USA, Diplomatie

USA verstĂ€rken Diplomatie fĂŒr Lösung des Ukraine-Kriegs

12.02.2025 - 03:57:44

US-PrÀsident Trump hat versprochen, den Ukraine-Krieg innerhalb von 24 Stunden nach seinem Amtsantritt zu beenden. Drei Wochen spÀter werden erste UnterhÀndler losgeschickt.

  • Steve Witkoff hat in Russland die Freilassung eines dort inhaftierten US-StaatsbĂŒrgers erwirkt. (Archivbild) - Foto: Matt Rourke/AP/dpa

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  • Pete Hegseth kommt erstmals zu Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe und der Nato-Verteidigungsminister nach BrĂŒssel.  - Foto: Michael Probst/AP/dpa

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  • US-PrĂ€sident Trump will Finanzminister Bessent in die Ukraine schicken. (Archivbild) - Foto: Evan Vucci/AP/dpa

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  • J.D. Vance soll zur MĂŒnchner Sicherheitskonferenz an diesem Wochenende kommen. (Archivbild) - Foto: Rod Lamkey/AP/dpa

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Steve Witkoff hat in Russland die Freilassung eines dort inhaftierten US-StaatsbĂŒrgers erwirkt. (Archivbild) - Foto: Matt Rourke/AP/dpaPete Hegseth kommt erstmals zu Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe und der Nato-Verteidigungsminister nach BrĂŒssel.  - Foto: Michael Probst/AP/dpaUS-PrĂ€sident Trump will Finanzminister Bessent in die Ukraine schicken. (Archivbild) - Foto: Evan Vucci/AP/dpaJ.D. Vance soll zur MĂŒnchner Sicherheitskonferenz an diesem Wochenende kommen. (Archivbild) - Foto: Rod Lamkey/AP/dpa

Kurz vor dem dritten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine schickt US-PrĂ€sident Donald Trump hochrangige Mitglieder seiner Regierung nach Russland und in die Ukraine. So hat der US-Sondergesandte fĂŒr den Nahen Osten, Steve Witkoff, in Russland die Freilassung eines dort inhaftierten US-StaatsbĂŒrgers erwirkt. Witkoff verlasse den russischen Luftraum gemeinsam mir Marc Fogel, teilte das Weiße Haus mit. Fogel war 2021 an einem Moskauer Flughafen festgenommen und spĂ€ter wegen Drogenschmuggels zu einer Haftstrafe verurteilt worden. 

Der US-PrĂ€sident, Witkoff und weitere Berater hĂ€tten mit Moskau einen «Austausch» ausgehandelt, der ein «Zeichen des guten Willens» seitens der Russen sei, so das Weiße Haus. 

Freilassung als Zeichen fĂŒr Fortschritte bei Verhandlungen

Man werte dies als «ein Zeichen dafĂŒr, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen, um den brutalen und schrecklichen Krieg in der Ukraine zu beenden», hieß es weiter. Washington nannte keine weiteren Details. Es war unklar, wie die Vereinbarung genau aussah, und mit wem Witkoff in Russland gesprochen hat. 

Der Sprecher des russischen PrÀsidenten Wladimir Putin, Dmitri Peskow, hatte in den Stunden zuvor einen Besuch Witkoffs im Kreml dementiert. Man habe keine Informationen zu einem Eintreffen des US-Diplomaten. «Es sind keine Kontakte geplant», sagte Peskow.

Der «New York Times» zufolge war Witkoff mit einem Privatjet nach Moskau gereist. Demnach handelt es sich um die erste bekannte Reise eines hochrangigen US-Beamten nach Moskau seit November 2021 - also wenige Monate vor dem Einmarsch russischer Truppen ins Nachbarland. Der damalige CIA-Direktor Bill Burns war seinerzeit fĂŒr GesprĂ€che in Russland.

