WhatsApp, Avatar-Funktion

WhatsApp stellt Avatar-Funktion ein: Meta fokussiert auf Sicherheit und KI

07.05.2026 - 02:15:43 | boerse-global.de

Meta stellt die 3D-Avatar-Funktion nach drei Jahren ein und behebt zwei gravierende Sicherheitslücken im Messenger.

WhatsApp stellt Avatar-Funktion ein: Meta fokussiert auf Sicherheit und KI - Foto: über boerse-global.de
WhatsApp stellt Avatar-Funktion ein: Meta fokussiert auf Sicherheit und KI - Foto: über boerse-global.de

Der Messenger-Dienst beendet sein 3D-Avatar-Experiment nach drei Jahren – und schließt zeitgleich kritische Sicherheitslücken.

WhatsApp zieht den Stecker: Die personalisierten Avatare, mit denen Nutzer digitale Doppelgänger als Profilbilder und Sticker erstellen konnten, werden eingestellt. Das berichten Branchenquellen übereinstimmend. Der Schritt markiert eine strategische Wende für den Meta-Konzern, der sich künftig stärker auf Kernfunktionen, Sicherheit und Künstliche Intelligenz konzentrieren will.

Die Avatar-Funktion war Ende 2022 mit großem Tamtam eingeführt worden – mitten im Hype um das Metaverse. Damals träumte Meta-Chef Mark Zuckerberg noch von einer Welt, in der Nutzer als digitale Figuren durch virtuelle Räume schlendern. Die Realität sieht anders aus: Die Funktion konnte sich bei den Milliarden WhatsApp-Nutzern nie richtig durchsetzen.

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Das Aus für die digitale Identität

Bereits in den kommenden Updates soll die Möglichkeit entfallen, neue Avatare zu erstellen oder zu bearbeiten. Bestehende Sticker bleiben vorerst nutzbar, doch als aktive Profilbilder werden die digitalen Figuren verschwinden. Ein genauer Zeitplan für die vollständige Entfernung des Editors steht noch aus.

„Die Nutzerzahlen rechtfertigten die Entwicklungskosten einfach nicht", heißt es aus Analystenkreisen. Der Schritt folgt einem branchenweiten Trend: Große Tech-Konzerne streichen zunehmend kosmetische Spielereien zugunsten von Leistung und Datenschutz.

Kritische Sicherheitslücken geschlossen

Parallel zum Avatar-Aus hat Meta zwei gravierende Sicherheitslücken gestopft. Die Schwachstellen – als CVE-2026-23863 und CVE-2026-23866 katalogisiert – hätten Angreifern Tür und Tor öffnen können.

Die erste Lücke betraf die Windows-Version von WhatsApp: Angreifer konnten schädliche Dateien als harmlose Anhänge tarnen. Die zweite Schwachstelle steckte in der Verarbeitung KI-generierter Nachrichten für Instagram-Reels, die über WhatsApp geteilt wurden. Sowohl iOS- als auch Android-Nutzer waren betroffen.

Behörden wie das indische Cert-In und das Hongkonger HKCERT haben bereits Warnungen herausgegeben und fordern Nutzer auf, ihre Apps sofort zu aktualisieren. Meta zufolge gibt es bislang keine Hinweise auf eine aktive Ausnutzung der Lücken.

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Der große Strategiewechsel

Die Einstellung der Avatare ist kein isolierter Schritt. Sie passt in ein größeres Bild: Meta sortiert sich neu. Der Konzern muss derzeit einen 250-Millionen-Dollar-Rechtsstreit (rund 230 Millionen Euro) verdauen – es geht um angeblich verzögerte KI-Funktionen in Siri und anderen Systemen.

Gleichzeitig treibt WhatsApp praktische Verbesserungen voran. Tester entdeckten in der Android-Beta einen neuen „Mehr"-Button, der überfüllte Chat-Listen entwirren soll. Weniger genutzte Unterhaltungen wandern dann in einen separaten Tab.

Branche im Umbruch

Während WhatsApp seine Funktionen verschlankt, verändert sich die gesamte Mobilfunklandschaft. Samsung und Qualcomm haben am 6. Mai erfolgreich 5G Power Class 1 für Fixed Wireless Access validiert. Die Technologie verspricht bis zu zehnmal höhere Upload-Geschwindigkeiten am Zellenrand und eine um fast 40 Prozent größere Reichweite. Marktreife: voraussichtlich 2027.

Apple arbeitet derweil an iOS 26.5 – mit einer echten Innovation: Erstmals soll die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Chats zwischen iPhone und Android kommen. Ein Meilenstein für die plattformübergreifende Sicherheit.

Und OpenAI treibt die Entwicklung eines eigenen „KI-Agenten-Handys" voran. Der Start ist für die erste Jahreshälfte 2027 geplant, mit einem speziell angefertigten MediaTek-Prozessor.

Was bleibt?

Die Ära der WhatsApp-Avatare geht leise zu Ende – ohne großes Aufsehen, ohne Fanfare. Sie scheiterten an der Natur des Dienstes: WhatsApp ist ein Werkzeug, kein Spielplatz. Nutzer wollen hier Nachrichten verschicken, nicht ihre digitale Identität zur Schau stellen.

Der Blick nach vorn gehört der integrierten KI. Analysten erwarten, dass WhatsApp in den kommenden Monaten Funktionen wie intelligente Chat-Organisation und KI-gestützte Assistenten ausrollen wird. Das iOS-27-Update im Herbst 2026 soll es Nutzern sogar erlauben, zwischen verschiedenen KI-Modellen für Text- und Bildgenerierung zu wechseln.

Der digitale Avatar auf WhatsApp mag Geschichte sein – die Ära des KI-Agenten hat gerade erst begonnen.

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