Xiaomi-Roboter: Erstmals lÀuft eine komplette Acht-Stunden-Schicht im Werk
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Integration humanoider Roboter in reale ProduktionsablĂ€ufe gewinnt zunehmend an Kontur. Ein zentraler Orientierungspunkt fĂŒr den Ăbergang von Laborbedingungen in industrielle Werkshallen zeigt sich bei Xiaomi: Wie Berichte ĂŒber die World Internet Conference in Wuzhen darlegen, absolvierte ein humanoider Roboter des Unternehmens erstmals eine vollstĂ€ndige Acht-Stunden-Schicht im werkseigenen Automobilwerk.
An der Montagestation fĂŒr Mittelkonsolen-Seitenverkleidungen deckte der Einsatz die regulĂ€re Tagesproduktion ab. Das System korrigierte auftretende Prozessanomalien dabei selbststĂ€ndig.
Trainingsdaten und Modelle hinter dem Schichtbetrieb
Die technische Basis des Xiaomi-Roboters bildet das Modell Xiaomi-Robotics-1. Dieses wurde am 16. Juli vorgestellt und im August als Open Source freigegeben. FĂŒr das Training nutzte der Hersteller mehr als 100.000 Stunden Daten aus 1.700 Szenen und 260 Aufgabentypen, basierend auf realen Manipulationsdaten sowie der Methodik des Universal Manipulation Interface.
Laut Xiaomi belegte das Modell im Juli den ersten Platz in den Benchmarks RoboCasa 365 und RoboDojo. Abseits des Automobilwerks demonstrierte das System seine FĂ€higkeiten zudem in einem Haushaltstest: In einer 32-minĂŒtigen Aufnahme bewĂ€ltigte der Roboter ĂŒber 50 Aufgaben in drei verschiedenen RĂ€umen.
ValidierungslÀufe und Schichtbetrieb im Branchenvergleich
Auch andere Technologieunternehmen erproben humanoide Plattformen unter industriellen Einsatzbedingungen. AgiBot setzte drei G2-Roboter auf einer Pilot-Validierungslinie des Automatisierungslieferanten PIA Automation ein.
Bei Montageprozessen fĂŒr Batteriemanagementsysteme â darunter Teileladen, Montage, Verpackung und Materialtransport â erzielten die Einheiten laut Firmenangaben eine Erfolgsrate von mehr als 99,9 Prozent bei PrĂ€zisionsaufgaben.
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Im Rahmen des rund um die Uhr laufenden Validierungslaufs lag die maximale Zykluszeit bei 13 Sekunden pro Operation, wĂ€hrend bei reflektierenden Metallteilen eine Platziergenauigkeit von unter einem Millimeter erreicht wurde. UnabhĂ€ngige Daten zu Volumen, Fehlerraten oder Stillstandzeiten liegen fĂŒr diesen Pilotlauf allerdings nicht vor.
In Nanchang wurden zudem acht Einheiten des AGIBOT G2 beim Fertiger Longcheer fĂŒr QualitĂ€tsprĂŒfungen getestet. Ăber sechs Tage und mehr als 22 Stunden kumulierter Arbeitszeit hinweg fĂŒhrten die Roboter 23.384 Aufgaben mit einer Erfolgsrate von 99,97 Prozent durch.
Die Zykluszeit erreichte dabei 80 bis 90 Prozent des menschlichen Niveaus. Um industrielle Leistungen vergleichbar zu erfassen, stellte AgiBot am 29. Oktober auf dem Innovation Day in Shanghai die Metrik Worken vor, die aktive Einheiten, autonome Arbeitsstunden und ein EffizienzverhÀltnis im Vergleich zu Facharbeitern kombiniert.
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Langzeittests in der Automobilfertigung meldete zudem Figure AI. Das Modell Figure 02 absolvierte ĂŒber einen Zeitraum von elf Monaten Zehn-Stunden-Schichten im BMW-Werk Spartanburg in South Carolina und verzeichnete dabei mehr als 90.000 Zyklen in der Blechverarbeitung.
In Lagertests im ersten Quartal erzielte das System eine Erfolgsrate von 94 Prozent bei komplexen Pick-and-Place-Aufgaben. Die aktuellen TestlĂ€ufe verdeutlichen, dass humanoide Plattformen schrittweise von isolierten Einzelaufgaben zu lĂ€ngeren, zusammenhĂ€ngenden SchichteinsĂ€tzen in Fertigungslinien ĂŒbergehen.
