Iran, USA

Schah-Sohn Pahlavi hofft auf ÜberlĂ€ufer aus Irans MilitĂ€r

16.01.2026 - 17:31:38

Aus dem Exil prĂ€sentiert sich Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestĂŒrzten Schahs, als iranischer OppositionsfĂŒhrer. FĂŒr einen Umsturz hofft er auf ÜberlĂ€ufer. Wie wahrscheinlich ist das?

Der Sohn des 1979 gestĂŒrzten Schahs hofft angesichts der jĂŒngsten Massenproteste im Iran auf ÜberlĂ€ufer aus Polizei und MilitĂ€r. «Ich vertraue darauf, dass die SicherheitskrĂ€fte das Land schĂŒtzen, das Leben (...) der Menschen sichern und Teil der Lösung sind», sagte Reza Pahlavi bei einer Pressekonferenz in Washington. «Als Resultat haben wir bereits gesehen, dass Menschen ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert haben», sagte er.

Pahlavi, den sein autoritĂ€r regierender Vater, der letzte Schah von Persien, einst zum Kronprinzen ernannte, lebt seit Jahrzehnten im Exil in den USA. WĂ€hrend der jĂŒngsten Massenproteste beanspruchte der 65-JĂ€hrige aus dem Ausland eine FĂŒhrungsrolle in der zerstrittenen und zersplitterten iranischen Opposition. Am Freitag forderte er erneut ein militĂ€risches Eingreifen der USA, um die Herrschaft der Islamischen Republik zu stĂŒrzen.

Experten betrachten Spekulationen ĂŒber ÜberlĂ€ufer aus dem iranischen Sicherheitsapparat mit Skepsis. Insbesondere die Revolutionsgarden, Irans ElitestreitkrĂ€fte, wurden einst gegrĂŒndet, um Putschversuche zu verhindern. «Die Revolutionsgarde wĂŒrde bis zum letzten Mann kĂ€mpfen, sollten die USA einen Regimewechsel anstreben. Sie hat mehr zu verlieren als alle anderen – nicht nur die Kontrolle ĂŒber das Regime, sondern auch ĂŒber weite Teile der iranischen Wirtschaft», sagte der Experte Dennis Citrinowicz der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

Pahlavis Rolle ist umstritten. Kritiker bemĂ€ngeln seine fehlende Transparenz und werfen seinen AnhĂ€ngern Intoleranz gegenĂŒber anderen Oppositionsgruppen vor. Vor allem in den sozialen Medien hat er sich ein Millionenpublikum aufgebaut.

@ dpa.de

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