Irans Justiz: Bislang keine Todesurteile verhÀngt
18.01.2026 - 10:44:03Die iranische Justiz hat nach Angaben eines Sprechers bislang keine Todesurteile im Zusammenhang mit den jĂŒngsten Massenprotesten verhĂ€ngt. Der Sprecher sagte laut der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews, dies sei «ein strenger und langwieriger Prozesse», der Monate oder Jahre dauern könne.Â
Der Sprecher sprach von angeblichen «Söldnern» der israelischen und US-amerikanischen Geheimdienste Mossad und CIA. Er erklĂ€rte weiter, die Justiz bemĂŒhe sich, zwischen getĂ€uschten Demonstrierenden und den eigentlichen Anstiftern zu unterscheiden. Erst wenn ausreichende Beweise vorlĂ€gen, wĂŒrden gegen die Anstifter harte Strafen verhĂ€ngt.
Diese Darstellung entspricht der Linie iranischer Behörden, die Proteste hÀufig als vom Ausland gesteuert bezeichnen.
Proteste niedergeschlagen
Im Iran hatten ab Ende Dezember Menschen wegen einer dramatischen Wirtschaftskrise und sehr hoher Inflation protestiert. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen zu politischen Protesten gegen das autoritĂ€re Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Irans Sicherheitsapparat schlug die Proteste brutal nieder. Es gibt Berichte ĂŒber Tausende Tote.
Der Teheraner Staatsanwalt Ali Salehi hatte bereits am Samstag ĂuĂerungen von US-PrĂ€sident Donald Trump zurĂŒckgewiesen, wonach der Iran die Todesurteile gegen Hunderte festgenommene Menschen gestoppt habe. Die Reaktion auf die jĂŒngsten Demonstrationen werde «entschlossen, abschreckend und schnell» sein.
Irans oberster FĂŒhrer Ali Chamenei sagte in einer Rede am Samstag, die «Schuldigen» im Land wĂŒrden nicht ungeschoren davonkommen. «Wir werden den Unruhestiftern den RĂŒcken brechen», so Chamenei.
Trump hatte am Freitag erklĂ€rt, ein US-MilitĂ€rschlag gegen den Iran sei unter anderem deshalb ausgeblieben, weil der Iran die Hinrichtungen von 800 Demonstrierenden abgesagt habe. FĂŒr diese Zahl nannte er keine Quelle. Eine BestĂ€tigung dafĂŒr gibt es nicht.


