Wohnungsmangel: 60.000 Einheiten aus BĂŒroflĂ€chen in sieben StĂ€dten
Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 11:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Statt Neubau auf der grĂŒnen Wiese rĂŒckt die Umwandlung alter Industrie- und BĂŒroflĂ€chen in den Fokus. Eine ifo-Studie beziffert das Potenzial allein in den sieben gröĂten deutschen StĂ€dten auf rund 60.000 Wohneinheiten. Bundweit fehlen jĂ€hrlich etwa 320.000 Wohnungen.
MĂŒnchen grĂŒndet âBĂŒro zu Wohnenâ-Agentur
Der MĂŒnchner Stadtrat hat im Sommer 2026 eine spezialisierte Umbauagentur beschlossen. Zwölf Stellen soll das âBĂŒro zu Wohnenâ umfassen. Ziel ist der Leerstand von BĂŒroflĂ€chen â er lag im ersten Quartal 2026 bei zehn Prozent. Insgesamt stehen in MĂŒnchen rund 1,8 Millionen Quadratmeter leer.
FĂŒnf Pilotprojekte sind fĂŒr 2026 geplant. Dazu gehören die âTen Towersâ, in denen Studentenwohnungen entstehen. OberbĂŒrgermeister Krause bezeichnete die Initiative als wesentlichen Baustein zur Entspannung des Wohnungsmarktes.
300 Millionen Euro Bundesförderung â aber mit Haken
Seit Juli 2026 lĂ€uft das KfW-Programm âGewerbe zu Wohnenâ. Es stellt 300 Millionen Euro bereit. Investoren erhalten bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit, maximal 300.000 Euro pro Investor.
Doch Fachleute warnen: Die Laufzeit betrĂ€gt nur ein halbes Jahr. Zudem fehlt eine Mietpreisbindung. Hohe technische HĂŒrden wie Brandschutz und Belichtung erschweren die Umwandlung tiefer BĂŒro- oder LagergebĂ€ude.
Wer den Wohnungsmangel in deutschen GroĂstĂ€dten angehen will, findet im neuen Praxis-Leitfaden die wichtigsten Schritte zur Umwandlung von BĂŒroflĂ€chen â inklusive Förderguide und sieben erfolgreichen Beispielen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Vom Retourenlager zur Studentenwohnung
In Pforzheim zeigt ein Projekt, wie es geht. Aus einem ehemaligen Retourenlager eines VersandhĂ€ndlers wurden 42 möblierte Wohnungen. Die Ein- und Zweieinhalb-Zimmer-Wohnungen ab 39 Quadratmetern richten sich an Studierende und Berufspendler. Das Projekt erhielt einen Preis fĂŒr Beispielhaftes Bauen.
Weitere Beispiele:
- Hamburg-Lurup: Auf einem ehemaligen Schleifmittel-Areal entsteht die âLuruper Schleifeâ. Die Mieten beginnen bei etwa 7,75 Euro pro Quadratmeter.
- Bremen-Neustadt: Eine traditionsreiche Silberwarenfabrik wird zum Quartier mit rund 150 Wohnungen, Senioren-Appartements und einer Kita. Fertigstellung der Neubauten: 2030.
- MĂŒnster: Auf einem ehemaligen KasernengelĂ€nde entstehen im âOXCampâ 42 Wohnungen fĂŒr 183 junge Menschen. Fertigstellung: Sommer 2027.
- Berlin-Pankow: In der BaumbachstraĂe lĂ€uft seit MĂ€rz 2026 die Revitalisierung eines WerkstattgelĂ€ndes. 140 Mietwohnungen in Holzhybridbauweise entstehen bis zum zweiten Quartal 2028.
Nachhaltigkeit als Bauprinzip
Die KfW-Förderung âGewerbe zu Wohnenâ lĂ€uft nur ein halbes Jahr â und viele Projekte scheitern an technischen HĂŒrden wie Brandschutz. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie die HĂŒrden ĂŒberwinden und die Förderung optimal nutzen. Förderguide jetzt sichern
In Berlin-Pankow streben die Bauherren den Standard eines Effizienzhauses 40 an. Zudem soll eine DGNB-Gold-Zertifizierung erreicht werden. Auch das Pforzheimer Projekt ĂŒberzeugte die Jury durch ZukunftsfĂ€higkeit und Nachhaltigkeit.
Der Trend ist klar: Kompakte, oft möblierte Wohneinheiten in urbanen Lagen entstehen aus alter Industrieinfrastruktur. Ob sich die Potenziale aus der ifo-Studie realisieren lassen, hÀngt von der weiteren Förderung und flexibleren Genehmigungsprozessen ab.
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