WWI, Halsschlagader

WWI und Halsschlagader: Studie findet 31 Prozent höhere Odds für Verdickung

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 10:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Taillenindex steht mit Gefäß- und Knochenveränderungen in Verbindung, eignet sich laut Studie jedoch nicht allein zur Gefäßvorsorge.
Ein schlichter, sonnendurchfluteter Untersuchungsraum in einer ländlichen Klinik mit Holztisch und Stuhl. Illustration mit AI erstellt.

Anthropometrische Indizes spielen in der kardiometabolischen Risikobewertung eine wachsende Rolle, um subklinische Gefäßschäden frühzeitig zu erfassen.

Eine Querschnittsstudie im Fachjournal BMC Cardiovascular Disorders (DOI 10.1186/s12872-026-06909-z) analysierte den Zusammenhang zwischen dem gewichtsbasierten Taillenindex (Weight-adjusted Waist Index, WWI) und der Verdickung der Halsschlagaderwand (Carotid Intima-Media Thickness, CIMT).

Die Untersuchung wurde in einer ländlichen Region mit niedrigem Einkommensniveau in Nordchina durchgeführt, wie aus einem Bericht von bioengineer.org vom 29.10.2026 hervorgeht.

Statistische Zusammenhänge und diagnostische Grenzen bei Gefäßveränderungen

Die Auswertung der Daten ergab eine signifikante Verbindung zwischen dem Index und den Gefäßmaßen. Für den Zusammenhang zwischen dem WWI und der mittleren CIMT ermittelten die Forscher einen Regressionskoeffizienten von 0,009 bei einem p-Wert von 0,012. Bei der Betrachtung der CIMT-Verdickung als binäres Outcome zeigte sich ein Odds Ratio von 1,309 (95%-KI 1,059–1,617, p=0,013). Dies entspricht einer um rund 31% höheren Odds für eine Gefäßwandverdickung je zusätzlicher WWI-Einheit.

Trotz dieser Assoziation erweist sich die diagnostische Trennschärfe als gering. Die Fläche unter der ROC-Kurve (AUC) lag für den WWI allein bei 0,557 (p=0,012), bei einem optimalen Schwellenwert von 10,374. Aufgrund dieser begrenzten Diskriminationsfähigkeit stuften die Autoren den Index als ungeeignet für ein eigenständiges Screening ein.

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Zudem überstanden beobachtete Subgruppen-Effekte – etwa bei Personen ab 60 Jahren, Männern, Nicht-Diabetikern sowie bei Teilnehmenden mit Hypertonie oder höherer Bildung – die statistische Korrektur für Mehrfachvergleiche nicht. Wegen des Querschnittsdesigns lassen die Resultate zudem keine Rückschlüsse auf kausale Mechanismen zu.

Anthropometrische Indizes im Kontext weiterer metabolischer Risiken

Ergänzende Befunde verdeutlichen, dass der WWI auch über Gefäßveränderungen hinaus mit strukturellen Gewebeveränderungen verknüpft ist. Eine Querschnittsstudie auf Basis von Daten des US-amerikanischen NHANES-Programms, veröffentlicht im Fachblatt BMC Endocrine Disorders, befasste sich mit dem Einfluss verschiedener anthropometrischer Maße auf das Skelettsystem, wie scienmag.com in einem Bericht vom 28.10.2026 meldete.

In dieser Kohorte von 4.683 Teilnehmern ab 20 Jahren mit bestehendem Diabetes oder Prädiabetes lag bei 1.814 Personen ein Knochenverlust in Form von Osteopenie oder Osteoporose vor. Der Vergleich der jeweils höchsten mit den niedrigsten Quartilen zeigte für den WWI sowie für die Indizes ABSI, WHtR und BRI eine erhöhte Knochenverlust-Prävalenz.

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Nach vollständiger statistischer Adjustierung betrug das Odds Ratio für Knochenverlust 1,13 für den WWI, 1,07 für ABSI, 1,09 für WHtR und 1,09 für BRI. Dabei wiesen ABSI und WWI eine lineare Dosis-Wirkung-Beziehung auf, während der Verlauf bei WHtR und BRI nicht-linear ausfiel.

Die AUC-Werte zur Identifikation von Knochenverlust erreichten 0,782 für den WWI, 0,778 für ABSI, 0,781 für WHtR und 0,783 für BRI. Darüber hinaus zeigten sich signifikante Interaktionen mit Faktoren wie Alter, Hypertonie und Alkoholkonsum. Die Autoren diskutieren diese Indizes als potenzielle Biomarker, weisen jedoch ebenfalls darauf hin, dass das Querschnittsdesign der Erhebung keine Kausalität begründen kann.

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