WWF-Bericht, Igeln

WWF-Bericht: Igeln geht es schlechter, Seeadlern besser

27.12.2024 - 00:02:36

Zerstörte LebensrÀume, Umweltverschmutzung, die Klimakrise und andere Ursachen bedrohen laut WWF zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Doch neben Verlierern sieht die Stiftung auch Gewinner.

  • Der WWF bezeichnet die Situation von Korallenriffen als Tragödie. (Archivbild) - Foto: Daniel Naupold/dpa

    Daniel Naupold/dpa

  • Die Zahl der WesteuropĂ€ischen Igel, auch Braunbrustigel genannt, geht stark zurĂŒck. (Archivbild) - Foto: Jonas Walzberg/dpa

    Jonas Walzberg/dpa

  • Der grĂ¶ĂŸte europĂ€ische Greifvogel, der Seeadler, war einst in vielen LĂ€ndern Europas ausgerottet. Nun leben in Deutschland wieder mehr als 1.000 Brutpaare. (Archivbild) - Foto: Jens BĂŒttner/dpa

    Jens BĂŒttner/dpa

  • Die afrikanischen Brillenpinguine werden seit diesem Jahr als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. (Handout) - Foto: Peter Chadwick/WWF/dpa

    Peter Chadwick/WWF/dpa

  • Im Sommer 2024 haben Ranger in einem kambodschanischen Schutzgebiet ĂŒber 100 Eier des vom Aussterben bedrohten Siam-Krokodils entdeckt. (Handout) - Foto: Franko Petri/WWF/dpa

    Franko Petri/WWF/dpa

  • Die Population der Unechten Karettschildkröte erholt sich im Mittelmeer. (Handout) - Foto: Philipp Kanstinger/WWF/dpa

    Philipp Kanstinger/WWF/dpa

  • Der Eurasische Luchs erhĂ€lt durch Auswilderungen in Baden-WĂŒrttemberg und durch ein 2024 neu gestartetes Projekt in ThĂŒringen neuen Zuwachs. (Handout) - Foto: Julius Kramer/WWF/dpa

    Julius Kramer/WWF/dpa

  • Der Europarat hat im Dezember den Schutzstatus des Wolfs in Europa herabgestuft. (Handout) - Foto: Ralph Frank/WWF/dpa

    Ralph Frank/WWF/dpa

  • Der weltweite Bestand des Banteng schrumpfte in den vergangenen 20 Jahren um mehr als 80 Prozent. (Handout) - Foto: Anton Vorauer/WWF/dpa

    Anton Vorauer/WWF/dpa

  • . Die Klimakrise fĂŒhrt zu Rekordtemperaturen im Wasser, durch die in den tropischen Meeren der ganzen Welt die Korallenriffe bleichen. (Handout) - Foto: Eric Madeja/WWF/dpa

    Eric Madeja/WWF/dpa

  • In Thailand zeigt der Bestandstrend klar nach oben: Laut offizieller ZĂ€hlung verzeichnet das Land einen Anstieg der wildlebenden Tigerpopulation. (Handout) - Foto: Martin Harvey/WWF/dpa

    Martin Harvey/WWF/dpa

  • Von der kleinsten Unterart des Asiatischen Elefanten, den Borneo-Elefanten, leben nur noch rund tausend Tiere in freier Wildbahn. (Handout) - Foto: Christy Williams/WWF/dpa

    Christy Williams/WWF/dpa

Der WWF bezeichnet die Situation von Korallenriffen als Tragödie. (Archivbild) - Foto: Daniel Naupold/dpaDie Zahl der WesteuropĂ€ischen Igel, auch Braunbrustigel genannt, geht stark zurĂŒck. (Archivbild) - Foto: Jonas Walzberg/dpaDer grĂ¶ĂŸte europĂ€ische Greifvogel, der Seeadler, war einst in vielen LĂ€ndern Europas ausgerottet. Nun leben in Deutschland wieder mehr als 1.000 Brutpaare. (Archivbild) - Foto: Jens BĂŒttner/dpaDie afrikanischen Brillenpinguine werden seit diesem Jahr als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. (Handout) - Foto: Peter Chadwick/WWF/dpaIm Sommer 2024 haben Ranger in einem kambodschanischen Schutzgebiet ĂŒber 100 Eier des vom Aussterben bedrohten Siam-Krokodils entdeckt. (Handout) - Foto: Franko Petri/WWF/dpaDie Population der Unechten Karettschildkröte erholt sich im Mittelmeer. (Handout) - Foto: Philipp Kanstinger/WWF/dpaDer Eurasische Luchs erhĂ€lt durch Auswilderungen in Baden-WĂŒrttemberg und durch ein 2024 neu gestartetes Projekt in ThĂŒringen neuen Zuwachs. (Handout) - Foto: Julius Kramer/WWF/dpaDer Europarat hat im Dezember den Schutzstatus des Wolfs in Europa herabgestuft. (Handout) - Foto: Ralph Frank/WWF/dpaDer weltweite Bestand des Banteng schrumpfte in den vergangenen 20 Jahren um mehr als 80 Prozent. (Handout) - Foto: Anton Vorauer/WWF/dpa. Die Klimakrise fĂŒhrt zu Rekordtemperaturen im Wasser, durch die in den tropischen Meeren der ganzen Welt die Korallenriffe bleichen. (Handout) - Foto: Eric Madeja/WWF/dpaIn Thailand zeigt der Bestandstrend klar nach oben: Laut offizieller ZĂ€hlung verzeichnet das Land einen Anstieg der wildlebenden Tigerpopulation. (Handout) - Foto: Martin Harvey/WWF/dpaVon der kleinsten Unterart des Asiatischen Elefanten, den Borneo-Elefanten, leben nur noch rund tausend Tiere in freier Wildbahn. (Handout) - Foto: Christy Williams/WWF/dpa

