WhatsApp-Warnung, Meldungen

WhatsApp-Warnung: Über 50 Meldungen zu gefälschten Abstimmungen im Oktober

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 16:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Behörden melden gefälschte Abstimmungen, mit denen Täter WhatsApp-Zugänge übernehmen und anschließend Geld von Kontakten verlangen.
Ein schmaler, in dämmriges Licht getauchter Flur mit einer geschlossenen Tür am Ende, der eine Atmosphäre von Anonymität vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Europäische Sicherheitsbehörden schlagen Alarm wegen einer Angriffswelle auf WhatsApp-Konten: Cyberkriminelle nutzen gefälschte Nachrichten über angebliche Wettbewerbe, um Kontrollrechte über Benutzerkonten zu erlangen.

Wie unter anderem die französische Gendarmerie nationale, die spanische Policía Nacional sowie das Schweizer Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) feststellen, bitten Angreifer dabei im Namen bekannter Kontakte um die Teilnahme an Online-Votings, etwa für vermeintliche Kinder-Tanzwettbewerbe.

Perfide Masche mit erfundenen Tanzwettbewerben

Die Angreifer versenden Nachrichten, in denen sie um Unterstützung für angebliche Teilnehmerinnen wie „Sophie“ oder „Eliska“ bitten. Die spanische Policía Nacional stellte klar, dass eine Kunstfigur wie „Eliska, la niña bailarina“ überhaupt nicht existiere und der Aufruf lediglich als Köder diene.

Die Links werden über bereits kompromittierte Konten aus dem Adressbuch der Opfer verschickt – häufig von Verwandten wie der Mutter, dem Partner oder dem Bruder. Nach einer geglückten Übernahme verschickt das System die Nachricht automatisch an sämtliche Kontakte der Betroffenen weiter.

Die französische Gendarmerie nationale identifizierte unter anderem betrügerische Internetadressen wie academybalet.lat und fibsdance.site. Die Links führen auf fingierte Abstimmungsseiten, auf denen die Opfer ihre Telefonnummer eingeben sollen. Anschließend wird ein per SMS versandter Bestätigungscode abgefragt. Übermitteln Nutzer diesen Code auf der Seite, verbinden die Kriminellen das fremde WhatsApp-Konto direkt mit ihrem eigenen Gerät.

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Varianten über SMS-Codes und QR-Functions

Das Schweizer Bundesamt für Cybersicherheit warnte am 27. Oktober 2026 vor der Vorgehensweise. Allein im Oktober 2026 registrierte die Behörde über 50 offizielle Meldungen zu gefälschten Wettbewerbs-Abstimmungen über WhatsApp, wobei diese Zahl lediglich die dem BACS direkt gemeldeten Fälle und nicht die Gesamtzahl der Vorfälle in der Schweiz abbildet.

Nach Angaben des BACS treten im Wesentlichen zwei Varianten auf: Einerseits der Diebstahl des klassischen Registrierungscodes via SMS, andererseits die Aufforderung zum Scannen eines QR-Codes über die WhatsApp-Funktion „Verknüpfte Geräte“.

Nach Angaben von WhatsApp führt eine Neuregistrierung dazu, dass andere zuvor aktive Geräte abgemeldet werden. Haben die Täter zudem eine eigene PIN für die Zwei-Schritt-Verifizierung eingerichtet, kann dies eine siebentägige Wartezeit für den eigentlichen Besitzer auslösen.

Ein IT-Sicherheitsexperte legte dar, dass Kombinationen aus Links, Webformularen und QR-Codes zum vollständigen Datenabgriff führen. Zudem wies er darauf hin, dass Google standardmäßig Telefonnummern mit verknüpften Diensten teilt.

Finanzielle Forderungen und unbemerkte Zugriffe

Neben dem Identitätsdiebstahl versuchen Betrüger im weiteren Verlauf oft, Geld zu erbeuten. Nach Angaben der spanischen Polizei fordern Kriminelle über übernommene Konten Beträge per Überweisung oder über den Bezahldienst Bizum an eine abweichende Nummer. Als Vorwand diene häufig die Behauptung, das eigene Karten- oder Transaktionslimit sei erreicht.

Die Ermittler berichten zudem von Fällen, in denen Täter Konten nutzen, ohne dass Betroffene Passwörter oder QR-Codes aktiv herausgegeben haben. In solchen Konstellationen behalten die rechtmäßigen Inhaber mitunter den Zugriff auf die Anwendung, bekommen die betrügerisch versendeten Nachrichten jedoch nicht angezeigt.

Bei zahlreichen Anzeigen der Policía Nacional sowie weiteren behördlich erfassten Fällen handelte es sich um iPhones, auf denen nicht das jüngste Betriebssystem-Update installiert war.

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Empfohlene Schutzmaßnahmen

Die Sicherheitsbehörden raten dringend dazu, keine verdächtigen Links anzuklicken und unter keinen Umständen per SMS erhaltene Verifizierungscodes oder Passwörter weiterzugeben. Ebenso sollten Nutzer niemals unaufgeforderte Geräteverbindungen bestätigen.

Zur Absicherung empfehlen die Experten das Aktivieren der Zwei-Schritt-Verifizierung in den Kontoeinstellungen von WhatsApp sowie das regelmäßige Prüfen der Menüoption „Verknüpfte Geräte“, um unbefugte Sitzungen umgehend zu beenden.

Zudem sollten sowohl WhatsApp als auch die Betriebssysteme von Smartphones stets auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Wurde ein Konto kompromittiert, sollten Kontakte über alternative Kanäle wie Anrufe oder SMS gewarnt und Anzeige erstattet werden. Bei unberechtigten Geldübertragungen sei zudem sofort die Hausbank zu kontaktieren.

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