Zuckerlast in Sammelaktionen: 5 kg Zucker für einen Fußball
30.06.2026 - 03:19:29 | boerse-global.de
Die Kampagnen zur Fußball-WM zielen direkt auf Kinder.
Sammelaktionen unter der Lupe
Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) untersuchte Ende Juni die Werbeaktionen großer Lebensmittelkonzerne zur Fußball-Weltmeisterschaft. Im Fokus: Sammelaktionen von Ferrero und Coca-Cola. Wer Prämien wie Trinkflaschen, T-Shirts oder Fußbälle erhalten will, muss erhebliche Mengen zuckerhaltiger Produkte kaufen.
Die Rechnung zeigt die Zuckerlast. Für eine Trinkflasche sind Produkte mit insgesamt 1,4 Kilogramm Zucker nötig. Ein T-Shirt schlägt mit über 3 Kilogramm zu Buche, ein Fußball mit mehr als 5 Kilogramm. Bei Coca-Cola müssen zwölf Sondereditionen gesammelt werden – bei 0,5-Liter-Flaschen entspricht das rund 636 Gramm Zucker.
Barbara Bitzer, Sprecherin von DANK, kritisiert: „Kinder werden durch solche Kampagnen gezielt zum Konsum ungesunder Produkte animiert.“ Die Organisation fordert gesetzliche Beschränkungen für an Kinder gerichtetes Marketing.
Fettleber auch bei Jugendlichen
Die medizinische Forschung untermauert die Dringlichkeit. Eine Untersuchung von Prof. Julia Seiderer-Nack warnte im Frühjahr 2026 vor der rasanten Ausbreitung der nicht-alkoholischen Fettleber (NAFLD) – zunehmend auch bei Jugendlichen. Hauptursachen: Zucker, gesättigte Fettsäuren und frittierte Speisen, kombiniert mit Bewegungsmangel.
Die Universität Bielefeld startete das Projekt „MikrobiomProCheck“ mit 3,4 Millionen Euro Förderung. Es soll die Rolle des Mikrobioms bei Stoffwechselerkrankungen entschlüsseln. Grundlage sind unter anderem Erkenntnisse der PREDICT-1-Studie, die Blutzuckerschwankungen nach Mahlzeiten dokumentierte.
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Zuckersteuer nach britischem Vorbild?
Die SPD bringt eine gestaffelte Abgabe auf Softdrinks ins Spiel. Ab 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter sollen 20 Cent pro Liter fällig werden, ab 8 Gramm 30 Cent. Der Abgeordnete Christos Pantazis argumentiert: „Eine solche Steuer würde Hersteller zu Rezepturänderungen zwingen.“ Modellrechnungen zufolge ließen sich über 20 Jahre zwischen 10,8 und 16 Milliarden Euro im Gesundheitssystem sparen.
Parallel plant die Bundesregierung eine Verschärfung bei E-Zigaretten. 13 Zusatzstoffe, darunter Menthol und Propylenglykol, sollen verboten werden. Der Verband des eZigarettenhandels kritisiert die fehlende wissenschaftliche Basis.
Ketchup-Test: Zuckerwerte zwischen 3,6 und 26,6 Gramm
Die Stiftung Warentest analysierte im April 2026 insgesamt 23 Tomatenketchups. Die Zuckerwerte reichten von 3,6 bis 26,6 Gramm pro 100 Milliliter – Durchschnitt: 16 Gramm. Kein Produkt erhielt die Bestnote. Ein Kinderketchup eines Bio-Anbieters schnitt vergleichsweise gut ab. Bei günstigen Produkten überschritten einige Richtwerte für bestimmte Toxine.
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Nutella im All: Millionen-Werbung ungeplant
Ein kurioser Vorfall während der Artemis-2-Mission im April 2026 sorgte für Aufsehen. Ein Glas Nutella geriet ungeplant ins Kamerabild. Werbeexperten schätzen den Media-Äquivalenz-Wert auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Die Transportkosten für das 400-Gramm-Glas zur Raumstation: rund 60.000 Dollar – basierend auf Gesamtmissionskosten von 4 Milliarden Dollar bei 27 Tonnen Nutzlast. Ferrero kommentierte den Vorfall mit einem Augenzwinkern und verwies auf die „überirdische Natur“ des Produkts.