US-Finanzminister reist nach Kiew

Zudem schickt Trump nun seinen Finanzminister Scott Bessent fĂŒr GesprĂ€che ĂŒber ein Ende des russischen Angriffskriegs in die Ukraine. Bessent werde sich dort mit dem ukrainischen PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj unterhalten, schrieb Trump auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social. Der Krieg mĂŒsse enden und dies werde bald passieren. Es gebe zu viel Tod und Zerstörung, schrieb Trump weiter. «Wenn Amerika stark ist, herrscht Frieden in der Welt», fĂŒgte der Republikaner in Großbuchstaben hinzu. 

Trump nannte keinen genauen Zeitpunkt fĂŒr Bessents Reise. Zuletzt hatte der US-PrĂ€sident besonders auf seltene Mineralien in der Ukraine geschielt und US-Hilfen fĂŒr das von Russland angegriffene Land an Zugang zu deren Rohstoffen geknĂŒpft. Selenskyj hatte deutlich gemacht, sich fĂŒr westliche Hilfe mit Seltenen Erden und anderen BodenschĂ€tzen erkenntlich zeigen zu wollen. Die Ukraine wehrt sich mit westlicher UnterstĂŒtzung seit fast drei Jahren gegen die russische Invasion.

Am Freitag hatte Trump noch ein Treffen mit Selenskyj in Washington in dieser Woche in Aussicht gestellt und betont, selbst nicht in die Ukraine reisen zu wollen. 

Trumps Verteidigungsminister wird zu Ukraine-Tagung erwartet

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth soll Washington derweil bei einem Treffen der Ukraine-Partner in BrĂŒssel am heutigen Mittwoch vertreten, wo ĂŒber die weitere UnterstĂŒtzung des von Russland angegriffenen Landes beraten wird. Im Nato-Hauptquartier kommen am Nachmittag (14.30 Uhr) Verteidigungsminister im Format der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe zur Koordinierung von Waffenhilfen zusammen. 

FĂŒr Medienberichte, wonach der von Trump eingesetzte Ukraine-UnterhĂ€ndler, Keith Kellogg, kommende Woche Donnerstag in die Ukraine reisen wird, gibt es weiterhin keine BestĂ€tigung. Die Vertreter der Trump-Regierung werden indes noch vor der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz in der Ukraine erwartet. Zu der am Freitag beginnenden und am Sonntag endenden Sicherheitskonferenz soll US-VizeprĂ€sident J.D. Vance nach MĂŒnchen kommen.

Selenskyj macht sich fĂŒr Ausbau der Atomenergie stark

Die Verhandlungen mit den USA waren in Selenskyjs abendlicher Videobotschaft nur ein Randthema. Kiew sei auf die GesprĂ€che vorbereitet, sagte der ukrainische Staatschef. Vor dem Hintergrund der stĂ€ndigen russischen Angriffe auf die Energieversorgung der Ukraine war das Hauptthema seiner Botschaft die AnkĂŒndigung, die Atomkraft auszubauen.

«Die Ukraine wird noch zwei Reaktorblöcke am AKW Chmelnyzkyj zubauen können, und das sind mehr als zwei Gigawatt Strom fĂŒr die Ukraine», sagte Selenskyj. Zuvor hatte das Parlament in Kiew den Kauf von zwei Atomreaktoren sowjetischer Bauart von Bulgarien auf den Weg gebracht.

Der Ausbau des AKW Chmelnyzkyj werde es der Ukraine erlauben, im Winter ohne Stromimporte auszukommen, versicherte Selenskyj. NatĂŒrlich gebe es auch Anfeindungen gegen das Projekt. «Aber das sind die Stimmen, fĂŒr die billige Energie in der Ukraine einfach unvorteilhaft ist – sie fĂŒllen ihre Taschen oder die, von denen sie abhĂ€ngig sind, mit teurerer Energie als Atomenergie», wies Selenskyj die Kritik zurĂŒck.

Die Ukraine hat durch den systematischen russischen Beschuss von Energieanlagen inzwischen gut die HĂ€lfte ihrer KapazitĂ€ten verloren. Bereits kurz nach Kriegsbeginn war das im SĂŒdosten des Landes liegende leistungsstĂ€rkste Kernkraftwerk Europas, das AKW Saporischschja, von russischen Truppen besetzt worden.

@ dpa.de

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