Zu gut für die Tonne: Siebte Aktionswoche ab 29. September
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mediale Beiträge und kommunale Projekte thematisieren verstärkt die Umsetzung eines nachhaltigen Lebensstils durch bewusste Konsumentscheidungen und ökologische Praktiken. Aktuelle Initiativen zeigen dabei eine Bandbreite von lokalen Nachbarschaftsprojekten bis hin zu landesweiten Strategien zur Ressourcenschonung.
Kommunale Projekte und zivilgesellschaftliches Engagement
Im Fokus lokaler Bemühungen steht zunehmend die Anpassung an klimatische Veränderungen und die Schonung von Ressourcen. Wie aus Berichten vom September 2026 hervorgeht, startete die Klimaschutzagentur Mannheim das Projekt „Gießkannenhelden“.
Nach dem Vorbild einer ähnlichen Initiative in Essen organisieren Bürger hierbei lokale Bewässerungsnetzwerke für Stadtbäume. Dabei wird Regenwasser in speziellen Wassertanks gesammelt, um die Nutzung von Trinkwasser zu vermeiden.
Verschiedene Partner, darunter die Evangelische Gemeinde Neckarstadt und lokale Fachfirmen für Montage und Regenfallrohre, unterstützen die Installation der Tanks. Die Erste Bürgermeisterin von Mannheim betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, die städtischen Grünflächen als „grüne Lunge“ zu pflegen.
Parallel dazu setzen Entsorgungsbetriebe auf die Sensibilisierung nachfolgender Generationen. In Bonn verteilte das Unternehmen Bonnorange im September 2026 Recyclinghefte aus 100 % Altpapier an Erstklässler.
In Essen erhielten Schulanfänger zur Vermeidung von Verpackungsabfällen wiederverwendbare Frühstücksboxen. Laut dem Geschäftsführer der Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) solle damit bereits frühzeitig ein Bewusstsein für Abfallvermeidung geschaffen werden.
Aktionswochen und Sensibilisierung für bewussten Konsum
Im Herbst 2026 finden mehrere überregionale und lokale Kampagnen statt, die sich mit nachhaltigem Konsum befassen. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) kündigte zusammen mit den Bundesländern für den Zeitraum vom 29. September bis zum 6. Oktober die siebte Aktionswoche „Zu gut für die Tonne!“ an.
Unter dem Motto „Alles auf dem Zettel!“ liegt der Schwerpunkt in diesem Jahr auf der Planung von Mahlzeiten und Einkäufen zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen.
Vom 29. September bis 6. Oktober läuft die siebte Aktionswoche „Zu gut für die Tonne!“ — in diesem Jahr unter dem Motto „Alles auf dem Zettel!“. Wer Mahlzeiten und Einkäufe vorausplant, wirft weniger weg. Unser kostenloser Praxis-Guide zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie mit Wochenplan, Einkaufszettel und Resteverwertung den Einkauf im Griff behalten. Kostenlosen Praxis-Guide anfordern
Ergänzend dazu finden themenspezifische Veranstaltungen statt:
- In Leverkusen wird im Rahmen der „Fairen Woche“ vom 11. bis 25. September 2026 ein Programm zu fairem Handel und Klimakonferenzen angeboten.
- In Würzburg thematisiert das Slow-Fashion-Festival „Mode.Bewusst.Sein“ am 26. September alternative Konzepte zur Textilproduktion und -nutzung.
- In Niederösterreich befasst sich das erste „Gaumen-Hoch-Symposium“ am 7. und 8. Oktober in Grafenegg mit der Zukunft des Ernährungssystems.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und industrielle Transformation
Auf makroökonomischer Ebene hat die nordrhein-westfälische Landesregierung im September 2026 die erste Kreislaufwirtschaftsstrategie des Landes vorgelegt. Der Sektor der Kreislaufwirtschaft erwirtschaftet in NRW eine Bruttowertschöpfung von über 20 Milliarden Euro und sichert mehr als 240.000 Arbeitsplätze.
Ziel der Strategie ist es, den Rohstoffkonsum in Deutschland bis 2045 auf 6 bis 8 Tonnen pro Kopf und Jahr zu senken – ausgehend von einem aktuellen Wert von etwa 16 Tonnen.
Eine weltweite Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft BDO aus dem Jahr 2026 unterstreicht die Relevanz organisatorischer Strukturen: 96 % der befragten Unternehmen nennen Governance als wichtigste Nachhaltigkeitspriorität. Als größte Herausforderung gilt für 43 % der Befragten die Erfassung und Steuerung von Nachhaltigkeitsdaten. In Europa sehen zudem 53,8 % der Unternehmen Unterstützungsbedarf bei der Strategieentwicklung.
Innovationen in der Ressourcenverwertung
Auch in Forschung und Handwerk werden neue Ansätze zur Abfallvermeidung verfolgt. Die Hochschule Osnabrück und das DIL Quakenbrück untersuchen die Verwertung von Brokkoli-Resten wie Blättern und Strünken, um daraus neue Lebensmittel wie Pesto oder Fleischalternativen herzustellen.
Hintergrund ist unter anderem der hohe Treibhausgasausstoß beim Anbau; laut Forschern entspricht eine Tonne Lachgas auf den Feldern der Treibhauswirkung von 300 Tonnen CO2.
Sie kennen das: Der Einkauf war gut gemeint, aber am Ende landet zu viel im Müll. Genau hier setzt die Aktionswoche „Zu gut für die Tonne!“ an — mit dem Motto „Alles auf dem Zettel!“. Der kostenlose Guide liefert Ihnen eine Einkaufszettel-Vorlage zum Ausdrucken und eine Kühlschrank-Checkliste, mit der aus Resten noch ein Gericht wird. Einkaufszettel-Vorlage und Checkliste jetzt holen
Ein weiteres Beispiel für alternative Ressourcenverwendung bietet das Friseurhandwerk. Branchenschätzungen zufolge fallen in Deutschland jährlich rund 370.500 Kilogramm Haarabfälle an. Da Haare aus stickstoffreichem Keratin bestehen, können sie als Langzeitdünger im Kompost dienen, wie Pilotprojekte mit regionalen Biobauernhöfen zeigen.
Im Bereich der Energieversorgung setzt die Bürgerenergiegenossenschaft Sonnenwärme Rüdigheim auf fossilfreie Wärmenetze. Ab Herbst 2027 sollen dort rund 100 Haushalte über ein Solarthermiefeld mit 3 MW Wärmeleistung versorgt werden, wobei der Energiebedarf zu 87 % aus Sonnenenergie gedeckt wird.
