Zahlungsbetrug: Push-Payment-Attacken kosten 179 Mio. Euro
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 16:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Central Bank of Ireland hat einen besorgniserregenden Anstieg der finanziellen Schäden durch Zahlungsbetrug gemeldet. Laut aktuellen Daten der Aufsichtsbehörde stiegen die Verluste durch betrügerische Zahlungen im Jahr 2025 um 27 % an.
Insgesamt summierten sich die Schadenssummen auf 179,04 Mio. €, nachdem sie im Jahr 2024 noch bei 140,80 Mio. € gelegen hatten. Dieser Trend unterstreicht die wachsende Professionalisierung von Betrügern, die vermehrt auf Methoden setzen, bei denen die Opfer selbst zur Freigabe von Transaktionen bewegt werden.
Autorisierter Zahlungsbetrug nimmt massiv zu
Ein zentraler Treiber für die steigenden Verlustzahlen ist der sogenannte autorisierte Push-Payment-Betrug (APP). Bei dieser Betrugsform werden Nutzer durch Täuschung dazu gebracht, eine Überweisung an ein Konto zu autorisieren, das unter der Kontrolle von Kriminellen steht. Den Angaben der Zentralbank zufolge machte dieser Bereich im Jahr 2025 bereits 45 % des gesamten Schadensbetrags aus, was einer Summe von 74,86 Mio. € entspricht.
Millionen Menschen nutzen täglich Online-Banking per Smartphone – ohne die richtigen Sicherheitsvorkehrungen ist das riskant. Experten warnen, dass einfache Schutzmaßnahmen oft fehlen, was zu Datenverlust und finanziellen Schäden führen kann. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken
Damit hat die Bedeutung von APP-Betrug innerhalb eines Jahres deutlich zugenommen. Im Vorjahr lag der Anteil dieser Betrugsart am Gesamtschaden noch bei 35,2 %. Die Entwicklung zeigt, dass klassische Sicherheitsmechanismen, die vor unbefugten Zugriffen schützen, zunehmend durch Manipulationstechniken umgangen werden, die direkt beim Endkunden ansetzen.
Herausforderung durch grenzüberschreitende Kriminalität
Ein weiteres markantes Merkmal der aktuellen Betrugslage ist die internationale Dimension der Transaktionen. Grenzüberschreitende Zahlungen machten im Berichtszeitraum den überwiegenden Teil der Verluste aus.
Laut der Central Bank of Ireland entfielen 69,8 % der Gesamtschäden auf grenzüberschreitende Vorgänge, was einer Summe von 124,89 Mio. € entspricht. Die Verfolgung dieser Gelder gestaltet sich für die Behörden oft schwierig, da die Beträge häufig über mehrere Jurisdiktionen hinweg transferiert werden, um die Spuren der Täter zu verwischen.
Wer sich mit der Sicherheit seiner mobilen Bankgeschäfte befasst, sollte die grundlegenden Einfallstore für Hacker kennen. Ein kostenloser PDF-Ratgeber zeigt Ihnen fünf einfache Schritte, mit denen Sie Ihr Android-Gerät effektiv absichern können. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen
Angesichts dieser Zahlen mahnen die Verantwortlichen der Zentralbank zu erhöhter Aufmerksamkeit im täglichen Zahlungsverkehr. Der stellvertretende Gouverneur der Central Bank of Ireland, Colm Kincaid, warnte in diesem Zusammenhang vor Transaktionen mit unbekannten Parteien. Er betonte, wie wichtig eine sorgfältige Prüfung der Empfängerdaten vor jeder Zahlungsfreigabe sei, um sich vor den zunehmend raffinierten Methoden der Betrüger zu schützen.
Die vorgelegten Daten verdeutlichen, dass der Kampf gegen den Finanzbetrug für Banken und Regulierungsbehörden eine Priorität bleibt. Während technische Sicherheitsvorkehrungen ständig weiterentwickelt werden, bleibt die Sensibilisierung der Verbraucher für Push-Payment-Szenarien ein entscheidender Faktor, um die steigenden Schadenssummen in der Zukunft zu begrenzen.
