Warum jetzt? Melania Trumps rÀtselhafter Epstein-Auftritt
10.04.2026 - 04:15:04 | dpa.deIn einem denkwĂŒrdigen Auftritt hat Melania Trump fĂŒr eine neue Wendung im Epstein-Skandal gesorgt â und das Scheinwerferlicht auf sich und ihren Mann, den US-PrĂ€sidenten Donald Trump, gezogen. Die First Lady stritt eine NĂ€he zum SexualstraftĂ€ter Jeffrey Epstein ab und drohte mit juristischen Konsequenzen, sollten Falschbehauptungen darĂŒber verbreitet werden. Was die First Lady zu dem Statement im WeiĂen Haus veranlasste, lieĂ sie offen â und bot damit Raum fĂŒr Spekulationen.
«Die LĂŒgen, die mich mit dem schmachvollen Jeffrey Epstein verbinden, mĂŒssen heute ein Ende finden», sagte Melania Trump bei einem eigens anberaumten Pressetermin â eine BĂŒhne, die die First Lady Ă€uĂerst selten nutzt. Fragen der anwesenden Journalisten waren nicht zugelassen. Ihr Mann begleitete sie nicht. Und auch in den Stunden danach Ă€uĂerte sich der PrĂ€sident nicht auf der Plattform Truth Social â wo er parallel anderes postete.
Warum kommt ihr Auftritt jetzt?
Fragen wirft der Zeitpunkt fĂŒr ihren Auftritt auf: Melania stand bisher nicht im Mittelpunkt der Epstein-Ermittlungen. Beobachtern zufolge könnte sie den Auftritt genutzt haben, um anstehenden Veröffentlichungen vorzugreifen. Denn die First Lady verband ihre Aussagen auch mit der Drohung gegen all jene Akteure, die ihren Ruf beschĂ€digen wollen. Jon Favreau, ein bekannter Podcaster aus den USA, schrieb auf der Plattform X: «Okay, wer wird nun die Melania/Epstein-Story veröffentlichen, der sie gerade zuvorkommen wollte?». Viele andere Posts gingen in eine Ă€hnliche Richtung.
Melania Trump stritt in ihrer rund sechsminĂŒtigen ErklĂ€rung auch eine engere Beziehung zu Epsteins Gehilfin Ghislaine Maxwell ab. «Meine E-Mail-Antwort an Maxwell kann nicht als mehr als eine lockere Korrespondenz eingestuft werden», sagte die First Lady, ohne Details zu nennen.
Die Demokraten aus einem Kongressausschuss hatten zuvor eine Mail aus dem Jahr 2002 veröffentlicht, die sich an «G!» richtete und von «Melania» unterschrieben wurde. Darin geht es unter anderem um ein mögliches Treffen in New York und einen Artikel ĂŒber «JE». Die Angaben zum Absender und EmpfĂ€nger wurden geschwĂ€rzt.
MultimillionĂ€r Jeffrey Epstein aus New York hatte vor Jahrzehnten einen Missbrauchsring betrieben, dem viele Frauen und MinderjĂ€hrige zum Opfer fielen. Ăber mehrere Jahre hinweg soll Epstein MinderjĂ€hrige etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. 2019 war Epstein mit 66 Jahren im GefĂ€ngnis gestorben.
Melania gegen Donald Trumps Strategie?
Der Auftritt der First Lady wirft auch deshalb Fragen auf, weil er nicht zur Strategie passt, die das WeiĂe Haus in den vergangenen Monaten zum Epstein-Skandal verfolgte. NĂ€mlich: oftmals zu schweigen oder abzuwiegeln, wenn Fragen zu Donald Trump aufkamen. Das WeiĂe Haus hatte in den vergangenen Monaten alles dafĂŒr getan, den PrĂ€sidenten so weit wie möglich von dem Skandal fernzuhalten.
PrĂ€sident Trump und seine Sprecherin betonten immer wieder, dass man sich Dingen zuwenden solle, die das Land wirklich bewegten. Die US-Regierung warf den Demokraten gar vor, den Epstein-Skandal als politisches Manöver gegen Trump zu nutzen. Melania Trump richtet mit ihrer ErklĂ€rung â gewollt oder ungewollt â einen Scheinwerfer nun auch auf ihren Mann.
Donald Trump hatte sich mit HĂ€nden und FĂŒĂen gegen eine Veröffentlichung der Ermittlungsakten im Fall Epstein gewehrt, obwohl er noch im PrĂ€sidentschaftswahlkampf genau das Gegenteil gefordert hatte. Das hatte Spekulationen angeheizt. Epstein und Trump kannten sich â was per se erst einmal nichts heiĂt. Erst auf Druck des Kongresses setzte Trump dann seine Unterschrift unter die gesetzlich angeordnete Veröffentlichung der Ermittlungsakten.
VorstoĂ zur Aufarbeitung im Kongress
Melania Trump sagte weiter, sie selbst sei kein Opfer von Epstein gewesen. Den Kongress forderte sie auf, Opfer des SexualstraftÀters unter Eid Aussagen zu lassen. «Jede einzelne Frau sollte auf Wunsch die Gelegenheit bekommen, ihre Geschichte öffentlich zu erzÀhlen.»
Zuspruch erhielt sie ausgerechnet vom demokratischen Abgeordneten Robert Garcia. Er forderte den zustĂ€ndigen Ausschussvorsitzenden Republikaner, James Comer, auf, eine öffentliche Anhörung anzusetzen. Der republikanische Abgeordnete Thomas Massie, der die Initiative zur Veröffentlichung der Epstein-Ermittlungsakten mit angestoĂen hatte, stellte sich dem entgegen. Die Opfer hĂ€tten bereits die Chance zur Aussage gehabt, doch das US-Justizministerium sei untĂ€tig geblieben. Er forderte strafrechtliche Ermittlungen.
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