Iran, Justiz

Nach Anschlag zwei MÀnner im Iran öffentlich exekutiert

08.07.2023 - 12:06:45

Die beiden afghanischen MÀnner waren angeblich an einem bewaffneten Angriff auf eine schiitische Moschee beteiligt. Nun wurden sie in einer Millionenstadt öffentlich hingerichtet. Amnesty sieht darin Methode.

Irans Justiz hat zwei MĂ€nner in der Öffentlichkeit hinrichten lassen. Die Exekution erfolgte am Samstag in der Millionenstadt Schiras, wie die Staatsagentur IRNA berichtete. Die beide Afghanen waren in einem umstrittenen Prozess als mutmaßliche HintermĂ€nner eines Terroranschlags in der Metropole zum Tod verurteilt worden.

Hintergrund ist ein bewaffneter Angriff auf eine schiitische Moschee in Schiras Ende Oktober. Die beiden Afghanen Mohammad Rames Raschidi und Naim Haschem Ghotali waren als angebliche HintermĂ€nner wegen «Korruption auf Erden» und «bewaffneter Rebellion» zum Tod verurteilt worden. Der Iran macht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) fĂŒr den Angriff mit mehr als 13 Toten verantwortlich. Vier weitere MĂ€nner wurden in dem Prozess angeklagt.

Es gab widersprĂŒchliche Informationen seitens der Justiz zu dem Verfahren. Die in Oslo ansĂ€ssige Menschenrechtsorganisation IHRNGO sprach von einem unfairen Prozess und berichtete, die GestĂ€ndnisse der Verurteilten seien unter Folter zustande gekommen. Amnesty International schrieb auf Twitter, die öffentliche Hinrichtung zeige einmal mehr, wie der Iran die Todesstrafe verstĂ€rkt «als Mittel der politischen UnterdrĂŒckung» einsetzt.

FĂŒnf Tote nach Anschlag auf Polizeistation

Unterdessen sind bei einem Anschlag auf eine Polizeistation im SĂŒdiran mindestens sechs Menschen getötet worden. Unter den Toten seien ein Polizist und vier Angreifer, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA am Samstag. Demnach griffen mehrere MĂ€nner einen Posten in der Stadt Sahedan der Provinz Sistan und Belutschistan an. Ein Reporter des Staatsfernsehens sprach von einem schweren Feuergefecht. Auf Videos in den sozialen Medien, die den Vorfall zeigen sollen, sind mehrere SchĂŒsse an einer Straße zu hören. Die HintergrĂŒnde des seltenen Angriffs waren zunĂ€chst unklar.

Staatsmedien bezeichneten den Angriff als Terroranschlag. Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete zunĂ€chst auch von mindestens zwei Explosionen. Die Angreifer seien mit SprengstoffgĂŒrteln ausgerĂŒstet gewesen, hieß es. Ein hochrangiger Offizier der Provinz erklĂ€rte in einem Interview mit dem Staatsfernsehen spĂ€ter, es habe sich um Knallkörper gehandelt.

Seit Monaten demonstrieren Bewohner in der Provinzhauptstadt Sahedan jeden Freitag gegen die islamische StaatsfĂŒhrung. Die Provinz grenzt auch an Pakistan und gilt als Brennpunkt fĂŒr ZusammenstĂ¶ĂŸe zwischen SicherheitskrĂ€ften und Schmugglerbanden. TerroranschlĂ€ge im Iran sind jedoch Ă€ußerst selten.

@ dpa.de