Ehec-FĂ€lle, Vorpommern

Ehec-FÀlle in Vorpommern und Belgien hÀngen nicht zusammen

03.09.2025 - 16:36:04

Wie es zu den steigenden Ehec-Infektionen in Norddeutschland kam, ist noch unklar. In einer anderen Frage deutet sich eine Entwarnung an.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gibt es keine Hinweise darauf, dass die jĂŒngsten Ehec-AusbrĂŒche in Mecklenburg-Vorpommern und Belgien zusammenhĂ€ngen. Bei den Erkrankten in belgischen Seniorenheimen sei ein anderer Ehec-Typ nachgewiesen worden, sagte eine RKI-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. 

Seit Mitte August sind nach aktuellen Angaben des Landesamtes fĂŒr Gesundheit und Soziales (Lagus) 31 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern an Ehec erkrankt (Stand Mittwoch). Die meisten von ihnen sind Kinder. 12 der Betroffenen entwickelten HUS, was zur Zerstörung der roten Blutkörperchen, Blutgerinnungsstörungen und Funktionsstörungen der Nieren fĂŒhren kann. Von den Erkrankten werden nach Lagus aktuell 19 stationĂ€r behandelt. Die Ursache der Ehec-Infektionen ist den Angaben zufolge weiter unklar.

Aus Belgien sind nach Behördenangaben bislang 8 TodesfÀlle bekannt, Krankheitssymptome zeigten insgesamt 63 Personen (Stand 1. September). Den Angaben zufolge sind acht Heime betroffen, in vier weiteren finden noch Untersuchungen statt.

Kinder besonders gefÀhrdet

Ehec-Ansteckungen gibt es regelmĂ€ĂŸig. Im aktuellen Fall in Norddeutschland ist die Aufmerksamkeit dennoch hoch, unter anderem, weil so viele Kinder in recht kurzer Zeit von betroffen sind. 

Ehec steht fĂŒr enterohĂ€morrhagische Escherichia coli und bezeichnet bestimmte krankmachende StĂ€mme des Darm-Bakteriums, die vor allem bei WiederkĂ€uern wie Rindern vorkommen. Die Mikroben können zum Beispiel durch kontaminierte Lebensmittel auf den Menschen ĂŒbertragen werden.

Sie produzieren sogenannte Shigatoxine: starke Zellgifte, die bei Menschen schwere Durchfallerkrankungen sowie das sogenannte hĂ€molytisch-urĂ€mische Syndrom (HUS) verursachen können, eine Komplikation, die zu Nierenversagen fĂŒhren kann. Kinder sind besonders gefĂ€hrdet, weil ihr Immunsystem und ihre Organe noch nicht ausgereift sind.

@ dpa.de