WWF-Bericht: Igeln geht es schlechter, Seeadlern besser
27.12.2024 - 00:02:36Vielen geht es schlechter, anderen aber besser: Die Umweltstiftung WWF zieht fĂŒr das Jahr 2024 erneut eine durchwachsene Bilanz im Hinblick auf den weltweiten Artenschutz. «Tier- und Pflanzenarten verschwinden im Zeitraffertempo fĂŒr immer von unserem Planeten», sagte Kathrin Samson, VorstĂ€ndin Naturschutz beim WWF Deutschland.Â
Korallen, Borneo-Elefanten, das sĂŒdostasiatische Dschungel-Rind Banteng und Brillenpinguinen geht es laut WWF teils dramatisch schlechter. Und sogar der heimische Igel habe mit Problemen zu kĂ€mpfen. Die Zahl der WesteuropĂ€ischen Igel, auch Braunbrustigel genannt, geht demnach stark zurĂŒck. Die Art werde jetzt als «potenziell gefĂ€hrdet» eingestuft.Â
Zu den Verlierern zĂ€hlt der WWF auch den Wolf, dessen Schutzstatus der Europarat im Dezember herabgestuft hatte. Mit 200 Rudeln sei die Art auch in Deutschland noch nicht in einem sogenannten «gĂŒnstigen Erhaltungszustand».
WWF: Unermessliche Tragödie in KorallenriffenÂ
In den Korallenriffen der Erde vollzog sich laut WWF im zu Ende gehenden Jahr «eine Tragödie unermesslichen AusmaĂes». Die Klimakrise habe zu Rekordtemperaturen im Wasser gefĂŒhrt, durch die in den tropischen Meeren der ganzen Welt die Korallenriffe bleichen. «Die UnterwasserwĂ€lder der Meere stehen förmlich in Flammen. HĂ€lt dieser Zustand lĂ€nger an, drohen groĂe Teile dieser ikonischen LebensrĂ€ume abzusterben», hieĂ es.Â
Nur noch 1.000 Borneo-Elefanten in freier Wildbahn
Borneo-Elefanten sind mittlerweile so selten, dass nur noch rund tausend Exemplare in freier Wildbahn leben. Und auch der weltweite Banteng-Bestand ist stark geschrumpft - die Population wird nur noch auf etwa 3.300 Tiere geschĂ€tzt. Die Art gilt seit diesem Jahr als vom Aussterben bedroht. Ebenso Brillenpinguine, eine afrikanische Art. WĂ€hrend es 1956/57 noch 141.000 Brutpaare gab, werden jetzt laut WWF nur noch etwa 9.900 Paare gezĂ€hlt.Â
«Die Ursachen sind allesamt menschengemacht: Lebensraumzerstörung, Ăbernutzung und Wilderei, invasive Arten, Umweltverschmutzung sowie die Klimakrise», betonte Kathrin Samson mit Blick auf die bedrohten Arten.Â
Die Verlierer-Arten stehen laut WWF stellvertretend fĂŒr Tausende weitere bedrohte Arten. Laut der aktuellen Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) gelten rund 46.300 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten als bedroht.Â
Lichtblicke neben RĂŒckschritten
Neben den RĂŒckschritten sieht der WWF aber auch Lichtblicke: «Luchsen und Tigern geht es besser, Siamkrokodile, Meeresschildkröten und Thunfische kehren in ihre altangestammten LebensrĂ€ume zurĂŒck und der Seeadler ist im Aufwind», hieĂ es von der Stiftung.Â
In der Nordsee tauchen wieder vermehrt Blauflossen-Thunfische auf, die durch Ăberfischung lange Zeit verschwunden waren. Strenge Fangverbote und die BekĂ€mpfung illegaler Fischerei sorgen laut WWF dafĂŒr, dass die Population, die im Nordostatlantik wandert und im Mittelmeer laicht, wieder auf ein gutes Niveau anwachsen konnte.Â
Der Seeadler, der gröĂte europĂ€ische Greifvogel, war laut der Stiftung um 1900 fast vollstĂ€ndig ausgerottet. Heute leben in Deutschland demnach wieder mehr als 1.000 Brutpaare. Der WWF fĂŒhrt den Erfolg auch auf seine eigene Arbeit zurĂŒck, etwa das 1968 in Schleswig-Holstein ins Leben gerufene «Projekt Seeadlerschutz».Â
Die Population der Unechten Karettschildkröte erhole sich im Mittelmeer unter anderem durch die Reduzierung von Beifang und den Erhalt von NiststrĂ€nden. Die positiven Beispiele zeigten, dass es trotz RĂŒckschlĂ€gen und Krisen noch Chancen fĂŒr die Natur und uns Menschen gebe, so die Stiftung.

























