WinRAR-Lücke: Russische Gamaredon nutzt CVE-2025-8088 gegen Ukraine
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 12:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB zugerechnete Hackergruppe Gamaredon setzt eine Sicherheitslücke in der Komprimierungssoftware WinRAR für gezielte Angriffe gegen ukrainische Ziele ein. Experten identifizierten dabei eine komplexe Infektionskette, die auf den Diebstahl sensibler Informationen und die langfristige Kompromittierung von Systemen ausgelegt ist.
Im Zentrum der aktuellen Kampagne steht die Ausnutzung der Schwachstelle CVE-2025-8088. Über diesen Exploit gelangt Schadsoftware auf die Rechner der Opfer, wobei die Angreifer primär zwei spezialisierte Werkzeuge verwenden: den VBScript-Wurm GammaWorm sowie das Spionage-Tool GammaSteel, das primär für den Diebstahl von Daten entwickelt wurde.
Modulare Infektionskette und Tarnungsmechanismen
Analysen des Sicherheitsunternehmens Sekoia belegen, dass Gamaredon auf eine modulare Infektionskette setzt. Diese Struktur ermöglicht es den Angreifern, verschiedene Schadkomponenten je nach Zielumgebung flexibel nachzuladen oder zu modifizieren. Der Einsatz von GammaWorm dient dabei der initialen Verbreitung und der Etablierung eines dauerhaften Zugangs zum betroffenen Netzwerk.
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Besonders auffällig ist die genutzte Infrastruktur für die Steuerung der Schadsoftware. GammaWorm nutzt den Messaging-Dienst Telegram für die Kommunikation mit den Command-and-Control-Servern (C2). Durch den Rückgriff auf eine legitime und weit verbreitete Plattform versuchen die Akteure, ihre bösartigen Aktivitäten im normalen Netzwerkverkehr zu tarnen und herkömmliche Sicherheitslösungen zu umgehen.
Datenabfluss über Cloud-Infrastrukturen
Die zweite Komponente der Angriffswelle, GammaSteel, ist auf die Exfiltration entwendeter Informationen spezialisiert. Die von den Zielsystemen gestohlenen Daten werden nicht direkt an die Infrastruktur der Hacker gesendet, sondern in Cloud-Speicher von Amazon Web Services (AWS S3) übertragen.
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Diese Strategie der Nutzung öffentlicher Cloud-Dienste für den Datenabfluss erschwert die Entdeckung des Diebstahls erheblich. Da Datenübertragungen zu AWS in vielen Unternehmens- und Behördennetzwerken zum Standard gehören, fallen die Aktivitäten von GammaSteel in automatisierten Sicherheitsberichten seltener als Anomalien auf.
Die aktuellen Beobachtungen verdeutlichen die methodische Weiterentwicklung staatlich gelenkter Akteure im Kontext des Ukraine-Konflikts. Die Kombination aus bekannten Software-Schwachstellen und der missbräuchlichen Nutzung populärer Cloud- und Kommunikationsdienste stellt Cybersicherheitsexperten vor wachsende Herausforderungen bei der Identifizierung und Abwehr solcher Spionageaktivitäten.
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