Vögel, Deutschland

Bevölkerung soll Wintervögel melden

09.01.2026 - 04:00:16

ZĂ€hlen fĂŒr den Naturschutz: Warum Wintervögel jetzt besonders gut zu beobachten sind und wie jeder bei der Aktion mitmachen kann.

Welche Vögel zeigen sich am Futterhaus? Das sollen BĂŒrgerinnen und BĂŒrger von Freitag bis Sonntag (9. bis 11. Januar) wieder bei der «Stunde der Wintervögel» beobachten. Bereits zum 16. Mal rufen der Landesbund fĂŒr Vogel- und Naturschutz (LBV) in Bayern und der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) gemeinsam zu der Mitmachaktion auf. Diese erhoffen sich dadurch Erkenntnisse darĂŒber, wie sich die Vogelwelt von Jahr zu Jahr verĂ€ndert.

Welche Vögel können beobachtet werden?

Wegen der frostigen Temperaturen stehen die Chancen gut, dass sich viele Vögel an den Futterstellen zeigen. «Sind Samen in den WÀldern rar oder durch Frost und Schnee nicht zugÀnglich, weichen viele Arten auf GÀrten oder Parks aus», erlÀutert die LBV-Biologin Angelika Nelson. 

Typische Wintervögel sind heimische Arten wie Haus- und Feldsperling, Kohl- und Blaumeise, Amsel oder Rotkehlchen. Es können aber auch WintergĂ€ste aus Skandinavien wie Bergfinken und Erlenzeisige auftauchen, die hierzulande ĂŒberwintern. In den vergangenen milden Wintern seien zudem Zugvögel wie Zilpzalp, MönchsgrasmĂŒcke oder Star hier geblieben, statt weiter in den SĂŒden zu ziehen, erlĂ€utert Nelson. 

Wie funktioniert die Mitmachaktion genau?

Wer mitmachen möchte, soll in dem Zeitraum eine Stunde lang die Vögel im Garten, am Balkon, vor dem Fenster oder im Park zĂ€hlen und ĂŒber das Meldeformular auf der Projekt-Homepage, per App oder beim LBV per Post melden. Dabei notiert man von jeder Art die höchste Anzahl, die wĂ€hrend dieser Stunde zum selben Zeitpunkt zu sehen ist. 

Auf keinen Fall sollte man dem Nabu zufolge die in dem Zeitraum beobachteten Vögel einfach zusammenzĂ€hlen. Sonst besteht die Gefahr, dass diese mehrfach erfasst werden. Wichtig ist außerdem, dass man von einem festen Ort - also nicht beim Spazierengehen - zĂ€hlt. 

Was gibt es Neues?

Ein besonderes Augenmerk legt der LBV in diesem Jahr auf die Vögel in der Stadt. Traditionell beteiligen sich nach dessen Angaben an der Mitmachaktion mehr Menschen, die auf dem Land leben. Vogelarten wie die Amsel haben aber StĂ€dte fĂŒr sich als Lebensraum entdeckt. «Parks und GĂ€rten in StĂ€dten bieten oft ein ganzjĂ€hriges Nahrungsangebot, besonders wenn es dort Futterstellen gibt» erlĂ€utert Nelson. Außerdem sei es in den StĂ€dten wĂ€rmer, was den Vögeln beim Überleben im Winter helfe.

@ dpa.de