Trump: Irans Atomanlagen zerstört - Neue Angriffe auf Israel
22.06.2025 - 07:23:01Der Iran hat nach den US-Angriffen auf Atomanlagen der Islamischen Republik mit Konsequenzen gedroht. «Die Ereignisse von heute Morgen sind ungeheuerlich und werden dauerhafte Folgen haben», schrieb Irans AuĂenminister Abbas Araghtschi auf X. Irans mĂ€chtige Revolutionsgarden, die Elitestreitmacht des Landes, feuerten erneut Dutzende Raketen auf Israel. Nach Angaben des örtlichen Rettungsdienstes wurden 16 Menschen verletzt. Es habe mindestens zehn EinschlĂ€ge gegeben. Irans staatlicher Rundfunk berichtete von etwa 30 auf Israel abgefeuerten Raketen.Â
Die USA hatten Stunden zuvor an der Seite Israels in den Krieg eingegriffen und laut US-PrĂ€sident Donald Trump Irans «entscheidende Anlagen zur Uran-Anreicherung» komplett zerstört. Nach EinschĂ€tzung der internationalen Atombehörde IAEA wurde keine Strahlung auĂerhalb der Einrichtungen freigesetzt. «Nach Angriffen auf drei Atomanlagen im Iran â darunter Fordo â kann die IAEA bestĂ€tigen, dass bislang keine Erhöhung der Strahlenwerte auĂerhalb der Anlagen gemeldet wurde», teilte die Behörde auf X mit.Â
Trump warnt den Iran
Trump warnte den Iran vor VergeltungsschlĂ€gen gegen US-StĂŒtzpunkte in der Region. «Wenn der Frieden nicht schnell kommt, werden wir die anderen Ziele mit PrĂ€zision, Schnelligkeit und Geschick angreifen, die meisten von ihnen können in wenigen Minuten ausgeschaltet werden», warnte Trump die FĂŒhrung in Teheran. Das Ziel der USA sei die Zerstörung der iranischen KapazitĂ€ten zur Anreicherung gewesen und die Beendigung der nuklearen Bedrohung durch den «weltweit gröĂten staatlichen Sponsor des Terrors», erklĂ€rte Trump.Â
Bombardiert worden seien die unterirdische Uran-Anreicherungsanlage in Fordo sowie die Standorte Natans und Isfahan, sagte Trump im WeiĂen Haus. Iran mĂŒsse sich jetzt fĂŒr den Weg des Friedens entscheiden, sonst wĂŒrden kĂŒnftige Attacken viel gröĂer. Ob der Iran Vergeltung ĂŒben wird, bleibt abzuwarten. Auf den StĂŒtzpunkten des US-MilitĂ€rs in der Region - etwa im Irak, in Katar oder in Kuwait - sind US-Medien zufolge insgesamt gut 40.000 Soldaten stationiert.Â
Araghtschi hatte zuletzt noch mit den USA ĂŒber das Atomprogramm verhandelt. Irans Vertretung bei den Vereinten Nationen forderte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats, wie der staatliche Rundfunk berichtete. Die proiranische Huthi-Miliz im Jemen verurteilte die US-Angriffe als «brutale und feige Aggression». Sie seien «eine eklatante Verletzung» der SouverĂ€nitĂ€t des Irans sowie «ein klarer Bruch» internationalen Rechts, erklĂ€rte die Organisation.Â
UN-Chef warnt vor katastrophalen Folgen fĂŒr die Welt
Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu sprach von einer «mutigen Entscheidung» des US-PrĂ€sidenten. «Ihre mutige Entscheidung, die nuklearen Anlagen Irans mit der gewaltigen und gerechten Macht der Vereinigten Staaten ins Visier zu nehmen, wird die Geschichte verĂ€ndern», sagte Netanjahu in einer Video-Botschaft. Verteidigungsminister Israel Katz sprach von einem historischen Schritt. Ziel sei es, «sicherzustellen, dass der Iran keine Atomwaffen besitzt â Waffen, die Israel, die LĂ€nder der Region und das nationale Sicherheitsinteresse der USA selbst gefĂ€hrdet hĂ€tten».Â
UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres zeigte sich nach den US-Angriffen «zutiefst beunruhigt» und warnte vor katastrophalen Folgen fĂŒr die Welt. «In dieser gefĂ€hrlichen Stunde ist es von entscheidender Bedeutung, eine Spirale des Chaos zu vermeiden», sagte Guterres in der Nacht. Die Mitgliedsstaaten seien aufgefordert, ihren Verpflichtungen aus der UN-Charta nachzukommen. «Es gibt keine militĂ€rische Lösung. Der einzige Weg nach vorne ist die Diplomatie. Die einzige Hoffnung ist der Frieden», sagte Guterres.
