WhatsApp-Malware: Kaspersky warnt vor Rechnungs-Trojaner weltweit
25.06.2026 - 13:14:54 | boerse-global.de
Gleichzeitig reagieren Anbieter mit neuen Schutzfunktionen – und die Politik plant schärfere Regeln für soziale Netzwerke.
Malware-Kampagne nutzt gekaperte Konten
Kaspersky-Experten haben eine internationale Angriffswelle identifiziert. Die Täter verschicken über kompromittierte WhatsApp-Konten schädliche VBScript-Dateien – getarnt als Rechnungen oder Kontoauszüge. Betroffen sind neben Deutschland auch Brasilien, Singapur, Vietnam und Malaysia.
Öffnet ein Nutzer die Datei, startet eine mehrstufige Infektionskette. Ziel: Die Installation von Fernwartungssoftware auf Windows-PCs. Die Angreifer erhalten vollen administrativen Zugriff. Die Nachrichten liegen in Deutsch, Englisch und Französisch vor.
Fachleute raten zur Vorsicht bei Anhängen mit Endungen wie .vbs, .exe oder .ps1 – selbst wenn sie von bekannten Kontakten stammen.
WhatsApp und Google bauen Schutz aus
WhatsApp reagiert mit neuen Warnfunktionen für Android und iOS. Das System zeigt künftig Hinweise an, wenn ein neues Gerät mit dem Konto verknüpft wird. Auch bei Chats mit unbekannten Teilnehmern erscheint ein Warnhinweis. Eine Beta-Version erlaubt zudem, Personen direkt in Text-Statusupdates zu erwähnen.
Google zieht nach: Ein neuer Schutzmodus für Android blockiert Apps aus unbekannten Quellen. Auch die Berechtigungen für Barrierefreiheitsdienste werden eingeschränkt – sie werden oft von Malware missbraucht. Eine automatische Diebstahlerkennung und ein Neustart-Mechanismus nach 72 Stunden Inaktivität ergänzen das Paket. Sicherheitsrelevante Ereignisse speichert das System zwölf Monate lang verschlüsselt.
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Politik fordert Altersgrenze von 13 Jahren
Parallel zur technischen Ebene mischt sich die Politik ein. Eine von Familienministerin Karin Prien eingesetzte Expertenkommission legte einen Katalog mit 56 Handlungsempfehlungen vor. Zentraler Punkt: eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für soziale Medien.
Die Kommission fordert zudem ein Verbot von algorithmischen Feeds, personalisierter Werbung und Endlos-Scroll-Funktionen für Minderjährige. Prien strebt eine europäische Lösung an, schließt eine nationale Regelung noch dieses Jahr aber nicht aus.
Rund 300.000 Jugendliche zeigen laut Schätzungen bereits ein abhängiges Nutzungsverhalten. Ab 2027 könnte eine Altersprüfung über die EUDI-Wallet technisch umgesetzt werden.
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Hardware gegen Quantencomputer-Angriffe
Während Software-Updates kurzfristige Lücken schließen, bereitet sich die Halbleiterindustrie auf langfristige Risiken vor. STMicroelectronics stellte mit dem ST54M einen Chip vor, der speziell gegen Angriffe durch Quantencomputer geschützt ist. Das Bauteil nutzt neue kryptografische Algorithmen nach den Standards FIPS-203 und FIPS-204 – und soll digitale Schlüssel und Identitäten in Mobilgeräten dauerhaft sichern.
