Trump kĂŒndigt MilitĂ€reinsatz in weiterer US-Stadt an
27.09.2025 - 18:31:29US-PrĂ€sident Donald Trump beordert wegen angeblicher Bedrohungen durch «inlĂ€ndische Terroristen» das MilitĂ€r in die Stadt Portland im Bundesstaat Oregon. Verteidigungsminister Pete Hegseth, seit Kurzem offiziell «Kriegsminister», solle so viele Soldaten wie nötig bereitstellen, um die Stadt zu schĂŒtzen und Einrichtungen der Einwanderungsbehörde ICE gegen Antifa-AnhĂ€nger und «andere inlĂ€ndische Terroristen» zu verteidigen, schrieb er auf Truth Social.
Der Republikaner Trump hatte die Antifa-Bewegung erst kĂŒrzlich als Terrororganisation eingestuft â und Ermittlungen angekĂŒndigt. Mangels Organisationsstrukturen der losen Bewegung blieb allerdings unklar, wie genau er das umsetzen will.Â
Mit Blick auf den Soldateneinsatz in Portland signalisierte Trump nun, dass er dem MilitĂ€r weitreichende Vollmachten zum Gewalteinsatz gibt â zunĂ€chst blieb aber unklar, was genau das umfasst. Trump machte auch keine Angaben dazu, welche militĂ€rischen Einheiten ab wann eingesetzt werden sollen.Â
Senator aus Oregon kritisiert «autoritĂ€re Ăbernahme von Portland»
Die demokratische Gouverneurin des Bundesstaats Oregon, Tina Kotek, schrieb auf X, dass sich ihr BĂŒro an das WeiĂe Haus und das Heimatschutzministerium wende, um weitere Informationen zu erhalten. Der Bundesstaat sei nicht ĂŒber den Grund oder Zweck eines MilitĂ€reinsatzes unterrichtet worden, kritisierte sie. «In Portland besteht keine Gefahr fĂŒr die nationale Sicherheit.»Â
Noch schĂ€rfer fiel die Kritik des demokratischen US-Senators aus Oregon, Ron Wyden, aus: «Trump startet eine autoritĂ€re Ăbernahme von Portland in der Hoffnung, einen Konflikt in meiner Heimatstadt zu provozieren», monierte er auf X. «Ich fordere die Einwohner Oregons dringend auf, Trumps Versuch zurĂŒckzuweisen, Gewalt in einer Stadt zu schĂŒren, die â wie wir wissen â lebendig und friedfertig ist.»
Portland zÀhlt zu StÀdten, die Kooperation mit ICE verweigern
Portland hat mehr als 600.000 Einwohnerinnen und Einwohner und bezeichnet sich selbst als «Sanctuary City». Der Begriff wird fĂŒr StĂ€dte verwendet, die sich auf unterschiedliche Weise weigern, mit ICE zu kooperieren.
Vergangene Woche hatte die Stadt angekĂŒndigt, untersuchen zu wollen, ob eine ICE-Einrichtung in Portland gegen Vorschriften verstöĂt. So seien womöglich Menschen ĂŒber Nacht oder lĂ€nger als zwölf Stunden festgehalten worden â obwohl das nicht erlaubt sei.
Das Heimatschutzministerium wiederum erwĂ€hnte in einer Mitteilung zu angeblich von Antifa-AnhĂ€ngern ausgeĂŒbter Gewalt am Freitag Randalierer in Portland, die mehrfach eine dortige ICE-Einrichtung angegriffen hĂ€tten. Es listete dabei mehrere FĂ€lle auf, die sich im Juni zugetragen haben sollen.Â
In der Stadt gab es US-Medien zufolge einige Proteste rund um eine ICE-Einrichtung, die sich gegen Trumps umstrittene Einwanderungspolitik richteten. Die meisten Demonstrationen seien friedlich verlaufen, einige hĂ€tten jedoch auch damit geendet, dass TrĂ€nengas eingesetzt und die Einrichtung im Sommer fĂŒr mehrere Tage geschlossen worden sei, berichtete etwa der Sender CNN.Â
Nicht der erste Soldateneinsatz in US-StÀdten
Der US-PrĂ€sident hatte schon vor Monaten Soldaten nach Los Angeles geschickt. Auch dort wurde die Mobilisierung der Nationalgarde im Juni unter anderem mit angeblichem Chaos und Widerstand gegen Beamte der Einwanderungsbehörde ICE begrĂŒndet, deren Razzien öfter Proteste der Bevölkerung auslösen.
Der US-PrĂ€sident entsandte vor Wochen zudem Nationalgardisten nach Washington â und begrĂŒndete das mit angeblich ausufernder KriminalitĂ€t in der US-Hauptstadt. Kritiker warnen, der PrĂ€sident nutze die StĂ€dte als Experimentierfeld fĂŒr einen autoritĂ€ren Regierungsstil.Â
Trump kĂŒndigte zudem einen Soldateneinsatz in der ebenfalls demokratisch regierten Stadt Memphis im US-Bundesstaat Tennessee an. Immer wieder drohte er auch damit, die Nationalgarde in Chicago einzusetzen. Sowohl der dortige demokratische BĂŒrgermeister als auch der demokratische Gouverneur des Bundesstaats Illinois lehnten das ab.