US-Medien: Bei Angriffen im Iran auch von U-Booten gefeuert
Bei dem Angriff auf die iranische Atomanlage in Natans setzte das US-MilitĂ€r ĂŒbereinstimmenden US-Medienberichten zufolge zwei bunkerbrechende Bomben ein. Diese seien von einem Tarnkappenbomber des Typs B-2 abgeworfen worden. Zudem sei Natans auch von U-Booten aus mit Marschflugkörpern angegriffen worden. Auf die unterirdische Atomanlage Fordo hĂ€tten sechs Tarnkappenbomber insgesamt ein Dutzend der gröĂten bunkerbrechenden Bombe des US-MilitĂ€rs abgeworfen, hieĂ es. Das dritte US-Angriffsziel in Isfahan wurde demnach nur mit Marschflugkörpern angegriffen.
Das US-MilitĂ€r hatte bisher nur Israel bei der Verteidigung unterstĂŒtzt, aber betont, dass man nicht an den Kampfhandlungen zwischen Israel und dem Iran beteiligt sei. Das hat sich jetzt geĂ€ndert - mit unvorhersehbaren Folgen.Â
Iran bestĂ€tigt Angriffe auf AtomanlagenÂ
Der Iran bestÀtigte einen Angriff auf die Atomanlagen des Landes. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete allerdings nur, dass ein Teil des Bereichs um die Uran-Anreicherungsanlage Fordo beschÀdigt worden sei. Sie zitierte einen Sprecher des Krisenstabs der betroffenen Provinz Ghom, demzufolge die Lage in den Gebieten nun jedoch wieder ruhig sei. Ein hochrangiger Sicherheitsbeamter der Provinz Isfahan bestÀtigte laut der mit den mÀchtigen Revolutionsgarden verbundenen Nachrichtenagentur Tasnim zudem Angriffe «in der NÀhe» der Atomanlagen von Isfahan und Natans.
Nach dem US-Angriff auf Fordo besteht nach Darstellung einer iranischen Behörde kein Risiko. Es bestehe keinerlei Gefahr fĂŒr die Bevölkerung von Ghom und die umliegenden Gebiete, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Krisenmanagementzentrale der betroffenen Provinz. Irans Atomenergieorganisation rief die Weltgemeinschaft auf, die Angriffe zu verurteilen. Die «barbarische Aktion» verstoĂe gegen internationales Recht.
VorwĂŒrfe machte Teheran auch der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA. Die Angriffe seien «unter der GleichgĂŒltigkeit oder gar Mitwirkung» der IAEA erfolgt. Irans Atomorganisation erklĂ€rte, dass trotz der «bösartigen Verschwörungen der Feinde» Irans Nuklearprogramm nicht gestoppt werde.
Wie sich der Krieg entwickelt hat
Israel greift seit Tagen Ziele im Iran an - darunter Atomanlagen, fĂŒhrende MilitĂ€rs, Atomwissenschaftler, Verteidigungsstellungen, Ziele in StĂ€dten und Ăl- und Erdgasfelder. Das erklĂ€rte Hauptziel ist es, die Islamische Republik an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel.
Trump hatte am Donnerstag erklĂ€ren lassen, innerhalb von zwei Wochen eine Entscheidung ĂŒber eine mögliche Beteiligung der USA an dem Krieg zu treffen. Zuvor hatte er auf dem Verhandlungsweg versucht, den Iran von seinem umstrittenen Atomprogramm abzubringen. Eine weitere Runde der vom Oman vermittelten GesprĂ€che zwischen den USA und dem Iran war ursprĂŒnglich fĂŒr den vergangenen Sonntag geplant gewesen - doch Israels Angriffe machten den Plan zunichte.Â
Der Krieg zwischen den beiden Erzfeinden Israel und Iran ist eine bedeutende Eskalation der ohnehin dramatischen Lage im Nahen Osten. Israel fĂŒhrt seit dem Hamas-Massaker in Israel vom 7. Oktober 2023 Krieg gegen die Islamisten im Gazastreifen. Zwischenzeitlich bombardierte Israel auch die mit dem Iran verbĂŒndete Hisbollah-Miliz im Libanon.







