Trump-Regierung, Harvard

Trump-Regierung will Harvard neue Fördermittel verwehren

06.05.2025 - 02:08:07

Die Trump-Regierung geht verstÀrkt gegen Hochschulen vor, denen sie eine «woke Ideologie» unterstellt. Besonders im Visier: eine Elite-Uni, die sich juristisch zur Wehr setzt.

Im Streit mit amerikanischen Hochschulen will die US-Regierung unter PrĂ€sident Donald Trump der Elite-UniversitĂ€t Harvard keine neuen Fördermittel mehr gewĂ€hren. Bildungsministerin Linda McMahon informierte Harvard-PrĂ€sident Alan Garber darĂŒber in einem Schreiben, das sie auch auf der Plattform X veröffentlichte. Die Hochschule solle keine weiteren BundeszuschĂŒsse erhalten, solange sie keine «verantwortungsvolle FĂŒhrung» nachweise, hatte zuvor ein hochrangiger Vertreter ihres Ministeriums erklĂ€rt. Betroffen seien zunĂ€chst Forschungsgelder. 

Zur BegrĂŒndung hieß es, die Hochschule mit Sitz in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts profitiere massiv von staatlicher UnterstĂŒtzung, halte sich aber nicht an föderale Vorgaben – bei gleichzeitig nahezu unversteuertem Milliardenvermögen. Unter anderem im Umgang mit Antisemitismus habe Harvard versagt. 

Auf dem Campus von Harvard und vielen anderen US-UniversitĂ€ten hatte es im vergangenen Jahr propalĂ€stinensische Demonstrationen gegeben. Kritiker werfen Trump vor, den Antisemitismus-Vorwurf gezielt zu nutzen, um politischen Druck auf unliebsame Institutionen auszuĂŒben.

Harvard wehrt sich juristisch

Die US-Regierung geht hart gegen UniversitÀten vor, denen sie eine linksliberale Ausrichtung unterstellt. Im Visier stehen dabei insbesondere Programme zur Förderung benachteiligter Gruppen, die Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Geschlecht oder Hautfarbe ausgleichen sollen. Trump lehnt das als Ausdruck einer «woken Ideologie» ab.

Harvard verweigert sich jedoch – anders als andere Hochschulen – weitreichenden Forderungen aus Washington, etwa zu Zulassungsverfahren, Verhaltensregeln und Personalentscheidungen. Nachdem die UniversitĂ€t entsprechende Auflagen abgelehnt hatte, fror die Regierung bereits erhebliche Mittel ein: Insgesamt ließ Trump 2,2 Milliarden US-Dollar (rund 1,9 Mrd Euro) an mehrjĂ€hrigen BundeszuschĂŒssen sowie rund 60 Millionen Dollar aus laufenden VertrĂ€gen mit der UniversitĂ€t auf Eis legen. Laut US-Medien stehen staatliche Fördermittel in einer Gesamthöhe von rund 9 Milliarden US-Dollar auf dem Spiel.

Harvard wehrt sich juristisch gegen das Vorgehen. Die Hochschule sieht darin einen Verstoß gegen die im ersten Verfassungszusatz garantierte Meinungsfreiheit.

Zuletzt drohte Trump auch damit, der UniversitĂ€t könnten Steuerprivilegien entzogen werden – sie solle kĂŒnftig wie eine politische Organisation behandelt werden.

@ dpa.de