Kommunen, KriminalitÀt

Kritik von Demokraten: MilitÀreinsatz wÀre «Machtmissbrauch»

28.09.2025 - 02:47:13

Die Liste der US-StÀdte, in die Trump das MilitÀr schickt, wird lÀnger: Nun sollen Soldaten auch in Portland eingesetzt werden - gegen den Willen von Stadt und Bundesstaat. Es regt sich Widerstand.

  • Trump will das militĂ€rische Eingreifen in US-StĂ€dten ausweiten - Demokraten kritisieren das scharf.  - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

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  • In Portland gibt es seit LĂ€ngerem Proteste rund um eine ICE-Einrichtung - dabei wurde im Juni auch TrĂ€nengas gegen Demonstranten eingesetzt. (Archivbild) - Foto: Jenny Kane/AP/dpa

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  • Durch den angekĂŒndigten MilitĂ€reinsatz in Oregon wĂ€chst die Liste der demokratisch regierten StĂ€dte, in die Trump Soldaten schickt. (Archivbild) - Foto: Don Ryan/AP/dpa

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Trump will das militĂ€rische Eingreifen in US-StĂ€dten ausweiten - Demokraten kritisieren das scharf.  - Foto: Alex Brandon/AP/dpaIn Portland gibt es seit LĂ€ngerem Proteste rund um eine ICE-Einrichtung - dabei wurde im Juni auch TrĂ€nengas gegen Demonstranten eingesetzt. (Archivbild) - Foto: Jenny Kane/AP/dpaDurch den angekĂŒndigten MilitĂ€reinsatz in Oregon wĂ€chst die Liste der demokratisch regierten StĂ€dte, in die Trump Soldaten schickt. (Archivbild) - Foto: Don Ryan/AP/dpa

US-Demokraten kritisieren den von PrĂ€sident Donald Trump angekĂŒndigten MilitĂ€reinsatz in einer weiteren Großstadt scharf - und stellen seine Befugnis dazu infrage. Jeder Einsatz von US-Soldaten wĂ€re «Machtmissbrauch», sagte die demokratische Gouverneurin von Oregon, Tina Kotek, am Samstag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz. Trump sei aus ihrer Sicht nicht dazu befugt, US-Soldaten in ihrem Bundesstaat einzusetzen, betonte sie. Trump hatte Stunden zuvor angekĂŒndigt, wegen angeblicher Bedrohungen durch «inlĂ€ndische Terroristen» das MilitĂ€r nach Portland in Oregon zu beordern. 

Oregon habe keine UnterstĂŒtzung von nationaler Ebene angefordert und brauche sie auch nicht. Das hat die Gouverneurin Trump nach eigenen Angaben auch in einem direkten GesprĂ€ch gesagt. «Es gibt keinen Aufstand, keine Gefahr fĂŒr die nationale Sicherheit und keinen Bedarf fĂŒr Soldaten in unserer Großstadt.»

Kotek stimmt sich eigenen Angaben zufolge mit dem Generalstaatsanwalt Oregons ab, um zu klÀren, ob eine Reaktion erforderlich sei. Man werde bereit sein zu reagieren, falls notwendig, betonte sie. 

Trump: Stadt und ICE-Einrichtungen vor «Terroristen» schĂŒtzen

Trump schrieb auf Truth Social, Verteidigungsminister Pete Hegseth, seit Kurzem offiziell «Kriegsminister», solle so viele Soldaten wie nötig bereitstellen, um die Stadt Portland zu schĂŒtzen und Einrichtungen der Einwanderungsbehörde ICE gegen Antifa-AnhĂ€nger und «andere inlĂ€ndische Terroristen» zu verteidigen.

Der US-PrÀsident signalisierte dabei auch, dass er dem MilitÀr weitreichende Vollmachten zum Gewalteinsatz gibt. Was diese genau umfassen, blieb zunÀchst aber unklar. Trump machte auch keine Angaben dazu, welche militÀrischen Einheiten ab wann eingesetzt werden sollen.

Newsom: «Trump fĂŒhrt Krieg gegen amerikanische StĂ€dte»

Oregons Gouverneurin ist nicht die einzige Demokratin, die Trumps Vorstoß kritisiert. «Donald Trump fĂŒhrt Krieg gegen amerikanische StĂ€dte», schrieb etwa Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom auf der Plattform X. Es gehe Trump nicht darum, gewalttĂ€tige Organisationen zur Rechenschaft zu ziehen. Er wolle vielmehr Gewalt und Chaos schĂŒren, um seine Macht zu festigen. 

