USA, DĂ€nemark

Schnitzer will eindeutige und geschlossene Antwort auf US-Zölle

18.01.2026 - 16:32:31

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer verlangt eine entschiedene Reaktion der EuropĂ€er auf die Zolldrohungen von US-PrĂ€sident Donald Trump."Die Antwort darauf muss eindeutig und geschlossen sein: Grönland steht nicht zum Verkauf", sagte die Chefin des SachverstĂ€ndigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der "SĂŒddeutschen Zeitung".

"Europa muss mit der klaren Ansage reagieren, dass es bereit ist, den wirtschaftlichen Preis einer Zollerhöhung fĂŒr seine SouverĂ€nitĂ€t zu zahlen."

Trump hatte angekĂŒndigt, einzelnen europĂ€ischen Staaten, darunter Deutschland, höhere Zölle abzuverlangen. Diese sollen im Juni steigen, falls die LĂ€nder nicht einem Verkauf Grönlands an die USA zustimmen. Dies zeige, "dass es nicht um die Sicherheitslage in der Arktis geht", sagte Schnitzer. "Es geht um die Annexion auslĂ€ndischen Territoriums, um die Verschiebung von Grenzen durch die einseitige Androhung von Gewalt."

Unterdessen warnt die deutsche Stahlindustrie vor weitreichenden Folgen des neuen US-Zolls. "Die angekĂŒndigten Maßnahmen wĂ€ren ein erneuter harter Schlag durch eine zunehmend unberechenbare US-Handelspolitik" sagte Kerstin Maria Rippel, Chefin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, der "SĂŒddeutschen Zeitung". Denn im Kern gehe es um neue, separate Strafzölle, die auf bestehende Handelszölle aufgeschlagen wĂŒrden. FĂŒr die Stahlindustrie, deren Exporte schon jetzt mit 50 Prozent Zoll belegt werden, steige der Zollsatz damit am 1. Februar auf 60 und am 1. Juni auf 75 Prozent. Der Zoll betreffe auch "Stahlderivate", also stahlintensive GĂŒter wie Maschinen. "FĂŒr unsere Unternehmen bedeuten diese zusĂ€tzlichen Maßnahmen steigende Kosten, gestörte Lieferketten und eine weitere SchwĂ€chung der internationalen WettbewerbsfĂ€higkeit", warnte Rippel.

@ dts-nachrichtenagentur.de