Wiener KI-Ampeln: Rund 200 Druckknopf-Anlagen sollen umgerüstet werden
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 09:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Stadt Wien treibt die Modernisierung ihrer Verkehrsinfrastruktur voran und weitet das Netz künstlich intelligenter Ampelanlagen aus. Ziel der Maßnahme ist es, den Verkehrsfluss im Stadtgebiet zu verbessern und Wartezeiten für alle Verkehrsteilnehmer zu reduzieren. Die zugrundeliegende Technologie befindet sich bereits seit 2019 im städtischen Einsatz und wird nun sukzessive auf weitere Standorte übertragen.
Wie aus einem aktuellen Medienbericht hervorgeht, sollen insgesamt rund 200 herkömmliche Druckknopfampeln schrittweise mit der KI-Technologie ausgestattet werden. Davon befinden sich bereits etwa 30 Anlagen im regulären Betrieb.
Im Rahmen des fortlaufenden Rollouts ging am 1. September 2026 die erste entsprechende Anlage im Bezirk Floridsdorf ans Netz. Die Kreuzung Donaufelder Straße, Theodor-Körner-Gasse und Plankenbüchlergasse dient dort als neuester Knotenpunkt für die automatisierte Verkehrsregelung.
Sensoren erfassen Fußgänger und Mobilitätshilfen
Das System basiert auf einer Kombination aus optischen Sensoren und Kameras. Diese überwachen ein Areal von rund 30 m² vor dem jeweiligen Fußgängerübergang. Nähert sich eine Person der Furt, analysieren Algorithmen das Bewegungsmuster, um die Absicht zum Überqueren der Fahrbahn frühzeitig zu registrieren und die Grünphase automatisiert anzufordern, ohne dass ein physischer Knopfdruck erforderlich ist.
Moderne Technologien wie KI-basierte Verkehrssteuerungen erfordern klare Leitlinien für einen verantwortungsvollen Einsatz in der Verwaltung. Dieser kostenlose Alltags-Schutz-Check verrät, worauf es im öffentlichen Dienst wirklich ankommt. Vier Fragen vor KI-Fehlern in der Verwaltung bewahren
Darüber hinaus erkennt das System spezifische Merkmale und Hilfsmittel wie Rollstühle, Gehhilfen oder Kinderwagen. Stellt die Software fest, dass Personen zusätzliche Zeit für die Überquerung der Straße benötigen, passt die Steuerung die Dauer des Signals an und verlängert die Grünphase bei Bedarf eigenständig. Dies soll die Verkehrssicherheit mobilitätseingeschränkter Menschen sowie von Familien im Straßenraum erhöhen.
Lokale Datenverarbeitung und Forschungskooperation
Hinsichtlich des Schutzes personenbezogener Daten betont die Stadt Wien, dass die erfassten Videoaufnahmen nicht gespeichert werden. Die Auswertung der Bild- und Sensordaten erfolge vollständig lokal direkt am jeweiligen Ampelmast. Personenbezogene Merkmale werden nicht dauerhaft archiviert oder an zentrale Server übermittelt, womit das System den städtischen Datenschutzvorgaben entspricht.
Wer im öffentlichen Sektor moderne Lösungen einführt, muss Rechtsstaatlichkeit und Fairness jederzeit garantieren können. Dieser kostenlose Leitfaden bietet Verwaltungen praktische Tipps und einen Selbsttest für den rechtskonformen Umgang mit KI. So nutzen Verwaltungen KI 2026 rechtssicher
Entwickelt wurde die Hard- und Softwarelösung in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Graz. Neben der flexiblen Steuerung von Fußgängerquerungen soll das System perspektivisch noch breiter im Wiener Verkehrsnetz verankert werden.
Für die kommenden Ausbaustufen ist vorgesehen, Straßenbahnen und weitere Verkehrsmittel des öffentlichen Nahverkehrs stärker in die intelligente Signalsteuerung einzubinden, um deren Taktung und Vorrangschaltungen weiter zu optimieren.
