Windows Update: LG-Software spielte McAfee-Werbung 31 von 32 Mal ab
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 22:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach massiven Nutzerbeschwerden schreitet Microsoft ein: Der Konzern zwingt LG, aufdringliche Pop-up-Werbung auf Windows-Rechnern zu deaktivieren.
Das Problem betraf den „LG Monitor App Installer", der über den Windows-Update-Dienst auf PCs gelangte – und zwar ohne explizite Zustimmung der Nutzer. Einmal installiert, spielte die Software Werbung für McAfee-Sicherheitssoftware aus. Eine Untersuchung des Portals Gamers Nexus deckte das Ausmaß der Störung auf: Bei 31 von 32 Systemneustarts erschien die Werbeeinblendung.
Pavan Davuluri von Microsoft bestätigte am heutigen Montag, dass LG zugestimmt hat, die Pop-up-Werbung zu deaktivieren. Die Kampagne betraf vor allem Systeme in Nordamerika. Bereits am 17. Juli häuften sich Beschwerden in sozialen Netzwerken, erste Hinweise reichen sogar bis Mitte Juni zurück.
Scharfe Kritik aus der Branche
Die Praktiken von LG stießen auf heftige Gegenwehr aus der Tech-Branche. Tim Sweeney, CEO von Epic Games, kontaktierte persönlich Microsoft, um gegen das Verhalten der Software zu protestieren. Der Vorfall wirft grundsätzliche Fragen auf: Wie viel Kontrolle haben Nutzer eigentlich über die Software, die Hardware-Hersteller auf ihren Systemen installieren?
LG verteidigte zunächst seine allgemeine Methode zur Software-Auslieferung. Nach dem öffentlichen Druck zog der Konzern jedoch die Konsequenzen und entfernte die McAfee-Empfehlung. Microsofts Eingreifen bezog sich konkret auf das Pop-up-Verhalten, das auf Windows-11-Monitoren auftrat.
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Stiller Installationsmechanismus bleibt aktiv
Doch die Sache hat einen Haken: Der automatische Installationsmechanismus für die LG-Software läuft weiter. Die App wird nach wie vor über Geräte-Metadaten via Windows Update ausgeliefert – ohne dass der Nutzer eingreifen kann.
Technische Beobachter kritisieren, dass zwar die externen McAfee-Anzeigen verschwinden, der heimliche Installationsprozess selbst aber ein Ärgernis bleibt. Wer sich schützen will, kann versuchen, solche Installationen über spezielle Gruppenrichtlinien zu blockieren. Das grundlegende System jedoch, das Hardware-Herstellern erlaubt, Begleitsoftware aufzuspielen, bleibt intakt.
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Auch interne Werbeaktionen von LG könnten weiterhin in der Software-Oberfläche erscheinen. Die aktuelle Vereinbarung bezieht sich ausdrücklich nur auf die Drittanbieter-Pop-ups von McAfee. Ob Microsoft langfristig härtere Regeln für solche Praktiken durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.
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