Xiaomi schafft Nürburgring-Rekord: Autonomes Fahren 10:29 Minuten
29.06.2026 - 10:04:45 | boerse-global.de
Konzernkreisen zufolge erwägt Volkswagen, die milliardenschwere Zusammenarbeit mit dem Zulieferer Bosch zu beenden. Das gemeinsame Entwicklungsprojekt, das 2022 startete, habe nicht die erhofften Fortschritte gebracht.
1,5 Milliarden Euro – und wenig Durchbruch
Rund 1,5 Milliarden Euro hat Volkswagen in die Kooperation mit Bosch gesteckt. Das Ziel: moderne Fahrerassistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen zur Serienreife bringen. Doch die Ergebnisse enttäuschen offenbar. Die entwickelte Technologie gilt intern als nicht wettbewerbsfähig – ein herber Rückschlag für den Konzern.
Der mögliche Bruch mit Bosch ist Teil eines größeren Sparkurses. Volkswagen will interne Entwicklungen straffen und reagiert damit auf den wachsenden Druck aus den USA und China. Dort sind die Konkurrenten im Rennen ums autonome Fahren deutlich weiter.
Deutsche Projekte hinken hinterher
Während in Wolfsburg noch über Strategien diskutiert wird, sammeln internationale Anbieter längst Praxiserfahrung. Die deutschen Vorzeigeprojekte Edgar und Moia stecken weiter in der Testphase. In den USA und China dagegen sind kommerzielle Robotaxi-Dienste längst Alltag.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Waymo, der Pionier aus dem Google-Umfeld, hatte bis März 2026 rund 354 Millionen Kilometer mit seiner autonomen Flotte zurückgelegt. Die Sicherheitsbilanz ist beeindruckend – 94 Prozent weniger schwere Unfälle und 82 Prozent weniger Verletzungen im Vergleich zu menschlichen Fahrern.
Ein weiteres Ausrufezeichen setzte der chinesische Hersteller Xiaomi: Am 29. Juni absolvierte ein Fahrzeug des Unternehmens die erste offiziell zertifizierte autonome Runde auf der Nürburgring-Nordschleife. Die Zeit: 10:29,483 Minuten. Eine Demonstration technischer Reife, die in Deutschland derzeit niemand bieten kann.
Neue Regeln für die Branche
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Die Politik zieht nach. Am 25. Juni 2026 verabschiedeten die Vereinten Nationen die erste globale technische Regelung für automatisierte Fahrsysteme (ADS GTR). China war maßgeblich an der Entwicklung beteiligt. Die neuen Vorschriften vereinheitlichen Sicherheitsanforderungen, Testverfahren und Herstellerpflichten in 54 Vertragsstaaten.
Ein wichtiger Schritt – doch für deutsche Hersteller kommt er spät. Der Vorsprung der Konkurrenz ist gewaltig.
Jobs in Gefahr: Der Preis der Transformation
Die Neuausrichtung hat drastische Folgen für die Belegschaft. Volkswagen plant offenbar, bis 2030 rund 100.000 Stellen zu streichen – etwa ein Sechstel der gesamten Belegschaft. Auch Mercedes-Benz baut ab: Das Unternehmen bietet Abfindungsprogramme an und erwägt in Teilen die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche.
Selbst Tesla kommt nicht zur Ruhe. In der Gigafactory Berlin wehrt sich das Management gegen die Forderung der IG Metall nach einer 35-Stunden-Woche. Werksleiter André Thierig warnte zuletzt, ein Wahlsieg der Gewerkschaft bei den Betriebsratswahlen 2026 könnte künftige Erweiterungen gefährden. Immerhin: Die Löhne stiegen am Standort 2026 um vier Prozent – insgesamt liegt das Plus seit Produktionsstart bei 25 Prozent.
Sicherheitsdebatte bleibt brandaktuell
Während Waymo 354 Millionen Kilometer unfallärmer fährt und Xiaomi den Nürburgring-Rekord holt, droht deutschen Herstellern der Anschlussverlust. Dieser Report zeigt, wie Sie mit einer klaren Kosten-Nutzen-Analyse und einem 5-Schritte-Haftungsplan die Wende schaffen. Haftungsplan und Analyse jetzt sichern
Die Diskussion um Haftung und Sicherheit begleitet die Branche weiter. Teslas Full Self-Driving-System (Version 14.3.4) steht nach einem tödlichen Unfall am 19. Juni 2026 in Katy, Texas, erneut in der Kritik. Der Hersteller erklärte, der Fahrer habe das System manuell übersteuert. Parallel dazu einigte sich Tesla am 26. Juni in einem weiteren Todesfall außergerichtlich – während Bundesbehörden Millionen Fahrzeuge mit der Technik untersuchen.
Die Frage, wer haftet, wenn Maschinen fahren, ist längst nicht beantwortet. Für Volkswagen und die gesamte deutsche Industrie wird sie zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