Vielen geht es schlechter, anderen aber besser: Die Umweltstiftung WWF zieht fĂŒr das Jahr 2024 erneut eine durchwachsene Bilanz im Hinblick auf den weltweiten Artenschutz. «Tier- und Pflanzenarten verschwinden im Zeitraffertempo fĂŒr immer von unserem Planeten», sagte Kathrin Samson, VorstĂ€ndin Naturschutz beim WWF Deutschland. 

Korallen, Borneo-Elefanten, das sĂŒdostasiatische Dschungel-Rind Banteng und Brillenpinguinen geht es laut WWF teils dramatisch schlechter. Und sogar der heimische Igel habe mit Problemen zu kĂ€mpfen. Die Zahl der WesteuropĂ€ischen Igel, auch Braunbrustigel genannt, geht demnach stark zurĂŒck. Die Art werde jetzt als «potenziell gefĂ€hrdet» eingestuft. 

Zu den Verlierern zĂ€hlt der WWF auch den Wolf, dessen Schutzstatus der Europarat im Dezember herabgestuft hatte. Mit 200 Rudeln sei die Art auch in Deutschland noch nicht in einem sogenannten «gĂŒnstigen Erhaltungszustand».

WWF: Unermessliche Tragödie in Korallenriffen 

In den Korallenriffen der Erde vollzog sich laut WWF im zu Ende gehenden Jahr «eine Tragödie unermesslichen Ausmaßes». Die Klimakrise habe zu Rekordtemperaturen im Wasser gefĂŒhrt, durch die in den tropischen Meeren der ganzen Welt die Korallenriffe bleichen. «Die UnterwasserwĂ€lder der Meere stehen förmlich in Flammen. HĂ€lt dieser Zustand lĂ€nger an, drohen große Teile dieser ikonischen LebensrĂ€ume abzusterben», hieß es. 

Nur noch 1.000 Borneo-Elefanten in freier Wildbahn

Borneo-Elefanten sind mittlerweile so selten, dass nur noch rund tausend Exemplare in freier Wildbahn leben. Und auch der weltweite Banteng-Bestand ist stark geschrumpft - die Population wird nur noch auf etwa 3.300 Tiere geschÀtzt. Die Art gilt seit diesem Jahr als vom Aussterben bedroht. Ebenso Brillenpinguine, eine afrikanische Art. WÀhrend es 1956/57 noch 141.000 Brutpaare gab, werden jetzt laut WWF nur noch etwa 9.900 Paare gezÀhlt. 

«Die Ursachen sind allesamt menschengemacht: Lebensraumzerstörung, Übernutzung und Wilderei, invasive Arten, Umweltverschmutzung sowie die Klimakrise», betonte Kathrin Samson mit Blick auf die bedrohten Arten. 

Die Verlierer-Arten stehen laut WWF stellvertretend fĂŒr Tausende weitere bedrohte Arten. Laut der aktuellen Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) gelten rund 46.300 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten als bedroht. 

Lichtblicke neben RĂŒckschritten

Neben den RĂŒckschritten sieht der WWF aber auch Lichtblicke: «Luchsen und Tigern geht es besser, Siamkrokodile, Meeresschildkröten und Thunfische kehren in ihre altangestammten LebensrĂ€ume zurĂŒck und der Seeadler ist im Aufwind», hieß es von der Stiftung. 

In der Nordsee tauchen wieder vermehrt Blauflossen-Thunfische auf, die durch Überfischung lange Zeit verschwunden waren. Strenge Fangverbote und die BekĂ€mpfung illegaler Fischerei sorgen laut WWF dafĂŒr, dass die Population, die im Nordostatlantik wandert und im Mittelmeer laicht, wieder auf ein gutes Niveau anwachsen konnte. 

Der Seeadler, der grĂ¶ĂŸte europĂ€ische Greifvogel, war laut der Stiftung um 1900 fast vollstĂ€ndig ausgerottet. Heute leben in Deutschland demnach wieder mehr als 1.000 Brutpaare. Der WWF fĂŒhrt den Erfolg auch auf seine eigene Arbeit zurĂŒck, etwa das 1968 in Schleswig-Holstein ins Leben gerufene «Projekt Seeadlerschutz». 

Die Population der Unechten Karettschildkröte erhole sich im Mittelmeer unter anderem durch die Reduzierung von Beifang und den Erhalt von NiststrĂ€nden. Die positiven Beispiele zeigten, dass es trotz RĂŒckschlĂ€gen und Krisen noch Chancen fĂŒr die Natur und uns Menschen gebe, so die Stiftung.

@ dpa.de