WhatsApp-Nutzernamen: Indische Regierung stoppt Funktion fĂŒr 500 Mio. Nutzer
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 01:11 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Nach dem Streit um eine geplante Nutzername-Funktion bei WhatsApp will die indische Regierung einen gemeinsamen Regulierungsrahmen fĂŒr alle Messaging-Plattformen schaffen. Das Ministerium fĂŒr Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) arbeitet an einheitlichen Standards fĂŒr digitale Sicherheit und Strafverfolgung.
Sorge vor Betrug und IdentitÀtsdiebstahl
Der VorstoĂ fĂŒr vereinheitlichte Regeln erfolgte, nachdem MeitY EinwĂ€nde gegen WhatsApps PlĂ€ne fĂŒr ein nutzernamenbasiertes Identifikationssystem erhoben hatte. Regierungsvertreter schlugen Alarm: Eine solche Funktion könnte zu einer Zunahme von Online-Betrug, IdentitĂ€tsdiebstahl und sogenannten âDigital Arrest"-Maschen fĂŒhren.
Die Abkehr von der telefonnummernbasierten Identifikation wĂŒrde die Strafverfolgung erheblich erschweren, so die EinschĂ€tzung von MeitY-Vertretern. Das Ministerium betont, dass die Sicherheitsstandards fĂŒr alle Anbieter einheitlich sein mĂŒssen â nur so seien durchgĂ€ngige Schutzmechanismen gewĂ€hrleistet.
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Reaktionen der Plattformen
Als Reaktion auf die Bedenken verschickte MeitY förmliche Aufforderungen an mehrere groĂe Messaging-Dienste â darunter WhatsApp, Telegram und Signal. WhatsApp, das in Indien rund 500 Millionen Nutzer zĂ€hlt, hat dem Ministerium zugesichert, die Nutzername-Funktion erst nach Abschluss der laufenden Konsultationen einzufĂŒhren.
Telegram hat ebenfalls geantwortet und seine bestehenden Sicherheitsvorkehrungen dargelegt. Signal hingegen hat sich bislang nicht gemeldet. In einem weiteren Schritt kĂŒndigte Zohos Messaging-App Arattai an, ihre eigene Nutzername-Funktion zu deaktivieren â in Ăbereinstimmung mit der Position der Regierung.
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Einheitliche Standards in Arbeit
Die indische Regierung arbeitet derzeit an einem gemeinsamen Regulierungsrahmen fĂŒr alle Messaging-Plattformen im Land. Ziel ist es, die Regeln fĂŒr Nutzeridentifikation und BetrugsprĂ€vention zu vereinheitlichen.
Der Streit um die Nutzernamen war zwar der unmittelbare Auslöser, doch das Ministerium verfolgt ein gröĂeres Ziel: Alle Plattformen â unabhĂ€ngig von GröĂe oder spezifischen Funktionen â sollen denselben Sicherheits- und Transparenzanforderungen genĂŒgen. Parallel zu den regulatorischen GesprĂ€chen testet WhatsApp bei Android-Nutzern ĂŒbrigens weitere Funktionen wie Geburtstagsbenachrichtigungen. Der Fokus der Regierung liegt jedoch klar auf den grundlegenden Regeln fĂŒr die Identifikation auf den Plattformen.
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