Ausland, Justiz

Bericht: IStGH setzt auf deutsche Office-Alternative

29.10.2025 - 22:33:51

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) plant offenbar, seine BĂŒrosoftware von Microsoft durch das deutsche Programmpaket Open Desk zu ersetzen.

Der Gerichtshof steht kurz vor der Vertragsunterzeichnung mit dem staatlichen Zentrum fĂŒr Digitale SouverĂ€nitĂ€t (Zendis), das die Entwicklung von Open Desk koordiniert, wie das "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe) berichtet. Hintergrund ist die Sorge vor weiteren Sanktionen durch die US-Regierung unter PrĂ€sident Donald Trump. Osvaldo Zavala Giler, Registrar des IStGH und verantwortlich fĂŒr die IT, bestĂ€tigte die Absicht.

"Angesichts der UmstĂ€nde mĂŒssen wir AbhĂ€ngigkeiten reduzieren und die technologische Autonomie des Gerichtshofs stĂ€rken - auch wenn das kurzfristig teuer, ineffizient und unbequem ist", sagte Zavala Giler dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe). "Langfristig ist es notwendig und verantwortungsvoll." Der IStGH verfolgt Personen, denen Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen werden. Die US-Regierung unter Trump hatte das Gericht wegen seiner Ermittlungen im Nahostkonflikt scharf kritisiert und Sanktionen gegen hochrangige Vertreter verhĂ€ngt. Zendis hat nach eigener Darstellung das Ziel, die digitale UnabhĂ€ngigkeit der öffentlichen Verwaltung zu stĂ€rken und "kritische AbhĂ€ngigkeiten von einzelnen Technologieanbietern" zu vermeiden. Open Desk ist ein zentrales Element dieser Strategie. Das Programmpaket vereint Komponenten von acht europĂ€ischen Softwareherstellern und wird nach dem Open-Source-Prinzip veröffentlicht. Damit versteht sich die Plattform als transparente und souverĂ€ne Alternative zu proprietĂ€ren Systemen.

@ dts-nachrichtenagentur.de