USA, Iran

Streitpunkt Uran: Vance sieht FĂŒhrung in Teheran am Zug

14.04.2026 - 05:00:58 | dpa.de

Die USA hatten den Krieg gegen den Iran eigentlich schon fĂŒr gewonnen erklĂ€rt. Bei ihrer Hauptforderung zeichnet sich indes keine AnnĂ€herung ab. Ob und wann weiter verhandelt wird, ist offen.

  • Vance sieht nach Verhandlungen den Iran am Zug (Archivbild). - Foto: Jacquelyn Martin/AP Pool/AP/dpa
  • Klingbeil kritisiert Vorgehen der USA. - Foto: Kay Nietfeld/dpa
  • Den USA fehlt laut Peseschkian der politische Wille. (Archivbild) - Foto: Shadati/XinHua/dpa
Vance sieht nach Verhandlungen den Iran am Zug (Archivbild). - Foto: Jacquelyn Martin/AP Pool/AP/dpa Klingbeil kritisiert Vorgehen der USA. - Foto: Kay Nietfeld/dpa Den USA fehlt laut Peseschkian der politische Wille. (Archivbild) - Foto: Shadati/XinHua/dpa

Nach der ergebnislosen ersten Runde direkter Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran seit Kriegsbeginn spricht US-VizeprÀsident JD Vance dennoch von echten Fortschritten. Er sieht jedoch den Iran am Zug, beim Thema Atomprogramm einzulenken. Medienberichten zufolge liegen die Forderungen der beiden Seiten weit auseinander.

US-PrĂ€sident Donald Trump verschĂ€rft derweil die Gangart gegen die FĂŒhrung in Teheran und verwehrt Schiffen in der Straße von Hormus die Passage, sofern sie iranische HĂ€fen als Ziel oder Startpunkt haben. Ob es zu einer weiteren Verhandlungsrunde kommt, ist noch offen. UnbestĂ€tigten Berichten zufolge steht ein zweites Treffen an diesem Donnerstag im Raum.

Vance nennt zwei Knackpunkte aus den Verhandlungen

Trotz bestehender Differenzen sei bei den Verhandlungen in Pakistan am Wochenende vieles in die richtige Richtung gelaufen, sagte Vance dem Sender Fox News. «Wir haben große Fortschritte gemacht.» Jetzt sei allerdings Teheran am Zug, bei dem wichtigsten Punkt aus US-Sicht ZugestĂ€ndnisse zu machen - dem Atomprogramm.

Den USA geht es laut Vance vor allem um zwei Dinge: das hochangereicherte Uran außer Landes zu schaffen und Teheran daran zu hindern, erneut Uran anzureichern. In diesen beiden Punkten seien die Iraner auf die USA zugegangen. «Aber sie haben sich nicht weit genug bewegt», sagte Vance. Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommt, ließ er auf Nachfrage offen. 

Peseschkian unterstellt US-Seite fehlenden politischen Willen

Die USA und der Iran hatten am Wochenende in Islamabad direkte GesprĂ€che unter Vermittlung Pakistans gefĂŒhrt, die ohne greifbares Ergebnis zu Ende gingen. Die iranische Seite hatte unter anderem von Â«ĂŒberzogenen Forderungen» der USA gesprochen.

Der iranische PrĂ€sident Massud Peseschkian machte nun erneut die USA fĂŒr das Scheitern der FriedensgesprĂ€che verantwortlich. Übertriebene Forderungen und der «mangelnde politische Wille hochrangiger US-Beamter» hĂ€tten eine Einigung verhindert, sagte Peseschkian laut einem Bericht des staatlichen englischsprachigen Senders PressTV in einem Telefonat mit dem französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron. 

Berichte: USA wollen 20-jÀhriges Uran-Moratorium

Medienberichten zufolge forderten die USA vom Iran, 20 Jahre lang auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. Das berichten das Nachrichtenportal «Axios» und das «Wall Street Journal» unter Berufung auf informierte Quellen. Mit einer entsprechenden Forderung wĂŒrden die USA ihre bisherige Position aufweichen: US-PrĂ€sident Donald Trump hatte erst jĂŒngst betont, es werde keine Urananreicherung geben.

Der Iran hat nach Informationen von US-Medien seinerseits vorgeschlagen, fĂŒr einen kĂŒrzeren Zeitraum auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. «Axios» sprach von einem Zeitraum im einstelligen Bereich, das «Wall Street Journal» von wenigen Jahren.

USA blockieren Straße von Hormus - deutliche Kritik von Klingbeil

Nach den gescheiterten GesprĂ€chen in Pakistan verschĂ€rften die USA derweil ihren Kurs: Ab Montagnachmittag sollte die Straße von Hormus fĂŒr alle Schiffe blockiert werden, die iranische HĂ€fen anlaufen oder verlassen wollen, kĂŒndigte das US-Regionalkommando Centcom an. Nach Informationen des «Wall Street Journal» erwĂ€gen Trump und seine Berater zudem, begrenzte MilitĂ€rschlĂ€ge im Iran wieder aufzunehmen.

Vizekanzler Lars Klingbeil hĂ€lt die Blockade derweil nicht fĂŒr den richtigen Weg: «Das fĂŒhrt alles dazu, dass die Lage noch instabiler wird und dass wir wirtschaftliche Konsequenzen bei Energiepreisen und Lieferketten weiter auch bei uns spĂŒren», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. «Die USA und der Iran stehen in der Verantwortung, eine tragfĂ€hige Lösung fĂŒr Frieden zu finden.» Niemand habe Sympathien fĂŒr die FĂŒhrung in Teheran. «Aber das ist ein Scherbenhaufen, den die Amerikaner im Iran angerichtet haben.»

Guterres: Einigung kann nicht ĂŒber Nacht erfolgen

UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres mahnte die Kriegsparteien, angesichts der gescheiterten Verhandlungen am Ball zu bleiben. Die GesprĂ€che in Islamabad hĂ€tten die «Ernsthaftigkeit des Engagements» betont und stellten somit einen bedeutenden Schritt hin zu einem neuen Dialog dar, teilte der Sprecher des UN-Chefs mit. «Angesichts der tief verwurzelten Differenzen kann eine Einigung nicht ĂŒber Nacht erzielt werden.»

Trotz der ungewissen Aussichten in den Verhandlungen pochte der US-Vize Vance weiter auf ein baldiges Kriegsende. Die USA hĂ€tten ihre Ziele erreicht und könnten ihr Engagement langsam zurĂŒckfahren. «Der PrĂ€sident hat gesagt, dass das nicht fĂŒr immer andauern wĂŒrde», sagte Vance.

Trump hatte die Dauer des Krieges zu Beginn der KĂ€mpfe nach eigener Aussage auf maximal vier Wochen geschĂ€tzt, spĂ€ter hieß es dann vier bis sechs Wochen. Dieser Zeitrahmen war am vergangenen Wochenende abgelaufen.

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