Ukraine, Russland

Selenskyj berĂ€t mit Partnern – welche Rolle spielt Europa?

22.05.2026 - 06:46:57 | dpa.de

Weil der Friedensprozess fĂŒr die Ukraine stockt, spricht Selenskyj mit seinen europĂ€ischen VerbĂŒndeten. Diese mĂŒssen erst einmal erreichen, dass Washington und Moskau sie ernst nehmen.

  • Immer wieder schlagen russische Bomben und Drohnen in ukrainischen StĂ€dten ein.  - Bild: Uncredited/Ukrainian Emergency Service/dpa
    Immer wieder schlagen russische Bomben und Drohnen in ukrainischen StÀdten ein. - Bild: Uncredited/Ukrainian Emergency Service/dpa
  • Der belarussische Machthaber Lukaschenko sagt, er sei zu einem Treffen mit Selenskyj bereit.  - Bild: Uncredited/Belarusian Presidential Press Service/dpa
    Der belarussische Machthaber Lukaschenko sagt, er sei zu einem Treffen mit Selenskyj bereit. - Bild: Uncredited/Belarusian Presidential Press Service/dpa
Immer wieder schlagen russische Bomben und Drohnen in ukrainischen StÀdten ein.  - Bild: Uncredited/Ukrainian Emergency Service/dpa Der belarussische Machthaber Lukaschenko sagt, er sei zu einem Treffen mit Selenskyj bereit.  - Bild: Uncredited/Belarusian Presidential Press Service/dpa

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj will heute mit den Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien ĂŒber den stockenden Friedensprozess beraten. «Ich habe ein GesprĂ€ch mit den Partnern der E3 (Europa 3) geplant», sagte er in einer Videobotschaft, die in der Stadt Slawutytsch nördlich von Kiew aufgezeichnet wurde. 

«Wir werden darĂŒber sprechen, wie unser gemeinsamer Druck und unsere gemeinsame diplomatische Arbeit die Lage real beeinflussen können», sagte Selenskyj, ohne weitere Details zu nennen. Angaben zum Format des GesprĂ€chs machte er nicht. Weil er in der Ukraine ist, dĂŒrfte es auf eine Videoschalte mit Bundeskanzler Friedrich Merz, PrĂ€sident Emmanuel Macron und Premierminister Keir Starmer hinauslaufen.

FriedensbemĂŒhungen liegen auf Eis

Die BemĂŒhungen um ein Ende des seit mehr als vier Jahren dauernden russischen Angriffskriegs lagen in den vergangenen Wochen auf Eis. Die USA, die sich nicht primĂ€r als VerbĂŒndete der Ukraine sehen, sondern als Vermittler, sind seit Ende Februar durch den Iran-Krieg abgelenkt. 

Die europĂ€ischen VerbĂŒndeten Kiews waren bislang eher am Rande beteiligt. Sie diskutieren aber, mit welchen Forderungen und welchen UnterhĂ€ndlern man mit Russland ĂŒber ein Kriegsende reden sollte. Moskau nennt sich gesprĂ€chsbereit, rĂŒckt aber nicht von seinen maximalen Kriegszielen ab.

NĂ€chtliche Drohnenangriffe

Ab dem spĂ€ten Donnerstagabend ĂŒberzogen Russland und die Ukraine einander wieder mit Drohnenangriffen. Seitens der ukrainischen Armee zeichnete sich erneut eine grĂ¶ĂŸere Attacke auf Ziele im russischen Hinterland ab. Die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija schrĂ€nkte an zahlreichen FlughĂ€fen den Flugverkehr ein, darunter in Moskau und St. Petersburg. Die ukrainische Luftwaffe ortete russische Drohnen ĂŒber den nordöstlichen Landesteilen Tschernihiw und Sumy.

Sorgen an der Grenze zu Belarus

In Slawutytsch befand sich Selenskyj fast an der Grenze zu Belarus. Er beriet dort mit örtlichen Vertretern ĂŒber einen besseren Schutz der Grenzregion gegen mögliche Angriffe aus dem Nachbarland. Russland wolle seinen engen VerbĂŒndeten Belarus stĂ€rker in den Krieg hineinziehen, warnte er. 

Belarus werde sich an diesem Krieg nur beteiligen, wenn es selbst angegriffen werde, sagte dagegen Machthaber Alexander Lukaschenko in Minsk der staatlichen Nachrichtenagentur Belta zufolge. Er erklÀrte sich bereit zu einem Treffen mit Selenskyj «an einem beliebigen Ort, in Belarus, in der Ukraine». Das PrÀsidialamt in Kiew erwiderte, mit Lukaschenko gebe es nichts zu besprechen. 

Tote und Verletzte in der Ostukraine

Im ostukrainischen Gebiet Donezk wurden vier Zivilisten durch russische Luftangriffe getötet und weitere fĂŒnf verletzt. Die frontnahe Kleinstadt Druschkiwka sei mit Gleitbomben und Drohnen attackiert worden, teilte die regionale Staatsanwaltschaft mit. Druschkiwka liegt sĂŒdlich von Kramatorsk und nur etwa 20 Kilometer von den vordersten russischen Linien entfernt. 

Abends wurden in der Großstadt Dnipro im SĂŒden mindestens 19 Menschen verletzt, wie die örtlichen Behörden meldeten. Ein Luftangriff habe zwei Wohnblocks beschĂ€digt. Russland ĂŒberzieht das Nachbarland Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem verheerenden Krieg.

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