Telekom, KI-Phone

Telekom bringt KI-Phone heraus - Konkurrenz geht andere Wege

14.08.2025 - 05:35:36 | dpa.de

Zum Handy greifen und eine App öffnen. Aber wo ist die noch mal? So etwas kann eine mĂŒhsame Fummelei sein. Das muss es aber nicht, sagt die Telekom und lĂ€sst die Apps gewissermaßen verschwinden.

  • So sieht die OberflĂ€che des Smartphones aus, wenn man mit dem KI-Sprachassistenten spricht - Apps sieht man dann nicht. - Foto: Oliver Berg/dpa
  • Telekom-VorstĂ€ndin Claudia Nemat hĂ€lt große StĂŒcke auf das neue Smartphone ihrer Firma. - Foto: Wolf von Dewitz/dpa
  • WĂ€hrend die Deutsche Telekom ein eigenes KI-Smartphone auf den Markt bringt, setzt Konkurrent Vodafone auf die GerĂ€te von etablierten Handyherstellern. - Foto: Wolf von Dewitz/dpa
So sieht die OberflĂ€che des Smartphones aus, wenn man mit dem KI-Sprachassistenten spricht - Apps sieht man dann nicht. - Foto: Oliver Berg/dpa Telekom-VorstĂ€ndin Claudia Nemat hĂ€lt große StĂŒcke auf das neue Smartphone ihrer Firma. - Foto: Wolf von Dewitz/dpa WĂ€hrend die Deutsche Telekom ein eigenes KI-Smartphone auf den Markt bringt, setzt Konkurrent Vodafone auf die GerĂ€te von etablierten Handyherstellern. - Foto: Wolf von Dewitz/dpa

Die Deutsche Telekom hat den Verkauf eines Smartphones ohne sichtbare Apps gestartet. Möglich macht das ein mit KĂŒnstlicher Intelligenz (KI) ausgestatteter Sprachassistent. Der Nutzer sieht zunĂ€chst nur eine magentafarbene Handy-OberflĂ€che und stellt eine Frage, woraufhin der Sprachassistent des amerikanischen KI-Unternehmens Perplexity antwortet und Informationen einblendet, etwa Shopping-VorschlĂ€ge oder Übersetzungen von Speisekarten im Restaurant. 

Auf Apps zu klicken, ist nicht mehr nötig. Diese befinden sich zwar auf dem Handy, laufen aber im Hintergrund. Man kann die KI-OberflĂ€che wegwischen und sieht die Apps dann wie ĂŒblich.

Was andere Unternehmen bieten

Große Smartphone-Anbieter haben Ă€hnliche Konzepte: Auch Samsung mit «Galaxy AI» und Apple mit «Apple Intelligence» setzen auf KI-Assistenten (auch KI-Agenten genannt), um die App-Nutzung zu vereinfachen. Ob die Telekom mit ihrem eigenen Smartphone gegen so starke internationale Marken bestehen kann, ist fraglich. Der Bonner Konzern setzt auf einen möglichst niedrigen Preis: Das KI-Phone der Telekom kostet nur 149 Euro und damit deutlich weniger als andere Smartphones.

Das GerĂ€t erlaube einen «kompakten Zugriff auf diverse KI-Dienste und damit ein einfaches Erleben», sagt die Telekom-VorstĂ€ndin Claudia Nemat und bewertet KI als «die große Technologie unserer Zeit», bei der es aber noch viele BerĂŒhrungsĂ€ngste gebe. 

Eine YouGov-Umfrage unter 1.020 Menschen in Deutschland im Juli zeigte große LĂŒcken. Die Frage, ob sie KI-Chatbots wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity kennen, bejahten 15 Prozent der Befragten und gaben zudem an, dass sie KI-Agenten schon mal genutzt haben. 24 Prozent haben davon schon mal gehört, sie bislang aber nicht benutzt.

Wo das Smartphone produziert wird

Eine Firma in Vietnam stellt das Smartphone im Auftrag der Telekom her. Das KI-Phone ist gewissermaßen eine Weiterentwicklung des T-Phones, das die Telekom schon seit einigen Jahren verkauft. Zum Erfolg des T-Phones hĂ€lt sich der Bonner Konzern bedeckt, verkaufte StĂŒckzahlen werden nicht kommuniziert. 

Es gibt zudem eine Tablet-Variante des KI-Phones. Die neuen GerÀte können als Teil der Telekom-Werbestrategie verstanden werden, um als innovatives Unternehmen dazustehen.

Was die Konkurrenz macht

Die anderen deutschen Handynetz-Betreiber lassen die Finger von solchen Eigenentwicklungen. Vodafone, O2 und 1&1 betonen zwar die Vorteile von KI-Funktionen fĂŒr die Handhabung der Handys. Zugleich verweisen sie aber darauf, dass es am Markt bereits große Anbieter von Smartphones und KI-Technologie gebe. 

«Wir setzen auf Partnerschaften mit Google, Microsoft und weiteren Anbietern, deren Smartphones und Betriebssysteme tÀglich millionenfach von den Verbrauchern genutzt werden», sagt Guido Weissbrich aus der GeschÀftsleitung von Vodafone Deutschland. 

Ein O2-Sprecher sagt, dass die etablierten Smartphone-Hersteller immer mehr KI-Funktionen in ihren GerĂ€ten integrierten. «Diese Entwicklungen setzen bereits heute MaßstĂ€be fĂŒr Millionen Nutzerinnen und Nutzer weltweit.» O2 wiederum konzentriere sich etwa auf den Einsatz von KI-Kompetenz im Mobilfunknetz.

Vorstellung lief nicht immer glatt

Die Telekom hatte ihr KI-Phone bereits im MĂ€rz auf der Mobilfunk-Messe MWC in Barcelona vorgestellt. VorstĂ€ndin Nemat fĂŒhrte das GerĂ€t vor und stellte beispielhafte Fragen, die von dem KI-Assistenten beantwortet wurden. Das klappte hĂ€ufig gut - so filmte sie ihre Umgebung, woraufhin der KI-Assistent ihr prĂ€zise die Umgebung beschrieb. Das soll Menschen helfen, die schlecht sehen können oder blind sind. 

Damals wurden aber auch Defizite deutlich: Einmal fragte Nemat nach den besten Tapas-Bars in Barcelona, woraufhin der KI-Assistent die VorzĂŒge von Helikopter-FlĂŒgen bei der Stadtbesichtigung bewarb - er Ă€ußerte sich also zu einem ganz anderen Thema. Die Telekom begrĂŒndete diesen Lapsus mit der schwierigen Akustik in der Messehalle, der KI-Assistent habe die Frage missverstanden. TatsĂ€chlich war es bei der VorfĂŒhrung sehr laut.

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