US-Gericht, Trump

US-Gericht gewĂ€hrt Trump absolute ImmunitĂ€t fĂŒr Amtshandlungen

01.07.2024 - 17:18:34

Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat am Montag verkĂŒndet, dass Ex-US-PrĂ€sident Donald Trump "absolute ImmunitĂ€t" vor Strafverfolgung fĂŒr Handlungen im Amt genießt.

Mit sechs zu drei Stimmen setzten sich die von Trump und weiteren PrĂ€sidenten seiner Partei ernannten Richter gegen die von Obama und Biden ernannten Richter durch. Die "Natur der prĂ€sidialen Macht" berechtige "einen ehemaligen PrĂ€sidenten zu absoluter ImmunitĂ€t vor strafrechtlicher Verfolgung fĂŒr Handlungen, die innerhalb seiner abschließenden und ausschließenden verfassungsmĂ€ĂŸigen AutoritĂ€t liegen", schrieb der Oberste Richter, John Roberts. Es gebe allerdings keine ImmunitĂ€t fĂŒr "inoffizielle" Handlungen. Das Urteil hat Auswirkungen fĂŒr das Verfahren gegen Trump zu seinen Versuchen, das Ergebnis der PrĂ€sidentschaftswahl 2020 zu kippen.

Darin geht es unter anderem um seine Rolle im Sturm auf das Kapitol und eine Aufnahme, die einen Anruf dokumentiert, in dem Trump den Secretary of State von Georgia, Brad Raffensperger, bat, "11.780 Stimmen zu finden". Formell muss in dem Wahlbetrugsverfahren nun auch geklĂ€rt werden, ob der Ex-PrĂ€sident die Handlungen im Amt oder als Privatperson getĂ€tigt hat. Eine endgĂŒltige Entscheidung ist nun nicht mehr vor der diesjĂ€hrigen PrĂ€sidentschaftswahl zu erwarten, bei der Trump erneut fĂŒr die Republikaner kandidiert. Die drei von liberalen PrĂ€sidenten ernannten Richterinnen kritisierten die Entscheidung der Mehrheit des Gerichts scharf. "Mit der heutigen Entscheidung, ehemaligen PrĂ€sidenten strafrechtliche ImmunitĂ€t zu gewĂ€hren, wird die Institution des PrĂ€sidenten umgebaut. Sie verhöhnt den in unserer Verfassung und unserem Regierungssystem verankerten Grundsatz, dass kein Mensch ĂŒber dem Gesetz steht", schrieb Sonia Sotomayor in ihrem Dissens. Das Gericht gewĂ€hre dem ehemaligen PrĂ€sidenten "all die ImmunitĂ€t, um die er gebeten hat, und mehr", so die Richterin. Noch nie in der Geschichte der USA habe ein PrĂ€sident Grund zu der Annahme gehabt, dass er vor strafrechtlicher Verfolgung geschĂŒtzt wĂ€re, wenn er die VorzĂŒge seines Amtes nutzte, um gegen das Strafrecht zu verstoßen. "KĂŒnftig werden jedoch alle ehemaligen PrĂ€sidenten in eine solche ImmunitĂ€t gehĂŒllt sein", schrieb Sotomayor. "Wenn der Inhaber eines solchen Amtes seine Amtsgewalt zur persönlichen Bereicherung missbraucht, wird das Strafrecht, an das wir uns alle halten mĂŒssen, keinen Schutz bieten. Aus Angst um unsere Demokratie widerspreche ich."

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