Newsom, der als möglicher Kandidat der Demokraten fĂŒr die nĂ€chste US-PrĂ€sidentschaftswahl gilt, sagte zudem, dass Gerichte Trumps Vorgehen bereits fĂŒr illegal erklĂ€rt hĂ€tten. Anfang des Monats hatte ein Richter angeordnet, dass noch in Los Angeles stationierten Soldaten keine Polizeiaufgaben zur Strafverfolgung ĂŒbernehmen dĂŒrfen und ein solcher Einsatz illegal war. Bei seiner Entscheidung ging es nicht um die ĂŒbergeordnete Frage, ob die Soldaten ĂŒberhaupt in der Stadt sein dĂŒrfen. 

Die kalifornische Millionenstadt war die erste von mehreren demokratisch regierten StĂ€dten, in die Trump jĂŒngst Soldaten entsandt hatte. 

Senator aus Oregon: «autoritĂ€re Übernahme von Portland»

Der demokratische US-Senator Ron Wyden aus Oregon, kritisierte auf X, dass Trump eine «autoritĂ€re Übernahme von Portland» starte. «Ich fordere die Einwohner Oregons dringend auf, Trumps Versuch zurĂŒckzuweisen, Gewalt in einer Stadt zu schĂŒren, die – wie wir wissen – lebendig und friedfertig ist.»

Auch der BĂŒrgermeister Portlands, Keith Wilson, lehnt einen MilitĂ€reinsatz ab. «Die Anzahl der erforderlichen Soldaten betrĂ€gt null, in Portland und jeder anderen amerikanischen Stadt», teilte er mit. Er sprach von einer «kurzen, teuren und unergiebigen Machtdemonstration». 

Portland zÀhlt zu StÀdten, die Kooperation mit ICE verweigern

Portland hat mehr als 600.000 Einwohnerinnen und Einwohner und bezeichnet sich selbst als «Sanctuary City». Der Begriff wird fĂŒr StĂ€dte verwendet, die sich auf unterschiedliche Weise weigern, mit ICE zu kooperieren.

Vergangene Woche hatte die Stadt angekĂŒndigt, untersuchen zu wollen, ob eine ICE-Einrichtung in Portland gegen Vorschriften verstĂ¶ĂŸt. So seien womöglich Menschen ĂŒber Nacht oder lĂ€nger als zwölf Stunden festgehalten worden – obwohl das nicht erlaubt sei.

Das Heimatschutzministerium wiederum erwĂ€hnte in einer Mitteilung zu angeblich von Antifa-AnhĂ€ngern ausgeĂŒbter Gewalt am Freitag Randalierer in Portland, die mehrfach eine dortige ICE-Einrichtung angegriffen hĂ€tten. Es listete dabei mehrere FĂ€lle auf, die sich im Juni zugetragen haben sollen. 

In der Stadt gab es US-Medien zufolge einige Proteste rund um eine ICE-Einrichtung, die sich gegen Trumps umstrittene Einwanderungspolitik richteten. Die meisten Demonstrationen seien friedlich verlaufen, einige hĂ€tten jedoch auch mit einem Einsatz von TrĂ€nengas geendet und die Einrichtung sei im Sommer fĂŒr mehrere Tage geschlossen worden, berichtete etwa der Sender CNN. 

Los Angeles, Washington, Memphis, Portland

Als Trump vor Monaten Soldaten nach Los Angeles schickte, begrĂŒndete er das unter anderem mit angeblichem Chaos und Widerstand gegen Beamte der Einwanderungsbehörde ICE, deren Razzien öfter Proteste in den USA auslösen. Er ordnete zudem den Einsatz von Soldaten in Washington an, um angeblich ausufernde KriminalitĂ€t in der US-Hauptstadt einzudĂ€mmen. Kritiker warnen, der PrĂ€sident nutze die StĂ€dte als Experimentierfeld fĂŒr einen autoritĂ€ren Regierungsstil. 

Trump kĂŒndigte auch einen Soldateneinsatz in der ebenfalls demokratisch regierten Stadt Memphis im US-Bundesstaat Tennessee an. Immer wieder drohte er zudem damit, die Nationalgarde in Chicago einzusetzen. Sowohl der dortige demokratische BĂŒrgermeister als auch der demokratische Gouverneur des Bundesstaats Illinois lehnten das ab.

@ dpa.de