XEN1701: Schmerzmittel-Kandidat erreicht über 75 Prozent Rezeptorbesetzung
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Entwicklung von wirksamen, nicht-opioiden Schmerztherapien bleibt ein zentrales Feld der pharmazeutischen Forschung. Auf dem Kongress der International Association for the Study of Pain (IASP) in Bangkok, der vom 26. bis zum 30. Oktober 2026 stattfand, stellte das Unternehmen Xenon Pharmaceuticals erste klinische Phase-1-Ergebnisse für zwei Wirkstoffkandidaten vor: den NaV1.7-Inhibitor XEN1701 sowie den KV7-Öffner XEN1120. Die vorgelegten Daten beleuchten die Verträglichkeit sowie die pharmakokinetischen Profile beider Substanzen bei gesunden Probanden.
Ergebnisse zu XEN1701 im peripheren und zentralen Nervensystem
Der Spannungsgesteuerte Natriumkanal NaV1.7 spielt eine zentrale Rolle bei der Übertragung von Schmerzsignalen. In der Phase-1-Studie untersuchte Xenon Pharmaceuticals den Inhibitor XEN1701 an 76 Probanden, während 22 Teilnehmer ein Placebo erhielten.
Laut einem Bericht vom 29. Oktober 2026 erzielte der Wirkstoff bei einer Verabreichung von zweimal täglich (BID) eine Rezeptorbesetzung von mehr als 75 Prozent sowohl im peripheren als auch im zentralen Nervensystem.
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Hinsichtlich der Sicherheit erwies sich XEN1701 als gut verträglich, und es traten keine dosislimitierenden behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse (TEAEs) auf. Kardiovaskuläre TEAEs wurden bei 6,6 Prozent der mit XEN1701 behandelten Probanden verzeichnet, gegenüber 4,2 Prozent in der Placebogruppe.
Die am Menschen ermittelte Rezeptorbesetzung steht im Einklang mit präklinischen Daten: In Untersuchungen an Cynomolgus-Affen führte eine NaV1.7-Rezeptorbesetzung von über 75 Prozent zu einer Schmerzreduktion von rund 85 bis 100 Prozent.
KV7-Öffner XEN1120 und kardiovaskuläre Beobachtungen
Parallel zu den Daten über XEN1701 stellte Xenon Pharmaceuticals die Phase-1-Ergebnisse für den Kaliumkanal-Modulator XEN1120 vor. An dieser Studie nahmen 54 Probanden unter dem Verum und 18 Personen unter Placebo teil. Den Ergebnissen zufolge erreichte der Wirkstoffkandidat Plasmaspiegel, die in pharmakologischen Modellen als prädiktiv wirksam gelten.
Im Verträglichkeitsprofil von XEN1120 traten spezifische kardiovaskuläre Auffälligkeiten auf. Eine Tachykardie wurde bei 33,2 Prozent der Teilnehmer in der Verum-Gruppe beobachtet, während die Rate in der Placebogruppe bei 12,5 Prozent lag. Die Aktivierung von KV7-Kanälen zielt darauf ab, die neuronale Übererregbarkeit zu dämpfen, bedarf jedoch aufgrund möglicher Einflüsse auf die Herzfrequenz einer weiteren differenzierten Auswertung.
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Geplante Phase-2-Studien für das Jahr 2027
Mit dem Abschluss der Phase-1-Prüfungen definiert Xenon Pharmaceuticals die nächsten Schritte im klinischen Entwicklungsplan. Das Unternehmen plant, in der ersten Jahreshälfte 2027 (H1 2027) Phase-2-Proof-of-Concept-Studien im Indikationsbereich akuter Schmerz einzuleiten.
In diesen Folgestudien soll geprüft werden, ob sich die in gesunden Probanden nachgewiesenen Rezeptor- und Plasmaspiegel in eine messbare klinische Schmerzlinderung bei Patienten übertragen lassen.
