Nahost, Israel

Trumps Kehrtwende: Waffenruhe im Iran soll lÀnger laufen

21.04.2026 - 23:43:16 | dpa.de

Trump will die Waffenruhe im Iran-Krieg verlÀngern - ein Schritt, den er tags zuvor als sehr unwahrscheinlich bezeichnete. Ob sich aber alle Kriegsbeteiligten an die Feuerpause halten, ist unklar.

US-PrĂ€sident Donald Trump hat angekĂŒndigt, die Waffenruhe im Krieg mit dem Iran zu verlĂ€ngern.  - Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
US-PrĂ€sident Donald Trump hat angekĂŒndigt, die Waffenruhe im Krieg mit dem Iran zu verlĂ€ngern. - Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Kurz vor Ende der Waffenruhe hat US-PrĂ€sident Donald Trump dem Iran mehr Zeit fĂŒr eine Verhandlungslösung gegeben und die Feuerpause ĂŒberraschend verlĂ€ngert. Die Waffen sollen schweigen, bis die iranische FĂŒhrung mit einem geeinten Vorschlag an den Tisch kommt, wie Trump auf seiner Plattform Truth Social mitteilte. Eine neue Frist mit Termin setzte der US-PrĂ€sident nicht. Unklar bleibt zunĂ€chst, ob sich auch der Iran und Israel an die Feuerpause gebunden fĂŒhlen.

Wenig ĂŒberraschend sei die FĂŒhrung im Iran tief gespalten, schrieb Trump. Deshalb werde er die Feuerpause verlĂ€ngern, bis es aus dem Iran einen geeinten Vorschlag gebe und die GesprĂ€che zu einem Ende kĂ€men, «auf die eine oder die andere Art und Weise».

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete kurz nach Trumps AnkĂŒndigung, eine offizielle Position Irans werde zu einem spĂ€teren Zeitpunkt bekanntgegeben. Die Agentur habe aus Quellen erfahren, dass Teheran keine VerlĂ€ngerung der Waffenruhe erbeten habe. Das Sprachrohr der mĂ€chtigen Revolutionsgarden berichtete weiter, der Iran werde die fĂŒr den Welthandel wichtige Straße von Hormus nicht freigeben, solange die US-Seeblockade anhalte. Nötigenfalls werde die Blockade mit Gewalt durchbrochen. 

Trump bezeichnete VerlÀngerung zuvor als unwahrscheinlich

Mit der VerlĂ€ngerung auf unbestimmte Zeit geht Trump einen Weg, den er noch am Vortag als «sehr unwahrscheinlich» bezeichnet hatte. Stattdessen pochte er auf ein Abkommen, um den Krieg dauerhaft beizulegen. Trotz der BemĂŒhungen Pakistans konnten sich Washington und Teheran jedoch bis zuletzt nicht auf eine weitere Verhandlungsrunde in Islamabad einigen.

Vor knapp anderthalb Wochen hatte in Pakistan bereits eine erste Verhandlungsrunde hochrangiger Delegationen aus Washington und Teheran stattgefunden, die auf US-Seite von Vance geleitet wurde. Die GesprÀche endeten jedoch ohne Ergebnis.

Trump schlug in seinem Post einen auffÀllig harmlosen Ton an: keine neuen Drohungen, keine Beleidigungen. Noch am Morgen hatte er gedroht, das MilitÀr sei startklar, sollte es zu keiner Vereinbarung kommen. 

Bericht: Teheran nicht bereit zu weiterer Verhandlungsrunde

An einem zentralen Hindernis fĂŒr die GesprĂ€che aus iranischer Sicht will Trump derweil festhalten. Er habe dem US-MilitĂ€r befohlen, die Straße von Hormus weiter fĂŒr Schiffe zu blockieren, die von iranischen HĂ€fen kommen oder diese ansteuern. Teheran hatte die Blockade als Verstoß gegen die Feuerpause und als Hindernis fĂŒr weitere Verhandlungen dargestellt.

Kurz vorher hatte die iranische Nachrichtenagentur Tasnim gemeldet, iranische Vertreter wĂŒrden nicht zu Verhandlungen nach Pakistan reisen. Die USA seien von Â«ĂŒbertriebenen Forderungen» in den vergangenen Tagen nicht abgerĂŒckt und es habe daher keine nennenswerten Fortschritte gegeben, hieß es weiter. Unter diesen UmstĂ€nden sei eine Teilnahme an den Verhandlungen «reine Zeitverschwendung», hieß es in dem Bericht.

Ohne eine VerlĂ€ngerung wĂ€re die Waffenruhe Trumps Angaben zufolge am Mittwoch (Washington Ortszeit) ausgelaufen, also in der deutschen Nacht zu Donnerstag. Trump hatte fĂŒr diesen Fall mit schweren Angriffen auf den Energiesektor sowie zivile Infrastruktur im Iran gedroht.

Teheran drohte den USA mit der «Hölle»

Trump hatte Teheran wenige Stunden zuvor vorgeworfen, die Feuerpause wiederholt missachtet zu haben. Details nannte der US-PrÀsident nicht.

Auch aus dem Iran kamen harsche Töne Richtung Washington: Das MilitĂ€r sei einsatzbereit und werde sich nicht ĂŒberraschen lassen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Neue Ziele fĂŒr mögliche Angriffe seien fĂŒr eine RĂŒckkehr zum Krieg identifiziert worden. Vom ersten Moment der Wiederaufnahme von Angriffen werde man eine «Hölle» fĂŒr die Amerikaner und Israelis schaffen, hieß es.

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