Windows 11: Microsoft schließt Rekord von 974 Sicherheitslücken
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 23:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat mit der Veröffentlichung des September-Updates KB5124008 für Windows 11 die vollständige Entfernung des Kommandozeilen-Tools WMIC (Windows Management Instrumentation Command-line) vollzogen.
Die Änderung ist Bestandteil der Build-Version 26200.9445 und markiert den endgültigen Abschluss eines langjährigen Ablösungsprozesses. Das Unternehmen warnte in diesem Zusammenhang ausdrücklich davor, das Werkzeug eigenhändig wiederherzustellen.
Bereits im Mai 2021 wurde WMIC mit der Windows-Version 10 21H1 als veraltet eingestuft. Der nun erfolgte Schritt dient primär der Erhöhung der Systemsicherheit. Laut vorliegenden Berichten wurde das Tool in der Vergangenheit systematisch von verschiedenen Ransomware-Gruppen missbraucht.
Unter anderem nutzten Varianten wie WannaCry, TeslaCrypt 4.1b, Serpent, WhiteRose, Zenis und Saturn die Schnittstelle, um Schattenkopien (Shadow Volume Copies) zu löschen und damit die Datenwiederherstellung für Opfer zu erschweren. Zudem wurde WMIC dazu verwendet, Ausnahmeregeln im Microsoft Defender zu hinterlegen, um die Entdeckung von Schadcode zu verhindern.
Historisches Ausmaß der Sicherheitskorrekturen
Das aktuelle Patch-Paket gilt in der Branche als außergewöhnlich umfangreich. Branchenanalysten und Sicherheitstracker wie Rapid7 sowie die Zero Day Initiative verzeichnen für den September 2026 insgesamt 974 behobene Sicherheitslücken – die höchste monatliche Anzahl in der Geschichte des Microsoft Patch Days. Andere Zählungen schwanken je nach Erhebungsmethode zwischen 964 und 997 Schwachstellen.
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Von den geschlossenen Lücken werden 105 als kritisch eingestuft, wobei 81 Korrekturen das Risiko einer Remote Code Execution (RCE), also der Fernausführung von Schadcode, adressieren. Zudem wurden 20 Schwachstellen als wurmfähig identifiziert, was eine unkontrollierte Ausbreitung innerhalb von Netzwerken ermöglichen würde. Insgesamt hat Microsoft im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 bereits 2.760 Sicherheitslücken geschlossen.
Akut ausgenutzte Zero-Day-Lücken
Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Entwickler zwei Zero-Day-Schwachstellen, die bereits aktiv für Angriffe ausgenutzt wurden. Die Lücke CVE-2026-81963 betrifft den Windows Update Stack und ermöglicht eine Privilegieneskalation auf System-Ebene.
Bei der zweiten Schwachstelle handelt es sich um CVE-2026-85880, einen Heap-Overflow im Advanced Local Procedure Call (ALPC), der einen Ausbruch aus der Sandbox-Umgebung erlaubt. Die US-Behörde CISA hat für Regierungsstellen eine Frist bis zum 22. September 2026 gesetzt, um diese kritischen Punkte durch das Einspielen der Updates abzusichern.
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Funktionale Erweiterungen und UI-Anpassungen
Neben den Sicherheitsaspekten bringt das Update funktionale Neuerungen für Windows 11. Die Aktualisierung KB5124008 für die Versionen 24H2 und 25H2 sowie KB5122880 für die Version 23H2 führen neue Schutzmechanismen wie die Administrator Protection und ML-KEM in TLS ein.
Im Bereich der Benutzeroberfläche wurden Anpassungsmöglichkeiten integriert, die unter anderem eine verschiebbare Taskleiste umfassen. Diese kann nun wahlweise oben, unten, links oder rechts auf dem Bildschirm positioniert werden.
Weiterhin umfasst das Release eine kompakte Ansicht, ein anpassbares Startmenü sowie die Option, Bing über einen Schalter zu deaktivieren. Für Nutzer von Windows 10 wurde das Sicherheitsupdate unter der Kennung KB5122878 bereitgestellt, während für Windows 11 zusätzlich die Versionen KB5124012 verfügbar sind.
Mehr zum Thema bei Windows Central: „Microsoft adds Bigfoot and Copilot key remapping in latest Windows 11 preview build“
