Windows 11: Microsoft optimiert Speicherverwaltung für KI-PCs
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 13:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft bereitet umfassende Optimierungen an der Speicherverwaltung von Windows 11 vor, um die Effizienz des Systemspeichers zu steigern. Ziel dieser Initiative ist es, die wachsende Abhängigkeit von Hardware-Konfigurationen mit extrem hohen Arbeitsspeicherkapazitäten (High-Capacity-RAM) zu reduzieren.
Durch eine intelligentere Ressourcenverteilung soll das Betriebssystem auch auf Geräten mit moderaterer Hardware-Ausstattung eine stabilere Performance bieten.
Neue Funktionen zur Steuerung des Unified Memory
Im Zuge dieser Entwicklung wurde in der Windows 11 Build 29648.1000 eine versteckte Funktion mit der Bezeichnung „IntelligentCarveout“ entdeckt. Diese Funktion, die unter der Feature-ID 61121285 geführt wird und mit der Datei „SettingsHandlers_UnifiedMemory.dll“ verknüpft ist, ermöglicht es Anwendern erstmals, den sogenannten Unified Memory manuell zu verwalten.
Das System erlaubt dabei eine gezielte Aufteilung der Speicherressourcen zwischen der Grafikberechnung, KI-Anwendungen und den allgemeinen Systemprozessen.
Die Entdeckung der Funktion erfolgte im Testkanal für experimentelle zukünftige Plattformen. Den vorliegenden Informationen zufolge wird die Einstellung voraussichtlich im Menü unter Einstellungen > System > Erweitert > Unified Memory zu finden sein.
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Microsoft sieht hierbei verschiedene Voreinstellungsstufen vor, um den Nutzern Flexibilität bei der Ressourcenzuweisung zu bieten. Dazu gehören die Optionen Custom, Recommended, High, Maximum sowie eine Deaktivierungsmöglichkeit über die Einstellung „Don't allow“.
Fokus auf Hochleistungshardware und Mini-PCs
Die Einführung von „IntelligentCarveout“ zielt insbesondere auf Geräte ab, die über eine Unified-Memory-Architektur verfügen. Ein prominentes Beispiel hierfür ist der Nvidia RTX Spark, der eine Blackwell-GPU mit einer Grace-Arm-CPU kombiniert und über bis zu 128 GB gemeinsamen Speicher verfügt. Auch für den Einsatz in Mini-PCs wird die Funktion als relevant eingestuft.
Durch die neue Speicherverwaltung könnte die RTX-Spark-GPU Zugriff auf deutlich mehr Speicher erhalten, als die 32 GB VRAM der RTX 5090 bieten. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass der hierbei genutzte LPDDR5x-Speicher langsamer arbeitet als dedizierter Grafikspeicher. Microsoft hatte bereits im Mai dieses Jahres entsprechende Änderungen bestätigt, um den für Grafikprozessoren zugänglichen Speicherraum zu vergrößern.
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Auch der Mitbewerber AMD bietet mit der Funktion „Variable Graphics Memory“ eine vergleichbare Technologie an. Diese unterstützt beispielsweise auf dem Ryzen AI Max+ 395 Kapazitäten von bis zu 96 GB.
Marktdruck und Kritik an Systemanforderungen
Die Optimierungsmaßnahmen von Microsoft erfolgen vor dem Hintergrund zunehmender Kritik an der Ressourcenintensität von Windows. Kritiker bemängelten zuletzt, dass ein gewisser „Bloat“ – also unnötiger Ballast im Betriebssystem – die Leistungsfähigkeit moderner KI-PCs beeinträchtige. Als Reaktion darauf optimiert das Unternehmen nun die Speicherleistung auf Geräten, die mindestens über 8 GB RAM verfügen.
Zusätzlich steht das Betriebssystem unter wettbewerblichem Druck. Laut Daten von StatCounter sank der Marktanteil von Windows von etwa 80 % im Jahr 2021 auf zuletzt 71,18 % im Juli 2026. Gleichzeitig sorgt der anhaltende Boom im Bereich der Künstlichen Intelligenz für einen branchenweiten Anstieg der Speicherpreise, was die effiziente Nutzung vorhandener Ressourcen für Endverbraucher und Hersteller gleichermaßen dringlich macht.
