Wildpflanzen, Entzündungen

Wildpflanzen gegen Entzündungen: Fischgrätengemüse und Portulak im Fokus

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 15:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wissenschaftliche Studien belegen entzündungshemmende Wirkung traditioneller Wildpflanzen wie Portulak und Mädesüß.

Wildpflanzen-Forschung: Neues Potenzial gegen Entzündungen
Nahaufnahme verschiedener Wildgemüse und Kräuter, darunter Myosoton aquaticum und Chiliblätter, auf einer Holzoberfläche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Analysen aus dem Juli 2026 zeigen: Traditionell genutzte Gewächse bergen enormes Potenzial für die Behandlung chronischer Entzündungen und Schmerzzustände.

Fischgrätengemüse und Chiliblätter im Labor

Das sogenannte Fischgrätengemüse (Myosoton aquaticum) wächst an Reisfeldrändern in Nordvietnam. Dr. Ngo Duc Phuong vom Institut für Traditionelle Medizin fand in der Pflanze signifikante Mengen an Flavonoiden, Saponinen und Phenolsäuren. Vorstudien deuten auf eine harntreibende und entzündungshemmende Wirkung hin.

Die antioxidativen Eigenschaften gelten in der Fachwelt als vielversprechend. Allerdings betonen die Forscher: Bei schweren Infektionen ersetzt das Wildgemüse keine antibiotische Therapie.

Parallel untersuchen Wissenschaftler Chiliblätter (Capsicum spp.) als nährstoffreiches Heilkraut. Die Blätter enthalten Vitamin A und C sowie Carotinoide und Flavonoide. Studien belegen eine antioxidative und antibakterielle Wirkung. Im Vergleich zur Frucht enthalten die Blätter nur geringe Mengen Capsaicin – sie gelten als verträglicher. Bei bekannten Allergien oder Magenproblemen ist dennoch Vorsicht geboten.

Portulak und Mädesüß: Alte Pflanzen, neue Erkenntnisse

Portulak (Portulaca oleracea sowie Peperomia pellucida) wächst in tropischen und gemäßigten Zonen. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) setzt ihn als kühlend und entgiftend ein. Chemische Analysen identifizierten Carotol, Arylpropanoide und Peperomin.

Forschungsergebnisse deuten darauf hin: Diese Verbindungen wirken nicht nur entzündungshemmend, sondern senken auch den Cholesterinspiegel. Sie könnten sogar krebsschützende Eigenschaften besitzen. Zudem enthält die Pflanze essenzielle Mineralstoffe wie Eisen, Kalium und Magnesium.

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Das Echte Mädesüß (Filipendula ulmaria) dient als historisches Beispiel für die Nutzbarmachung pflanzlicher Wirkstoffe. Seine Salicylverbindungen waren das Vorbild für Aspirin. Traditionell lindert Mädesüß Gelenk- und Muskelschmerzen sowie fieberhafte Erkältungen. Die enthaltenen Gerbstoffe schonen die Magenschleimhaut – ein Vorteil gegenüber synthetischen Salicylaten.

Caffeesäure gegen Krebs?

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf Caffeesäure, einem natürlichen Phenylpropanoid. Präklinische Studien zeigen signifikante Effekte gegen das Hepatozelluläre Karzinom (HCC).

Die Wirkmechanismen umfassen die Modulation reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) sowie die Hemmung der VEGF-Angiogenese – der Gefäßneubildung in Tumoren. Zudem erschweren die Substanzen die Ausbreitung von Tumorzellen. Trotz dieser positiven Ergebnisse fehlen klinische Studien am Menschen.

Foraging: Natur ernten, aber richtig

Mit dem wachsenden Interesse an Wildgemüse steigt auch der Trend zum Foraging – dem Sammeln essbarer Pflanzen. Die Handstraußregel erlaubt das Sammeln in geringen Mengen für den Eigenbedarf. Ausgenommen sind Naturschutzgebiete und Privatgrundstücke.

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Das größte Risiko bleibt die Verwechslung mit giftigen Doppelgängern. Besonders gefährlich: Bärlauch und Maiglöckchen sehen sich täuschend ähnlich.

Während die Forschung an natürlichen Wirkstoffen voranschreitet, professionalisiert sich die medizinische Ausbildung. Mitte Juli fand in Can Tho die „Stroke Intervention School“ statt – mit rund 500 Experten aus über 15 Ländern. Dr. Nguyen Ngo Quang vom Gesundheitsministerium betonte dort die wachsende Bedeutung von KI und digitaler Transformation für die Präzisionsmedizin bis 2030. Diese Fortschritte könnten künftig helfen, Wirkstoffkonzentrationen und Einsatzgebiete pflanzlicher Extrakte genauer zu bestimmen.

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