Libanon, Israel

Trotz Waffenruhe-Vereinbarung: Erneut Kämpfe im Libanon

05.06.2026 - 09:57:37 | dpa.de

Die Hisbollah-Miliz lehnt die Bedingungen eines neuen Anlaufs für eine Waffenruhe mit Israel ab. Israel selbst will Einsätze im Libanon fortsetzen. Trump gibt sich trotzdem optimistisch.

  • Der Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel geht trotz Waffenruhe weiter. - Bild: Stringer/dpa
    Der Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel geht trotz Waffenruhe weiter. - Bild: Stringer/dpa
  • Hisbollah-Chef Naim Kassim lehnt die Entwaffnung seiner Miliz ab. (Archivbild) - Bild: Bilal Hussein/AP/dpa
    Hisbollah-Chef Naim Kassim lehnt die Entwaffnung seiner Miliz ab. (Archivbild) - Bild: Bilal Hussein/AP/dpa
  • Israels Armee bleibt laut Verteidigungsminister Katz vorerst im Südlibanon präsent. (Archivbild)  - Bild: Thanassis Stavrakis/AP/dpa
    Israels Armee bleibt laut Verteidigungsminister Katz vorerst im Südlibanon präsent. (Archivbild) - Bild: Thanassis Stavrakis/AP/dpa
Der Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel geht trotz Waffenruhe weiter. - Bild: Stringer/dpa Hisbollah-Chef Naim Kassim lehnt die Entwaffnung seiner Miliz ab. (Archivbild) - Bild: Bilal Hussein/AP/dpa Israels Armee bleibt laut Verteidigungsminister Katz vorerst im Südlibanon präsent. (Archivbild)  - Bild: Thanassis Stavrakis/AP/dpa

Ungeachtet der zwischen Israel und dem Libanon erneuerten Waffenruhe geht der blutige Konflikt zwischen der libanesischen Hisbollah-Miliz und Israel weiter. 

Das libanesische Gesundheitsministerium meldete am späten Abend, dass bei verschiedenen Angriffen im Süden und im Osten des Landes mindestens acht Menschen getötet wurden. Zudem habe es mehrere Verletzte gegeben, darunter seien auch mehrere Frauen und Kinder gewesen. Bei einem erneuten Angriff der proiranischen Miliz auf die im Süden des Libanons stationierten Truppen wurde ein Soldat getötet, wie Israels Armee am Abend mitteilte. 

In der Nacht zum Donnerstag hatten sich Israel und der Libanon nach Angaben des US-Außenministeriums auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung der bisher faktisch kaum wirksamen Waffenruhe geeinigt. Die Hisbollah lehnte die vereinbarten Bedingungen ab, kurz darauf erfolgten neue Angriffe der Miliz. Im Libanon hatte es bereits am Donnerstagmorgen Berichte über zahlreiche israelische Angriffe gegeben.

Die libanesische Regierung ist keine Konfliktpartei in dem Krieg und hat nur begrenzten Einfluss auf die Hisbollah. Die Miliz war an den Gesprächen nicht beteiligt. 

Nach dem erneuten Angriff der Hisbollah bombardierte die israelische Armee nach eigenen Angaben Infrastruktur der Schiitenmiliz. In der Nacht gab die Hisbollah dann einen weiteren Raketenangriff auf die israelischen Truppen im Süden des Libanons bekannt. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht. Vom israelischen Militär gab es dazu zunächst keine Mitteilung. 

Hisbollah lehnt Bedingungen zur Waffenruhe ab

Hisbollah-Chef Naim Kassim hatte zuvor die Vereinbarung zwischen der libanesischen Regierung und Israel abgelehnt. US-Präsident Donald Trump sagte indes zu Reportern im Weißen Haus, die Hisbollah habe mit ihm gesprochen und es nicht zurückgewiesen. «Sie sagten, "wie wäre es, aufzuhören?"», erklärte Trump und schien anzudeuten, dass es nach seiner Einschätzung Fortschritte bei der Beendigung der Kämpfe geben wird. «Es wäre wirklich schön, wenn der Libanon etwas Frieden haben könnte», sagte er.

Hisbollah-Chef Kassim lehnte jedoch insbesondere die Forderungen nach einer Entwaffnung seiner vom Iran unterstützten Schiiten-Organisation ab. Eine Auslegung der Waffenruhe, nach der die Hisbollah ihre Angriffe einstellen müsse, während die israelischen Angriffe andauerten, komme einer «Kapitulation» gleich, hieß es in einer im libanesischen Fernsehen verlesenen Erklärung. «Das angekündigte Abkommen ist ein Fahrplan zur Zerstörung eines Teils des libanesischen Volkes und zur Unterwerfung des übrigen Teils.» 

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte unterdessen am Donnerstag laut der «Times of Israel», das eigene Militär werde die Einsätze im nördlichen Nachbarland vorerst fortsetzen. 

Vereinbarung sieht Entwaffnung und Rückzug der Hisbollah vor

Vorgesehen ist der Vereinbarung zufolge unter anderem, dass die Miliz ihre Angriffe auf Israel einstellt und sich aus Gebieten südlich des Litani-Flusses - der zum Teil bis zu 30 Kilometer nördlich der israelischen Grenze liegt - zurückzieht. Im Südlibanon sollen sogenannte Sicherheitszonen eingerichtet werden, in denen ausschließlich die regulären libanesischen Streitkräfte die Kontrolle ausüben. Unklar ist aber, wie genau dies bewerkstelligt werden soll.

Der Konflikt im Libanon ist auch ein zentraler Streitpunkt in den stockenden Verhandlungen zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und dem Iran. Teheran, das die Hisbollah bewaffnet und finanziert, betrachtet den Konflikt im Libanon als Verstoß gegen die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran.

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