Baby-Bilder, Windelpackungen

Baby-Bilder auf Windelpackungen - oft ein Problem

03.11.2023 - 08:06:57

Windelpackungen wollen mit niedlichen Babybildern werben. Doch einer Studie zufolge werden schlafende SĂ€uglinge darauf oft so gezeigt, wie sie nicht liegen sollten.

Schlafende Babys auf Windelpackungen in Europa sind einer Studie zufolge hĂ€ufig nicht den Schlafempfehlungen gegen plötzlichen Kindstod entsprechend abgebildet. Das zeigt eine Untersuchung von Windelpackungen fĂŒr SĂ€uglinge unter fĂŒnf Kilogramm in Deutschland und zehn weiteren europĂ€ischen LĂ€ndern, die im «Journal of Pediatrics» veröffentlicht wurde.

Insgesamt fanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den elf LĂ€ndern 311 Windelpackungen, auf denen schlafende Babys abgebildet wurden. Fast 80 Prozent von ihnen verstießen demnach gegen mindestens eine von drei Empfehlungen gegen plötzlichen Kindstod: Sie zeigten das Baby beim Schlafen beispielsweise nicht in RĂŒckenlage, neben losen Objekten oder neben einer anderen Person liegend.

In Deutschland waren nur auf gut einem Viertel der untersuchten Windelpackungen mit schlafendem Baby SÀuglinge entsprechend den PrÀventionstipps abgebildet. Die Experten raten, per Gesetz nur solche Bilder auf Kinderpflegeprodukten zu erlauben, die den Schlafempfehlungen gegen plötzlichen Kindstod entsprechen.

Unter plötzlichem Kindstod (SIDS) werden rasche und unerwartete, aber als natĂŒrlich eingestufte TodesfĂ€lle von SĂ€uglingen verstanden. Das Risiko fĂŒr SIDS gilt im zweiten bis vierten Lebensmonat als am höchsten und sinkt bis zum Ende des ersten Lebensjahres. Fast immer sterben die Kinder im Schlaf.

Forscher mahnen zu PrÀvention

Die genauen Ursachen fĂŒr die TodesfĂ€lle sind nicht eindeutig geklĂ€rt, doch Forscherinnen und Forscher haben verschiedene Risikofaktoren identifiziert und mahnen zu PrĂ€vention. Seit Anfang der 1990er Jahre sank so in Deutschland die Zahl der plötzlichen Kindstode rapide. WĂ€hrend 1991 bundesweit noch 1285 Babys an SIDS starben und damit etwa 1,5 von 1000 SĂ€uglingen, waren es 2020 noch 84 - nur noch 0,1 von 1000 SĂ€uglingen.

Fachleute der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Schlafforschung und Schlafmedizin empfehlen, den SĂ€ugling zum Schlafen auf den RĂŒcken in ein eigenes Kinderbett zu legen. Das Kind sollte auf einer festen und geraden Unterlage liegen, also nicht mit GefĂ€lle, und zum Schlafen nicht fest eingewickelt werden.

Zu viel WĂ€rme sollte vermieden werden, eine Raumtemperatur von 18 Grad sei in der Nacht optimal. Statt einer Decke eigne sich ein Baby-Schlafsack. Auf Kissen, Fellunterlagen oder große Kuscheltiere, mit denen der SĂ€ugling sich ĂŒberdecken könnte, sollten Eltern verzichten.

Die Fachleute raten zudem, schon wĂ€hrend der Schwangerschaft auf eine rauchfreie Umgebung zu achten, dem Baby zum Schlafen den Schnuller anzubieten und stets darauf achtzugeben, dass die Atemwege des Kindes frei sind. Außerdem empfehlen sie, mindestens vier bis sechs Monate zu stillen.

@ dpa.de