access Trojans (RATs), die Passwörter, PINs und Einmalcodes (OTPs) stehlen.

Anzeige

Angesichts raffinierter Malware-Attacken auf WhatsApp und Online-Banking ist ein veraltetes Smartphone ein enormes Sicherheitsrisiko. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber zeigt Ihnen in 5 einfachen Schritten, wie Sie Ihr Android-Gerät effektiv vor Hackern und Datenverlust schützen. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

Das Problem ist nicht neu: Bereits im April 2009 warnten Risikomanager der Hawaii Credit Union League vor Phishing als Massenphänomen. Experten betonen: Die Methoden werden immer raffinierter, Banken und Kreditgenossenschaften müssen ihre Sicherheitssysteme permanent nachrüsten.

Indische Notenbank reguliert KI in der Finanzbranche

Die Reserve Bank of India (RBI) reagiert auf die wachsende Bedeutung von Technologie mit einem neuen Rahmenwerk für das Risikomanagement. Die im Juni 2026 veröffentlichten Richtlinien zielen speziell auf Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) in Banken, Finanzfirmen und Fintechs ab. Stellungnahmen sind bis zum 24. Juli möglich.

Die Kernforderungen: Der Vorstand muss die KI-Modelle überwachen. Bei risikoreichen Entscheidungen ist menschliches Eingreifen Pflicht. Zudem verlangt die RBI einen „Kill Switch“ für automatisierte Systeme. Die Institute haften auch für Fehler von Drittanbietern.

Anzeige

Nicht nur Banken, auch deutsche Unternehmen müssen sich jetzt auf neue Regeln wie die EU-KI-Verordnung einstellen. Sichern Sie sich diesen kostenlosen Umsetzungsleitfaden, um alle Fristen, Risikoklassen und Dokumentationspflichten für KI-Systeme rechtssicher zu erfüllen. Kostenloses E-Book zum EU AI Act herunterladen

Digitaler Zahlungsverkehr boomt – Malaysia als Vorreiter

Der Fokus auf Sicherheit folgt einem rasanten Anstieg digitaler Transaktionen. Die malaysische Zentralbank BNM meldet: 2025 stiegen die E-Payment-Transaktionen um 25 Prozent. Jeder Malaysier tätigte im Schnitt 538 digitale Zahlungen. Kontaktloses Bezahlen legte um 20 Prozent zu, DuitNow-QR-Transaktionen verdoppelten sich auf drei Milliarden.

Auch reine Digitalbanken wachsen. GXBank verzeichnet, dass über 50 Prozent seiner Kunden weniger als umgerechnet 600 Euro monatlich verdienen – ein Zeichen für die zunehmende Akzeptanz digitaler Bankdienstleistungen in niedrigeren Einkommensschichten. Die Kunden der Bank erhielten 2025 Zinszahlungen in Höhe von umgerechnet rund 5,7 Millionen Euro.

Für mehr Transparenz sorgt ein neues Online-Portal: Die malaysische Zentralbank startete am 26. Juni 2026 „Semak Kasih“. Bürger können damit rund 50.000 nicht abgerufene Versicherungs- und Takaful-Policen verfolgen. „Das Portal integriert digitale Dienstleistungen tiefer in die nationale Finanzinfrastruktur“, erklärte Vizegouverneur Adnan Zaylani.

de | wissenschaft | 69640326 |