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Zivilisationskrankheiten: 64 Wissenschaftler fordern radikale Präventionswende

Veröffentlicht am: 12.05.2026 um 19:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wissenschaftler präsentieren das HEAL-Konzept für mehr Prävention und weniger Pillen. Studien belegen Effekte von Ernährung und Bewegung.

Zivilisationskrankheiten: 64 Wissenschaftler fordern radikale Präventionswende Illustration mit AI erstellt.
Zivilisationskrankheiten: 64 Wissenschaftler fordern radikale Präventionswende Illustration mit AI erstellt.

Ein internationales Forscherteam unter Leitung der Universität Innsbruck fordert jetzt einen grundlegenden Kurswechsel im Gesundheitswesen.

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Das HEAL-Concepts: Prävention statt Pillen

64 Wissenschaftler stellten am 11. Mai das Konzept „Healthy Eating & Active Living“ (HEAL) vor. Ihre Kernforderung: Das Gesundheitssystem soll drei Euro in Prävention investieren, bevor ein Euro in die Behandlung fließt. Die Formel ist einfach – vollwertige, überwiegend pflanzliche Ernährung plus tägliche Bewegung.

Doch das reicht nicht. Die Forscher verlangen eine „Health-in-All-Policies“-Strategie. Gesundheitsaspekte sollen in allen Politikfeldern berücksichtigt werden – von der Stadtplanung bis zur Schulbildung. Besonders pikant: Die Wissenschaftler plädieren für tierversuchsfreie Forschung, um die Wirksamkeit pflanzlicher Ernährung weiter zu belegen.

Catechine und Co.: Wie grĂĽner Tee das Altern bremst

Ernährungsmedizinerin Michaela Axt-Gadermann verwies am 11. Mai auf die Kraft sekundärer Pflanzenstoffe. Catechine aus grünem Tee und Kakao können in Kombination mit Vitamin C und Carotinoiden die Zellalterung verlangsamen.

Ein beeindruckendes Beispiel lieferte Mediziner Dr. Felix Bertram. Er senkte sein biologisches Alter innerhalb eines Jahres von 74 auf 69 Jahre. Seine Strategie: drei Stunden Sport pro Woche plus täglich drei bis fünf Gramm Kreatin. Der Körper bleibt formbar – bis ins hohe Alter.

Ballaststoffe: Die unterschätzten Helden

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich. Experten wie Matthias Riedl vom Medicum Hamburg erklären den Unterschied: Unlösliche Fasern aus Vollkorn fördern die Verdauung, lösliche aus Äpfeln oder Hafer senken aktiv den Cholesterinspiegel.

Die Studienlage spricht fĂĽr sich:
- Hafer: 300 Gramm täglich senkten bei 68 Probanden das LDL-Cholesterin um 10 Prozent
- Joghurt: 170 Gramm alle drei Tage reduzierten das Bluthochdruck-Risiko um 31 Prozent
- Omega-3: Ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche – oder Algenöl für Veganer

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Timing ist alles: Wann wir was essen sollten

Ernährungsexpertin Carolin Kotke warnt vor zu viel Fruchtzucker am Morgen. Das macht den Blutzucker instabil und fördert Heißhunger. Besser: Eine Kombination aus Eiweiß, gesunden Fetten und Ballaststoffen.

Das Konzept „2 PLUS 10 COR“ von RFB HealthCare geht noch weiter: Es stimmt die Nährstoffaufnahme auf den menschlichen Biorhythmus ab. Doch Vorsicht bei Supplementen: Das polnische Nationalinstitut für Arzneimittel fand bei 25 Prozent der getesteten Präparate Abweichungen von der Deklaration.

Neue Herausforderungen durch den Klimawandel

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie warnt vor steigenden Temperaturen: Sie erhöhen das Risiko für Nierensteine. 2024 führte das bereits zu über 113.000 Krankenhausbehandlungen in Deutschland. Die Devise: Mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit täglich.

Die Wissenschaftler der Universität Innsbruck haben den Grundstein gelegt. Ob die Politik folgt, entscheidet sich in den kommenden Monaten. Klar ist: Die Ära der reinen Pillen-Medizin geht zu Ende.

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