Kommunen, KriminalitÀt

Portland und Oregon verklagen Trump wegen MilitÀreinsatz

29.09.2025 - 02:18:12

Die Liste der US-StÀdte, in die Trump das MilitÀr schickt, wird lÀnger: Nun sollen Soldaten in Portland eingesetzt werden - gegen den Willen von Stadt und Bundesstaat. Der Fall erreicht die Justiz.

Portland und der US-Bundesstaat Oregon wehren sich mit einer Klage gegen einen von PrĂ€sident Donald Trump angekĂŒndigten MilitĂ€reinsatz in der Stadt. Dieser sei rechtswidrig, heißt es in der Klageschrift. Mit der Klage wollen Stadt und Bundesstaat den MilitĂ€reinsatz per Gericht stoppen lassen.

Der Bundesstaat Oregon, in dem sich Portland befindet, verweist auf seine souverÀne Befugnis zur Verwaltung der eigenen Strafverfolgung und der Nationalgarde. In den USA unterstehen die Nationalgarden den jeweiligen Bundesstaaten. Nur die Hauptstadt Washington ist eine Ausnahme - dort unterstehen die Soldaten direkt dem PrÀsidenten.

Die bei einem Gericht in Oregon eingereichte Klage richtet sich neben Trump auch gegen Pentagon-Chef Pete Hegseth, den die US-Regierung jĂŒngst in «Kriegsminister» umbenannte, und gegen Heimatschutzministerin Kristi Noem.

200 Nationalgardisten unter Bundesdienst gestellt

In der Klage wird der US-Regierung vorgeworfen, Hegseth habe am Sonntag per Memorandum 200 Mitglieder der Nationalgarde in Oregon zum Bundesdienst einberufen. Mit der Klage wollen Stadt und Bundesstaat den MilitĂ€reinsatz per Gericht unterbinden lassen. Einen Einsatz der Soldaten zur zivilen Strafverfolgung betrachten sie als Verstoß.

Ein Gericht in Kalifornien hatte jĂŒngst der US-Regierung einen solchen Einsatz von Soldaten in Los Angeles untersagt.

In den USA haben die Gouverneure eines Bundesstaates normalerweise die Kontrolle ĂŒber die Nationalgarde. Kommt es zum Krieg oder zu nationalen NotfĂ€llen, kann aber der US-PrĂ€sident das Kommando ĂŒbernehmen. Die Nationalgarde ist eine militĂ€rische Reserveeinheit und Teil der US-StreitkrĂ€fte. Sie kann etwa bei Naturkatastrophen, Unruhen oder NotfĂ€llen im Inneren eingesetzt werden.

Trump hatte zu Einsatz in Portland aufgerufen

Der US-PrĂ€sident hatte am Samstag auf Truth Social geschrieben, Hegseth solle so viele Soldaten wie nötig bereitstellen, um die Stadt Portland zu schĂŒtzen und Einrichtungen der Einwanderungsbehörde ICE gegen Antifa-AnhĂ€nger und «andere inlĂ€ndische Terroristen» zu verteidigen.

Nationalgardisten in mehreren StÀdten

Trump hatte bereits vor Monaten Soldaten nach Los Angeles geschickt mit dem Ziel, Proteste gegen ICE-Razzien zurĂŒckzudrĂ€ngen. Vor Wochen hatte der US-PrĂ€sident außerdem einen Einsatz der Nationalgarde in der US-Hauptstadt Washington veranlasst - dort allerdings, um die aus seiner Sicht ausufernde KriminalitĂ€t einzudĂ€mmen. Kritiker werfen ihm eine Show vor und befĂŒrchten, dass sich die Stimmung in den StĂ€dten mit Blick auf die laufenden ICE-Razzien weiter aufheizen könnte.

Trump kĂŒndigte auch einen Soldateneinsatz in der ebenfalls demokratisch regierten Stadt Memphis im US-Bundesstaat Tennessee an. Immer wieder drohte er zudem damit, die Nationalgarde in Chicago einzusetzen. Bisher hat Trump stets in Orten eingegriffen, die von Demokraten regiert werden.

@ dpa.de